• Studierende in der Coronakrise: Nur jeder zweite Antrag auf Hilfe bewilligt

Studierende in der Coronakrise : Nur jeder zweite Antrag auf Hilfe bewilligt

Kein Kellnern in der Kneipe, kein Nachhilfeunterricht - Studierende in Brandenburg hat die Corona-Krise auch finanziell hart getroffen. Was Hochschulen und staatliche Stellen zur Unterstützung machen.

Christian Bark
Studierende leiden unter der Coronakrise. Das Land und die Studentenwerke machen Hilfsangebote.
Studierende leiden unter der Coronakrise. Das Land und die Studentenwerke machen Hilfsangebote.Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Potsdam - Viele Studenten in Brandenburg trifft die Corona-Krise besonders hart. Damit sie ihr Studium fortsetzen und ihren Lebensunterhalt weiter bestreiten können, erhalten sie von verschiedenen Seiten Unterstützung. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Mehr als zwei Drittel der Studierenden arbeiten neben dem Studium - aber der Großteil ihrer Jobs und damit ihrer Einkünfte sind durch die Krise weggefallen“, sagte Eric Mülling, Sprecher im Potsdamer Wissenschaftsministerium. Insbesondere internationale Studierende, die häufig auf Nebenjobs zur Finanzierung ihres Lebensunterhaltes angewiesen sind, seien betroffen.

2000 Anträge auf Hilfszuschuss - nur jeder zweite bewilligt

Dem Sprecher zufolge stelle der Bund 100 Millionen Euro für Zuschüsse an Studierende in akuten Notlagen bereit, die seit Mitte Juni über die Studierendenwerke beantragt werden könnten. „Die Antragszahlen bei den beiden Brandenburger Studentenwerken hierauf zeigen, dass der Bedarf groß ist“, sagte Mülling. Für den ersten Antragsmonat Juni seien bei den beiden Studentenwerken in Potsdam und Frankfurt (Oder) zusammen knapp 2000 Anträge eingegangen. Allerdings sei aufgrund festgelegter Kriterien nur rund die Hälfte davon positiv beschieden worden.

Um die Studierenden nicht alleine zu lassen, habe das Land Brandenburg die bewährten Härtefallfonds der Studentenwerke um eine halbe Million Euro aufgestockt. „Über die Härtefallfonds könnten Studenten Einmalzuschüssen von bis zu 300 Euro bekommen“, erklärte Mülling. Um auch Bafög-Empfänger zu entlasten, werde das Land zudem kurzfristig das Brandenburgische Hochschulgesetz ändern, um Studierenden unbürokratisch und einfach eine coronabedingte Verlängerung der individuellen Regelstudienzeit zu ermöglichen.

Studentenwerke gewähren Mietstundungen

Zur Unterstützung finanziell in Not geratener Studierender gab es auch lokale Initiativen an einzelnen Hochschulstandorten, wie der Ministeriumssprecher berichtet. So etwa an der Universität Potsdam. „Finanziell hat das International Office zusammen mit der Universitätsgesellschaft einen Nothilfefonds für internationale Studierende aufgelegt“, sagte Universitätssprecherin Silke Engel. Darüber hinaus habe der Partnerkreis für Industrie und Wirtschaft Jobangebote für diese Gruppe identifiziert, um die Schieflage abzufedern.

Studenten, die wegen finanzieller Probleme mit der Miete in Rückstand geraten, müssen sich zumindest beim Vermieter Studentenwerk Frankfurt (Oder) keine Sorgen machen. „Wir haben mit Bewohnern unserer Wohnanlagen zahlreiche Mietstundungen vereinbart, um Härtefälle zu vermeiden“, berichtete Studentenwerkssprecher Andreas Gaber. Die Semesterbeiträge seien aber nicht ausgesetzt worden, da das Studentenwerk auch in der Coronazeit Leistungen zur Verfügung stelle.

Bei Zahlungsproblemen können Betroffene auch beim Studentenwerk Potsdam auf die Sachbearbeiter zugehen. „Man versucht dann, gemeinsam eine Lösung zu finden“, sagte Studentenwerkssprecherin Julia Sammler. Darüber hinaus vermitteln beide Studentenwerke weiterhin aktiv Jobs an die Studenten. (dpa)

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