• Flughafen-Debakel: Rot-Rot bremst Investitionen in Tegel

Flughafen-Debakel : Rot-Rot bremst Investitionen in Tegel

Vor der BER-Aufsichtsratssitzung steuert Brandenburg auf einen Konflikt mit Berlin zu: Brandenburgs Finanzminister Helmuth Markov (Linke) ist gegen umfangreiche Investitionen in Tegel - obwohl dort Kapazitätsengpässe erwartet werden.

Alexander Fröhlich

Potsdam - Vor der Sitzung des BER-Aufsichtsrats am heutigen Mittwoch in Schönefeld stellt sich die rot-rote Regierungskoalition in Brandenburg gegen umfangreiche Umbauten am Flughafen Tegel und gegen Überlegungen, den neuen Flughafen BER in Schönefeld noch vor der Inbetriebnahme zu erweitern. Zumindest in der Tegel-Frage steuert Brandenburg damit auf einen Konflikt mit Berlin zu.

Das Kontrollgremium der Flughafengesellschaft will sich am Mittwoch über zusätzliche Investitionen in Tegel befassen, die Geschäftsführer Horst Amann vorgeschlagen hat. Im Gespräch sind Investitionen in Höhe von 30 bis 50 Millionen Euro. Tegel muss nach der mehrfach geplatzten Eröffnung des Hauptstadtflughafens in Schönefeld die Hauptlast des steigenden Passagieraufkommens abfangen und platzt aus allen Nähten. Wie lange das noch dauert, ist unklar, weil die Betreiber nach vier abgesagten Eröffnungsterminen weiter mit Technikproblemen, Planungsfehlern und Baumängeln kämpfen. Dagegen hatte sich bereits der brandenburgische Finanzminister Helmuth Markov (Linke) gegen umfangreiche Investitionen in Tegel ausgesprochen und die schnellstmögliche Eröffnung des BER verlangt, allerdings in der bisherigen Größe – obwohl dort Kapazitätsengpässe erwartet werden. Markov hatte seine Position damit begründet, dass die Steuerzahler in Brandenburg bereits einen Großteil der Mittel für den BER aufgebracht hätten und ein Recht auf eine schnelle Inbetriebnahme hätten. Ob Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), der auch Aufsichtsratschef ist, Markovs Linie teilt, wollte die Staatskanzlei am Dienstag auf eine PNN-Anfrage nicht sagen und verwies auf die Aufsichtsratssitzung.

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