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Glutnester glimmen noch : Ausdehnung des Großbrandes im Moor bei Plessa gestoppt

Die Glutnester im Moorgebiet "Loben" im Landkreis Elbe-Elster werden die Feuerwehr noch tagelang beschäftigen: Vorerst ist der Großbrand auf 100 Hektar aber unter Kontrolle. Am Sonntag brannte auch in Potsdam-Mittelmark ein Waldgebiet.

Silke Nauschütz dpa
Das Loben-Moor liegt zwischen Gorden-Staupitz, Hohenleipisch und Plessa.
Das Loben-Moor liegt zwischen Gorden-Staupitz, Hohenleipisch und Plessa.Foto: Veit Rösler/dpa

Plessa - Ein Großbrand im Südbrandenburger Landkreis Elbe-Elster auf 100 Hektar ist zunächst eingedämmt - wird die Feuerwehr aber noch länger beschäftigen. „Das kann noch Tage gehen“, beschrieb der diensthabende Landrat Marten Frontzek am Sonntag (31.05.2020) die Lage. Die Ausdehnung des Feuers im Moorgebiet „Loben“ bei Plessa sei gestoppt worden, Wärmebildkameras hätten aber unterirdische Torf- und Moorbrandherde aufgenommen. Das sei gefährlich, weil diese unter die angrenzenden Wälder ziehen könnten, sagte Frontzek. Sorge bereite der immer wieder auffrischende und böige Wind, es gebe bereits wieder offene Feuerstellen. Bei etwa 400 Grad Oberflächentemperatur reiche ein kleiner Windstoß, um die Glutnester anzufachen.

[Abonnieren Sie kostenlos den neuen PNN-Newsletter "Potsdam Heute": Hier geht es zur Anmeldung.] Das Feuer hatte sich seit Freitag immer weiter ausgedehnt, von zunächst 10 auf 100 Hektar innerhalb weniger Stunden. Ein Moorgebiet, ein angrenzendes Waldstück und ein Schilfgürtel brannten. Die Feuerwehr hatte zur Eindämmung des Feuers eine Art Schutzwall errichtet. Ortschaften waren zunächst nicht in Gefahr. Die Brandursache war zunächst noch unklar und soll untersucht werden.

150 Einsatzkräfte vor Ort - Löchhubschrauber im Dauereinsatz

Die Feuerwehr war am Sonntag mit 150 Einsatzkräften vor Ort. Sie hat Frontzek zufolge Dauerregner an den Brandrändern installiert. Auch ein Hochleistungspumpensystem aus Landesbestand soll helfen, den Boden noch stärker zu bewässern. Das benötigte Wasser werde aus kleinen Tagebaurestlöchern entnommen, die bereits geflutet sind. Ein Löschhubschrauber der Bundespolizei ist den dritten Tag in Folge im Einsatz. Er kann 2000 Liter aufnehmen und damit gezielt Glutnester in dem schwer zugänglichen Gebiet beregnen.
Einsatzkräfte aus der Prignitz unterstützten am Sonntag die Feuerwehren vor Ort. Am Samstag kam Unterstützung aus der Uckermark, dem Barnim und dem Landkreis Teltow-Fläming. Am Montag werden Frontzek zufolge Kräfte aus dem Kreis Märkisch-Oderland den Feuerwehrleuten vor Ort helfen. Der „Loben“ ist ein Moorgebiet etwa 60 Kilometer nördlich der sächsischen Landeshauptstadt Dresden im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft. Etwa 670 Hektar des Lobens stehen unter Naturschutz.

Kleinere Waldbrände in Busendorf und Neu Zauche

„Das Problem ist der extreme Wind, der den Boden nicht nur austrocknet, sondern das Feuer wieder anfachen kann“, bestätigte Raimund Engel, Waldbrandschutzbeauftragter des Landes. Seinen Angaben zufolge meldeten die Leitstellen am Sonntag zwei weitere kleinere Waldbrände in Neu Zauche (Dahme-Spreewald) auf einem Hektar und in Busendorf im Landkreis Potsdam-Mittelmark Mittelmark auf 1000 Quadratmeter. Beide Brände seien inzwischen unter Kontrolle, berichtete Engel.

Nach Angaben des Umweltministeriums gilt derzeit für drei Landkreise die höchste Waldbrandwarnstufe fünf - in den Kreisen Märkisch-Oderland, Barnim und Havelland. Bis auf den Landkreis Spree-Neiße und Cottbus wurde in den übrigen zehn Landkreisen die zweithöchste Gefahrenstufe vier ausgerufen. Der trockene Boden, Gras und Laub aus dem vergangenen Jahr sowie Wind erhöhen derzeit die Gefahr für Waldbrände. 2019 brannte es 417 Mal auf Brandenburgs Waldflächen. dpa


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