Brandenburg : Kitas ab Montag wieder für alle offen

Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) hat eine Rückkehr zum Regelbetrieb angekündigt. In den Schulen soll dieser nach den Sommerferien am 10. August starten. Ein Entscheidung über Samstagunterricht und Ferienausfall soll erst im Herbst getroffen werden. 

Die Kita Waldsternchen in Neuseddin.
Die Kita Waldsternchen in Neuseddin.Foto: Ottmar Winter

Potsdam - Im Land Brandenburg kehrt das Bildungssystem mit der bisher erfolgreichen Eindämmung der Corona–Pandemie zum Regelbetrieb zurück. Die Kitas sind für alle Kinder ab Montag (15.06.2020) wieder offen, die Schulen starten mit regulärem Unterricht nach den Sommerferien ab 10. August. Das hat Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) am Dienstag (09.06.2020) nach der Sitzung des Kabinetts in Potsdam mitgeteilt. Das sei eine gute Nachricht für Schüler, Eltern und Familien, sagte Ernst. Mit dem Neustart gelten an Kitas und Schulen keine Mindestabstände mehr. 

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Ähnlich geht der Senat in Berlin vor. Das Infektionsgeschehen in der Hauptstadtregion lässt das nach Angaben beider Regierungen zu. Allerdings müssen sich die Schulen laut Ernst darauf mit „Notfallkonzepten“ einstellen, damit im Falle von nach Infektionen nötigen Quarantänen für Klassen oder Schulen „jederzeit Fern-Unterricht“ für eine Woche gewährleistet wird. 

"Lernausgangserhebungen" zu Beginn des neuen Schuljahres

Zurzeit haben in Brandenburg, wo am 24. Juni die diesjährigen Sommerferien beginnen, viele Schüler nur tageweise Unterricht. In den letzten Corona-Wochen waren sie vor allem von den Eltern zu Hause unterrichtet worden, weshalb die Frage von nachzuholenden Unterrichtsstoff steht. Damit die Lehrer sich bei jedem Kind ein genaues Bild machen können, was zu Hause vermittelt wurde, wird das neue Schuljahr für die Schüler laut Ernst mit „Lernausgangserhebungen“ in Deutsch, Mathe und der ersten Fremdsprache starten. Das sind Tests, die das zuständige Landesinstitut „rechtzeitig erarbeiten“ werde, so Ernst. Das sei aber nichts, wovor sich Schüler fürchten müssten, versicherte die Ministerin. Die Lehrer müssten aber wissen, wie sie jeden Schüler am besten unterstützen könnten. Von den Ergebnissen dieser Befunde wird abhängen, ob, wann und wie landesweit der Stoff nachgeholt wird. „Wir werden erst im Herbst entscheiden, ob wir dafür die Herbstferien, die Osterferien oder die Samstage benötigen.“ 

Brandenburgs Bildungs- und Jugendministerin Britta Ernst (SPD). 
Brandenburgs Bildungs- und Jugendministerin Britta Ernst (SPD). Foto: Soeren Stache/dpa

Es bleibt damit nicht ausgeschlossen, dass die nächsten Ferien verkürzt werden und es nach Jahrzehnten freier Wochenenden wieder Samstagunterricht gibt. Für die Herbstferien in Brandenburg, für die Eltern teils schon jetzt Urlaube buchen, wären das Monate der Ungewissheit. Auf PNN-Nachfrage dazu sagte Ernst: „Ja, das bewegt uns auch.“ Die Tendenz für die Herbstferien gehe deshalb klar zu freiwilligen Angeboten, Unterricht nachzuholen. Es sei nicht verantwortbar, sagte Ernst, zum jetzigen Zeitpunkt die nächsten Ferien „zu sperren“.

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Regierung arbeite an Corona-Teststrategie für das Land

Um die Schulen zu entlasten, werden laut Ernst im neuen Schuljahr die bundesweiten Vera-Vergleichsarbeiten in den 3. und 8. Klassen nicht geschrieben. Regelmäßige Corona- Massentests aller Lehrer und Erzieher, wie sie von Gewerkschaften und Teilen der Opposition gefordert werden, sind nicht geplant. Ernst sprach von vorgesehenen Stichprobentests und Tests bei Lehrern mit Symptomen. Die Regierung arbeite an einer Teststrategie für das Land.

Brandenburgs Kenia-Regierung bereitet unterdessen weitere Corona-Lockerungen vor, die am Freitag auf einer Sondersitzung beschlossen und danach verkündet werden sollen. Dabei sollen Demonstrationen ohne Begrenzung der Teilnehmerzahl erlaubt werden, aber weiter mit Abstand. Weitere Lockerungen sind geplant, etwa für Konzerte, wie Regierungssprecher Florian Engels sagte. „Aber auch dabei gilt die 1,5-Meter-Abstandsregel.“ (mit dpa)

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