• Corona-Krise in Brandenburg: Herr Wichmann von der CDU ruft SOS

Corona-Krise in Brandenburg : Herr Wichmann von der CDU ruft SOS

In einem dramatischen Notruf fordert Henryk Wichmann, CDU-Gesundheitsbeigeordneter der Uckermark, von der Landesregierung konsequenteres Corona-Krisenmanagement. 

Thorsten Metzner
Henryk Wichmann drängt auf konsequentere Entscheidungen der Regierungskoalition (Archivbild).
Henryk Wichmann drängt auf konsequentere Entscheidungen der Regierungskoalition (Archivbild).Foto: Bernd Settnik/dpa

Potsdam - Am heutigen Dienstag will das Kenia-Kabinett unter Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) angesichts dramatisch steigender Infektionszahlen über verschärfte Maßnahmen für Brandenburg entscheiden. Danach will Woidke gemeinsam mit seinen Stellvertretern Michael Stübgen (CDU) und Ursula Nonnemacher (Grüne) die neue Corona-Linie des Landes vor der Presse verkünden. 

In einem dramatischen Appell drängt Henryk Wichmann - früher Landtagsabgeordneter, bekannt aus dem Andreas-Dresen-Film "Herr Wichmann von der CDU" und inzwischen Gesundheitsbeigeordneter in der Uckermark - auf konsequentere Entscheidungen der Regierungskoalition. 

Er fordert unter anderem die umgehende Wiedereinführung der Maskenpflicht an Grundschulen, die Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) bislang blockiert. Wir dokumentieren hier die E-Mail, die Wichmann am Montag an die CDU-Landtagsfraktion geschickt hat.

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"SOS!!!!! - die E-Mail im Wortlaut

"Wir haben alleine heute 71 neue Corona-Fälle in der Uckermark und es sind jetzt schon 26 Schulen betroffen, davon 24 Grundschulen. Dazu noch 7 Kitas. Unsere Inzidenz explodiert gerade wie noch nie und jeder Fall hat 100 Kontakte. Wir kommen im Gesundheitsamt nicht mehr hinterher. 

Wir brauchen schnellstens Maskenpflicht an Grundschulen, strenge 2G-Regeln, Bundeswehr zur Kontaktnachverfolgung, kostenlose Bürgertests, eine Boosterkampagne. Die Krankenhäuser müssen wieder impfen. Eine Testpflicht am Arbeitsplatz, Impfpflicht für sensible Bereiche. Was gar nichts bringt, ist eine Maskenpflicht an Schulen, nachdem der Erreger an der Schule nachgewiesen ist. Das ist wirklich sinnlos! Mich macht das langsam wütend. 

Wenn wir warten bis die vielen Infizierten zum Teil im Krankenhaus gelandet sind ist es zu spät, dann brauchen wir auch keine Maßnahmen mehr. Ihr könnt doch nicht den Coronaleugnern zu Munde reden, ihr habt alle eine Verantwortung für das Land Brandenburg. Werdet ihr bitte endlich gerecht ! 

Meine Geduld ist am Ende. 

Lippenlesen an Grundschulen wie es Ministerin Ernst wichtig ist jetzt gerade nicht von Bedeutung !
Liebe Grüße 

Wenn ihr nicht handelt werden wir handeln!
Henryk"
 

Nach dem Kabinett werden am heutigen Dienstag auch die Landtagsfraktionen über die Corona-Politik in Brandenburg beraten. 

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