Trauern mit Corona : Bestatter suchen neue Wege

Schutzkleidung bei Covid-19-Toten, Digital-Beratungen und Trauerfeier im Internet: Bestatter müssen wegen der Coronakrise zu kreativen Lösungen greifen.

Christian Bark
Bestatter in Potsdam und Mittelmark nutzen das Netz und Webcams, um über Bestattungen zu informieren.
Bestatter in Potsdam und Mittelmark nutzen das Netz und Webcams, um über Bestattungen zu informieren.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Unterm Zeltdach, auf Bänken oder mit Lautsprechern: Wegen beschränkter Teilnehmerzahlen an Trauerfeiern in der Coronakrise verlagern viele Bestatter in Brandenburg diese nach draußen. Fabian Lenzen, Sprecher der Bestatterinnung Berlin-Brandenburg, sagte: „Mit den nun wieder stark reduzierten Teilnehmerzahlen werden künftig mehr Feiern im Freien stattfinden“, sagt er. Teils würden Bestatter oder Friedhöfe Pavillonzeltdächer anbieten, unter denen sich Trauergäste bei Regen versammeln können.

„Wenn es regnen sollte, nehmen wir uns einfach einen Schirm und bleiben trotzdem draußen“, sagt Ilka Karp, die seit 17 Jahren als Trauerrednerin in der Region Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) für das Bestattungshaus Günter Geyer arbeitet. Draußen sei es oft sogar schöner als in der Trauerhalle. Wenn im Innern die Kapazitätsgrenze erreicht ist, gebe es kreative Lösungen. 

„Dann werden Bänke vor die Halle gestellt und die Leute hören die Trauerrede aus Lautsprechern“, sagt Karp. Ähnlich macht es Bestatter Matthias Wolfram aus Cottbus. In der Branche geben es neben den Trauerfeiern aber auch andere Änderungen im Alltag: „Wir halten Abstand und schütteln den Kunden nicht mehr die Hände“, sagt Wolfram.

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Kreative Lösungen treffen noch nicht auf viel Zuspruch

Bei Corona-Toten tragen die Bestatter Schutzkleidung. Die Toten werden nicht öffentlich aufgebahrt. „Sowie eine Covid- 19-Erkrankung diagnostiziert ist, werden die Verstorbenen von Krankenhäusern in der Regel in einer Hygienehülle übergeben“, informiert Fabian Lenzen. Bei Abholungen im häuslichen Umfeld oder im Seniorenheim spiele der Eigenschutz der Bestatter eine noch größere Rolle. „In der Anfangsphase der Pandemie hatte die Innung sich bei Ministerium und Landkreisen intensiv um eine Unterstützung bei der Beschaffung der damals noch sehr knappen Schutzausrüstung bemüht“, blickt der Innungssprecher zurück.

Noch nicht mit Zahlen belegbare Verluste hat es laut Fabian Lenzen vor allem durch den Wegfall einiger Dienstleistungen gegeben. „Dies wird sich nun mit den erneut reduzierten Teilnehmerzahlen vermutlich wieder verschärfen“, sagt der Sprecher. Oft entfallen beispielsweise die musikalische Begleitung oder die Dekoration der Feierhallen. Bestatter versuchen, Trauernde über andere Wege an Feiern teilhaben zu lassen. „In den vergangenen Monaten haben Anbieter erste Lösungen für die digitale Übertragung von Trauerfeiern auf den Markt gebracht“, so Lenzen. Bislang würden die Angebote aber nicht oft in Anspruch genommen. (dpa)

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