• Landratswahlen in Brandenburg: Durchmarsch für zwei CDU-Landräte

Landratswahlen in Brandenburg : Durchmarsch für zwei CDU-Landräte

In sechs Landkreisen wurden in Brandenburg gewählt.
In sechs Landkreisen wurden in Brandenburg gewählt.Foto: dpa

Potsdam - Bei den Landrätewahlen in Brandenburg hat die rechtspopulistische AfD einen Dämpfer hinnehmen müssen. So konnten sich in den Kreisen Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz die CDU-Amtsinhaber Christian Heinrich-Jaschinski und Siegurd Heinze am Sonntag auf Anhieb durchsetzen. Und zwar deutlich vor den AfD-Bewerbern, obwohl die AfD im Süden ihre Hochburgen hat. In den anderen vier Kreisen, wo am Sonntag gewählt wurde, erreichte keiner der Bewerber die erforderliche absolute Mehrheit und das Quorum von 15 Prozent der Wählerstimmen.Dort werden nun Stichwahlen am 6. Mai nötig.
Bei der Bundestagswahl im September war die AfD zweitstärkste Kraft in Brandenburg geworden und hatte dabei die besten Ergebnisse im Süden geholt. Nun hat die AfD nur noch in einem einzigen der sechs Kreise eine Chance auf den ersten AfD-Landrat.In Spree-Neiße wird es eine Stichwahl zwischen Alt-Landrat Harald Altekrüger (CDU) geben, der 39,8 Prozent der Stimmen bekam, und dem AfD–Herausforderer Steffen Kubitzki (29,3 Prozent). Es ist die Kohleregion. Der Kandidat der SPD, der Sozialbeigeordnete Hermann–Kostrewa, landete mit 14 Prozent abgeschlagen auf Platz vier – noch hinter dem Linke-Landtagsabgeordneten Matthias Loehr (16 Prozent).

Siegurd Heinze ist alter und neuer Landrat

Dagegen gewann in Oberspreewald-Lausitz der alte, neue CDU-Landrat Siegurd Heinze klar mit 56,4 Prozent, während der AfD-Bewerber, der Landtagsabgeordnete Sven Schröder, mit 23,8 Prozent deutlich dahinter lag, auf Platz zwei. Die SPD, die im Land Brandenburg seit 1990 regiert, hatte in diesem Kreis nicht einmal einen eigenen Kandidaten. In Elbe-Elster gewann Alt-Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU klar mit 52,1 Prozent, auf Platz zwei folgte die Landtagsabgeordnete Iris Schülzke von den Freien Wählern mit 29,4 Prozent, während der AfD-Bewerber Drenske auf 18,5 Prozent kam.
Im Norden Brandenburgs gibt es nun überall rot-schwarze Stichwahl-Duelle. Die AfD war entweder gar nicht angetreten oder hatte keine Chance: In der Uckermark, bislang traditionell SPD-Hochburg – früher Wahlkreis des Alt-Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) – geht nun die CDU-Bewerberin und frühere Vize-Landrätin Karina Dörk mit einem Ergebnis von 47,8 Prozent als Favoritin in die Schlussrunde. SPD–Amtsinhaber Dietmar Schulze, einer der dienstältesten Landräte, kam auf 36,4 Prozent.

SPD-Bewerber als Favoriten

Im Barnim und in Ostprignitz-Ruppin gehen SPD-Bewerber als Favoriten in die Stichwahlen. In Ostprignitz-Ruppin holte SPD-Landrat Ralf Reinhardt 40,7 Prozent der Stimmen. Sein Herausforderer ist CDU-Bewerber Sven Deter, auch Chef des Bauernverbandes der Region, der auf 27,6 Prozent der Stimmen kam. Im Barnim, wo bei Redaktionsschluss noch ausgezählt wurde, führt der SPD-Kandidat und Landtagsabgeordnete Daniel Kurth klar vor dem CDU-Bewerber.
Zur Wahl gerufen waren in den sechs Kreisen 700000 Brandenburger, etwa jeder dritte Wähler im Land. Die Wahlbeteiligung war eher gering, sie lag zwischen 25 und 35 Prozent.