• Temperaturen unter dem Gefrierpunkt: Bodenfrost in Brandenburg bedroht Weinernte

Temperaturen unter dem Gefrierpunkt : Bodenfrost in Brandenburg bedroht Weinernte

In den nächsten Nächten ist in Brandenburg weiterhin mit Bodenfrost zu rechnen. Die ersten Weinbauern beklagen bereits Verluste.

Silke Nauschütz
Foto: Ralf Hirschberger/dpa (Archiv, 2017)

Potsdam - Brandenburg hat momentan Temperaturen weit unter Null Grad in der Nacht. In Zehdenick (Landkreis Oberhavel) war es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes Sonntagnacht mit minus 6,5 Grad auf Bodenniveau mit am kältesten. In der kommenden Nacht sollte es in Berlin und Brandenburg wieder kalt werden, auch Frost in Bodennähe sei nicht ausgeschlossen. In der Nacht zum Mittwoch könnte es in beiden Bundesländern sogar gebietsweise wieder bis -4 Grad kalt werden. Frostempfindliche Pflanzen, die schon geblüht haben, könnten nach Angaben von Meteorologen Schaden genommen haben.

Fröste kommen in diesem Jahr sehr früh

Die Weinbauern in Brandenburg schauen mit Sorge aufs Thermometer. Die Fröste kämen in diesem Jahr sehr zeitig, sagte Winzer Gunter Schurig aus Bad-Liebenwerda (Landkreis Elbe-Elster). "Wir Weinbauern hängen die ganze Zeit an den Wetter-Apps und informieren uns gegenseitig". Schurig hat auf seinem Gut 1000 Reben angebaut. Angesichts frostiger Temperaturen hätten die Winzer aus der Region bereits Feuer in den Weinbergen gemacht, um die Reben zu wärmen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Bei Weinbau-Nachbar Rico Leonardt ist es für 2500 Reben dagegen zu spät. "Die Triebe waren schon acht Zentimeter gewachsen und sind erfroren", sagte er.

Die Winzerfamilie Wobar aus Großräschen (Landkreis Oberspreewald-Lausitz), die auf 1,4 Hektar 7000 Rebstöcke anbaut, hat nach dem ersten Rebschnitt als Ersatz die sogenannte Frostrute noch stehen, falls die schon ausgetriebenen Reben Schaden nehmen sollten. "Bei der Frostrute liegen die Knospen höher und erfrieren nicht so schnell", erklärte Cornelia Wobar.

Die tiefsten Temperaturen in Deutschland wurden Sonntagnacht in Merklingen (Alb-Donau-Kreis) auf der Schwäbischen Alb gemessen, wie der Deutsche Wetterdienst in Offenbach der Deutschen Presse-Agentur sagte. Am Boden - gemessen fünf Zentimeter über der Erde - fiel das Thermometer in der Nacht auf minus 8,1 Grad. (dpa)