• Nördlicher Berliner Ring gesperrt: Zwei Tote nach Lkw-Unfall auf A 10

Nördlicher Berliner Ring gesperrt : Zwei Tote nach Lkw-Unfall auf A 10

Streckensperrung und Staus: Auf der A10 sind am Montag bei Birkenwerder zwei Lkw-Fahrer gestorben. Die Polizei stoppte mehrere Gaffer, die das Geschehen mit Handy filmten.

Alexander Fröhlich

Bei einem schweren Unfall auf der Autobahn 10 sind am heutigen Montag zwei Lkw-Fahrer ums Leben gekommen. Wie eine Sprecherin der Polizeidirektion Nord in Neuruppin mitteilte, ereignete sich der Unfall gegen 10 Uhr morgens zwischen der Abfahrt Birkenwerder und dem Autobahnkreuz Oranienburg. In Richtung Hamburg sei ein 46 Jahre alter Tscheche mit seinem Lastwagen auf ein Stauende aufgefahren, drei weitere Lkw wurden dadurch aneinander gedrückt.

Die beiden Fahrer der hinteren Lkw - der Tscheche und vermutlich ein 43 Jahre alter Deutscher - starben laut Polizei noch am Unfallort. Bei dem Deutschen liegt der Polizei bislang nur die Aussage des Fuhrunternehmens vor, dessen Angaben jetzt noch bei der Identitätsfeststellung geprüft werden müssen. Ein weiterer Lkw-Fahrer - ein 54 Jahre alter Pole - wurde nach dem Eintreffen der Rettungskräfte mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.

Stopp wegen Gafferei: Drei Fahrer filmten Unfallstelle mit Handy

Die A10 in Richtung Hamburg ist ab der Anschlussstelle Birkenwerder dicht. Die Polizei ruft Autofahrer dazu auf, den Bereich weiträumig zu umfahren. Für die Bergungsarbeiten ist der Streckenabschnitt ab Birkenwerder gesperrt, auf der A 10 kommt es zu kilometerlangen Staus. Da die Lastwagen stark verkeilt seien, werde die Sperrung voraussichtlich bis in den späten Nachmittag andauern, sagte die Sprecherin. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen zu dem Unfall übernommen.

Kurzzeitig gab die Polizei linke Fahrspur frei, um alle Fahrzeuge ab der Abfahrt Birkenwerder aus dem Stau zu holen und an der Unfallstelle vorbei zu lotsen, sagte eine Polizeisprecherin.

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Dabei hat die Polizei auch drei Lkw-Fahrer gestoppt - wegen Unfallgafferei. Als die drei mit ihren Lastzügen die Unfallstelle passiert haben, sollen sie das Geschehen mit Handy gefilmt haben. Gegen alle drei Fahrer seien Bußgeldverfahren eingeleitet worden. Zwei polnischer Fahrer zahlten gleich vor Ort mehr als hundert Euro. Ein deutscher Lkw-Fahrer bekommt bald per Post einen Bußgeldbescheid.

Für Gafferei bei Unfällen drohen Geldbußen von bis zu 1.000 Euro. Erst im Herbst 2017 ist der Bußgeldkatalog für das Gaffen Ordnungswidrigkeit verschärft worden. Das Filmen der Unfallstelle könnte es jedoch auch als Straftat - Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs - gewertet werden. Die kann mit bis zu zwei Jahren Haft geahndet werden. 

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