• Parteien in Brandenburg: Gegen den Trend: Grüne gewinnen neue Mitglieder

Parteien in Brandenburg : Gegen den Trend: Grüne gewinnen neue Mitglieder

Die meisten Parteien haben 2020 in Brandenburg Mitglieder verloren. Die Grünen konnten dagegen deutlich zulegen. 

Christian Bark
Die meisten Parteien haben in Brandenburg Mitglieder verloren - die Grünen gewinnen hinzu. 
Die meisten Parteien haben in Brandenburg Mitglieder verloren - die Grünen gewinnen hinzu. Foto: Soeren Stache/dpa

Potsdam - Im vergangenen Jahr haben die meisten Parteien, die im Potsdamer Landtag vertreten sind, unterm Strich Mitglieder verloren. Die große Ausnahme sind die Grünen: Sie gewannen erneut deutlich Mitglieder hinzu, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

„Bereits seit Ende des Jahres 2017 verzeichnen wir in Brandenburg einen spürbaren Anstieg der Mitgliederzahlen, im Vergleich zum stetigen, aber langsamen Wachstum in den Jahren davor“, sagte der Sprecher der Brandenburger Grünen, Michael Mangold. Im Landtagswahlkampfjahr 2019 habe sich dieser Trend deutlich intensiviert. Damals habe es über das Jahr hinweg einen Zuwachs von über 43 Prozent gegeben. Anfang 2021 zählten die Grünen nun 2144 Mitglieder, 171 mehr als noch Anfang 2020.

Mitgliederschwund bei den Linken

Anders bei anderen Parteien: Den deutlichsten Mitgliederschwund verzeichneten die Linken. Anfang 2021 hatten 5229 Menschen ein Linken-Parteibuch - 298 weniger als Anfang 2020. Wie Linken-Sprecher Stefan Wollenberg erklärte, ergibt sich die Zahl aus gut 400 Verlusten durch Sterbefälle und Austritte, 130 Neueintritten sowie Zu- und Wegzügen. „Der Mitgliederrückgang bewegt sich damit auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr“, sagte er. Die Zahl der Neueintritte sei vor allem coronabedingt von 180 im Vorjahr auf 130 zurückgegangen.

Mit derzeit 6079 Mitgliedern ist die Brandenburger SPD nach wie vor die mitgliederstärkste Partei im Land. Allerdings sind das 144 Mitglieder weniger als noch im Vorjahr. Dabei ist sich die Entwicklung der Zahlen regional ganz unterschiedlich. „Wir erkennen einen Zusammenhang zwischen der Bevölkerungsentwicklung und -dichte zur Mitgliederentwicklung. Dort, wo Städte wachsen und Orte viel Zuzug haben, haben auch wir einen stärkeren Mitgliederzuwachs“, sagte SPD-Sprecher Arnulf Triller.

CDU mit zweitmeisten Mitgliedern

70 Mitglieder weniger sind es im Vergleich zum Vorjahr bei der Brandenburger CDU. Mit 5727 Mitgliedern Anfang 2021 bleibt sie aber die zweitmitgliederstärkste Partei. „Wir haben im letzten Jahr beobachtet, dass die Zahl der Austritte im Durchschnitt der Vorjahre liegt, wir aber weniger neue Mitglieder gewonnen haben“, sagte CDU-Generalsekretär Gordon Hoffmann. Seiner Ansicht nach gibt es einen Zusammenhang zu Corona: Dadurch seien die Aktivitäten der Verbände weniger sichtbar im öffentlichen Raum, als in anderen Zeiten. „Ich bin sicher, dass der bevorstehende Bundestagswahlkampf auch genutzt werden kann, um wieder mehr Menschen dafür zu begeistern, sich in der CDU für unser Land zu engagieren“, sagte Hoffmann.

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46 Mitglieder hat die Brandenburger AfD im vergangenen Jahr verloren. Derzeit zählt die Partei 1604 Mitglieder. Den Schwund führt Parteisprecher Detlev Frye vor allem auf die gründliche Durchsicht der Mitgliederverzeichnisse zurück. Dabei seien inaktive und vor allem nichtzahlende Mitglieder durchs Raster gefallen. Wie bei der CDU macht die coronabedingte fehlende öffentliche Präsenz auch der AfD zu schaffen. „Für das aktuelle Bundestagswahljahr erhoffen wir uns aber wieder einen Mitgliederschub“, so Frye.

Leichtes Plus bei Freien Wählern

Etwas dazugewonnen haben die Freien Wähler in Brandenburg. Aktuell zählen sie mit 839 Mitgliedern 38 mehr als Anfang 2020. „Es ist uns im letzten Jahr gelungen, fünf neue Wählergruppen hinzuzugewinnen“, sagte der Landesvorsitzende der Freien Wähler, Péter Vida. Seit dem Landtagseinzug 2019 werde deutlich, dass man als Sprachrohr der Wählergruppen und Bürgerinitiativen etwas bewegen könne. „Zudem schätzen viele kommunale Bündnisse die sachorientierte Arbeit im Landtag, bei der unsere Fraktion erkennbar den stärksten kommunalen Fokus von allen setzt“, betonte Vida. (dpa)

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