Brandenburg : Polizei geht gegen Neonazi-Band vor

Berlin/Potsdam - Die Berliner Polizei geht gegen die Neonazi-Hip-Hop-Band A3Stus vor. Am Donnerstagmorgen durchsuchten 60 Beamte zehn Objekte, in Hohenschönhausen, Mitte, Buch und Friedrichshain sowie im brandenburgischen Bernau, Velten und Wandlitz. Ihnen wird Volksverhetzung vorgeworfen. Grund ist ein Musiktitel, in dem die 26, 28 und 34 Jahre alten Bandmitglieder gegen Juden hetzen. Die Beamten stellten 113 CDs und zwei Computer sicher, daneben ein Wurfmesser, ein nicht zugelassenes Luftdruckgewehr, eine nicht zugelassene Luftdruckpistole, verbotene Pyrotechnik und Amphetamine. Neben den drei rechten Musikern wurde ein 32-Jähriger vernommen, der das Musikvideo ins Internet gestellt haben soll. Gegen das 34-jährige Bandmitglied wird aufgrund der CD-Verkäufe auch wegen des Verdachts des Sozialleistungsbetruges ermittelt. Mitglieder der Band sind nach PNN-Recherchen der Berliner Liedermacher Patrick K., bekannt als Villain051, und der rechtsextremistische Liedermacher „Recht auf Wahrheit“ (R.a.W.), der Mitglied der Nazi-Gruppe „Barnimer Freundschaft 25“ ist. Die tritt – laut Verfassungsschutz ein neues Phänomen – wie ein Rockerklub in Kutten mit eigen Emblemen auf. Patrick K. machte 2014 Schlagzeilen, weil er vor dem Asylheim in Berlin-Hellersdorf ein rechtes Musikvideo gedreht hatte. Das dritte Mitglied aus Velten, das seit 2014 dabei ist, nennt sich „Evil Goat“. Der Brandenburger Verfassungsschutz führt die Band in einer Liste rechtsextremistischer Bands und Liedermacher. Auf der Facebook-Seite der Band ist zu lesen, dass das Pegida-Bündnis in Bautzen einen geplanten Auftritt der Gruppe auf einer Veranstaltung absagte. Als Grund nannte das islamfeindliche Bündnis, dass A3Stus bereits bei einer Veranstaltung der rechtsextremen NPD aufgetreten sei. axf