Brandenburg : Jagd auf Automatenbande

Polizei stockt nach Überfallserie Soko „Geld“ auf.

Alexander Fröhlich

Potsdam - Nach einer Serie von Überfällen auf Geldautomaten in Brandenburg und Berlin will die Polizei die Bankfilialen im Land besser überwachen. Für zusätzliche uniformierte und zivile Streifen sollen von der kommenden Nacht an auch Beamte der Bereitschaftspolizei eingesetzt werden, kündigte das Brandenburger Polizeipräsidium am Montag an. Zudem wird die Sonderkommission „Geld“, die beim Landeskriminalamt nach den Automatenknackern fahndet, um vier auf 24 Beamte aufgestockt.

„Die Täter leiten Gas in die Automaten und sprengen diese in die Luft“, sagte Polizeivizepräsident Roger Höppner. „Die dabei entstehenden Schäden und Gefahren für die Bevölkerung sind enorm und die Täter nehmen diese in Kauf.“ Daher werde die Polizei ihre Maßnahmen intensivieren, um die Täter zu fassen. Seit April habe es neun Angriffe auf Geldautomaten in Brandenburg gegeben, berichtete das Polizeipräsidium. Davon wurden sechs gesprengt. Fünf dieser Sprengungen seit Anfang Juni ließen sich einer niederländisch-marokkanischen Bande zuordnen, die ebenso viele Sprengungen in Berlin begangen habe. Die Täter konnten bislang nicht gefasst werden. Zur Höhe der Beute äußerte die Polizei sich nicht.

Auf der Suche nach den Tätern hatten sich die Ermittler in der vergangenen Woche mit Kollegen aus den Niederlanden, Nordrhein-Westfalen und Sachsen beraten. Denn auch in diesen Bundesländern sei die Bande aktiv gewesen, sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums, Torsten Herbst. Am kommenden Donnerstag sollen bei einem Treffen mit Vertretern der Geldinstitute im Polizeipräsidium weitere Maßnahmen zum Schutz der Geldautomaten besprochen werden.

Auch am frühen Montagmorgen hatte es in Neuzelle (Oder-Spree) einen Angriff auf einen Geldautomaten gegeben. Dabei seien die Täter aber äußerst dilettantisch vorgegangen, sagte Herbst. Die unbekannten Räuber hätten versucht, das Bedienfeld aufzuhebeln, seien aber bereits daran gescheitert, so der Polizeisprecher. Eine sofort eingeleitete Fahndung auch mit einem Polizeihubschrauber sei erfolglos geblieben. (mit dpa)