• Coronakrise in Brandenburg: Der Überblick über die geplanten Lockerungen

Coronakrise in Brandenburg : Der Überblick über die geplanten Lockerungen

Die Brandenburger können sich auf Entlastungen in der Corona-Krise einstellen. Alle Geschäfte können aufmachen, essen gehen soll wieder möglich sein - und Sport im Freien. Der Überblick.

Oliver von Riegen Silke Nauschütz
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) mit einer Grafik zur Entwicklung der Covid-19-Erkrankungen - vor den Maßnahmen.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) mit einer Grafik zur Entwicklung der Covid-19-Erkrankungen - vor den...Foto: Martin Müller/ imago

Potsdam - Brandenburg lockert die strengen Regeln für das öffentliche Leben in der Corona-Krise. Alle Geschäfte sollen unter strengen Auflagen ab kommendem Samstag (9. Mai) wieder öffnen können, kündigte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Mittwoch in Potsdam nach einer Konferenz von Bund und Ländern an. Brandenburg will ab Samstag das Kontaktverbot lockern - auch Angehörige zweier Familien sollen sich treffen können. Ab 15. Mai dürfen Cafés und Restaurants wieder aufmachen. Das Kabinett will die Änderungen am Freitag beschließen.

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Die geplanten Lockerungen auf einen Blick

  • Einzelhandel: Die Beschränkung auf Läden von bis zu 800 Quadratmeter Verkaufsfläche soll wegfallen. Sie hatten seit zwei Wochen wieder geöffnet, ebenso wie Auto-, Fahrrad- und Buchhändler. Ab 11. Mai sollen auch Fußpflege- und Kosmetikanbieter wieder aufmachen können.
  • Pflege: Besuchsbeschränkungen von Angehörigen in Pflegeeinrichtungen sollen gelockert werden. Alte Menschen in Pflegeheimen sollen nicht isoliert werden, das werde in die neue Verordnung aufgenommen, sagte Gesundheitsministerin Nonnemacher. Details würden noch geregelt. Der Schutz in den Pflegeeinrichtungen solle trotzdem intensiviert werden.
  • Gastronomie: Die Brandenburger können wieder auswärts essen gehen. Restaurants, Cafés und Kneipen können ab 15. Mai bei Einhaltung von Abstandsregeln, Zugangsbeschränkungen und eingeschränkten Öffnungszeiten aufmachen. Der Betrieb müsse geringer sein als früher, Buffets seien nicht möglich, sagte Woidke. Gaststätten sind seit rund sechs Wochen geschlossen - dürfen aber Abhol- und Lieferdienste anbieten.
  • Tourismus: Ab 15. Mai soll Dauer- und Wohnmobilcamping wieder möglich sein, wenn die Camper ein eigenes Sanitärsystem haben. Ab 25. Mai können Hotels und Anbieter von Ferienwohnungen wieder vermieten.
  • Sport: Ab dem 15. Mai ist das Training in Sportvereinen ohne Wettkämpfe wieder erlaubt - möglichst ohne Kontakt. Die Fußball-Bundesliga soll in der zweiten Mai-Hälfte wieder mit Geisterspielen starten. Für den Ministerpräsidenten ist klar: "Wer für die Profis öffnet, darf den Amateuren den Spaß nicht nehmen. Das muss ein Grundsatz sein." Offen ist noch, wann Fitnessstudios, Schwimmbäder und Thermen in Brandenburg wieder öffnen dürfen.
  • Spielplätze: Kinder können sich freuen: Die Spielplätze dürfen ab 9. Mai auch wieder öffnen.
  • Kitas und Schulen: Für die Wiedereröffnung der Kitas gibt es noch keinen konkreten Termin. Dafür ist nach Worten von Ministerpräsident Woidke eine enge Abstimmung mit den Kommunen notwendig. "Es ist nach wie vor ein sehr sensibler Bereich." Kinder könnten ein Infektionsherd sein, auch wenn sie nur schwer selbst erkrankten. Brandenburg sei in einer erweiterten Notfallbetreuung, das laufe sehr gut. Etwas mehr als zehn Prozent der Kinder würden betreut. Die Schulen sollen bis zu den Sommerferien schrittweise weiter öffnen. Nach einer Vereinbarung der Länder soll jedes Kind in diesem Schuljahr vor den Sommerferien nochmal in die Schule kommen.

Es gibt eine Notbremse

Wenn es regional mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gibt, sollen die Regeln wieder strenger werden. "Die Gefahr ist nach wie vor da", sagte Woidke. "Wir müssen selber alles dazu beitragen, dass die Pandemie sich hier in Brandenburg nicht ungebremst ausbreiten kann." Bisher liegen alle Kreise und kreisfreien Städte unter dem Wert, im Landesschnitt liegt er bei 7,5, der Kreis Dahme-Spreewald kommt auf 21,3, wie Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) sagte. Innenminister Michael Stübgen (CDU) betonte: "Es geht bergauf!" Die Pandemie sei aber noch nicht am Ende.

(dpa)

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