Armut : Steigende Nachfrage bei Brandenburger Tafeln

Die Nachfrage bei den Brandenburger Tafeln nimmt immer weiter zu. Vor allem Rentner und Flüchtlinge sind auf die Lebensmittelausgabestellen angewiesen.

Manfred Rey
Steigende Nachfrage bei Brandenburger Tafeln.
Steigende Nachfrage bei Brandenburger Tafeln.Foto: Andreas Klaer

Potsdam -

Bei den Brandenburger Tafeln steigt die Nachfrage nach Lebensmitteln und Gebrauchsgütern. „Es gibt immer mehr Hartz-IV-Empfänger, die als sogenannte Aufstocker zu uns kommen“, sagte der Vorsitzende des Landesverbands der Tafeln in Berlin-Brandenburg, Andreas Noack, der Deutschen Presse-Agentur. „Da die Armut zunimmt, ist der Bedarf größer geworden.“

Vor allem Rentner und Flüchtlinge

In Brandenburg gibt es Noack zufolge derzeit 43 Tafeln, die jüngste sei kürzlich in Seelow (Märkisch-Oderland) entstanden. Demnächst werde die 44. Tafel in Oderberg (Barnim) gegründet. Hinzu kommen zahlreiche Lebensmittelausgabestellen in verschiedenen Orten. Noack schätzt, dass sich rund 10.000 Menschen bei den Einrichtungen in Brandenburg Hilfe zum täglichen Leben holen. Die größten Gruppen seien Rentner und Flüchtlinge. Zwischen 800 und 900 Brandenburger arbeiteten bei den Tafeln ehrenamtlich.

Laut Noack ist die Bereitschaft, Geld, Lebensmittel, Bekleidung und Möbel zu spenden, in Berlin und Umgebung sehr hoch. In Brandenburg wiederum werde generell zu wenig gespendet. Dort müssten sich die Tafeln untereinander helfen, sagte Noack und betonte, seine Organisation habe nicht die Aufgabe, staatliche Leistungen zu ersetzen. „Wir geben Lebensmittel weiter, weil wir sie nicht wegwerfen wollen und helfen mit Gebrauchsgütern. Aber wir sind nicht der Lückenbüßer der Politik.“

Brandenburgs Landesregierung sieht in den Tafeln eine „sinnvolle Ergänzung der staatlichen Leistungen für die soziale Sicherung“, wie es in der Antwort auf eine Anfrage der AfD im Landtag heißt. Allein das Sozialministerium hat den Angaben zufolge den Tafeln seit 2015 mit rund 320 000 Euro aus Lotto-Mitteln geholfen, Kühlfahrzeuge, Kühlzellen und Umbauten von Räumen zu finanzieren. Mit knapp 35.000 Euro habe sich die Staatskanzlei daran beteiligt.