• AfD-Chef Gauland will Trennstrich zwischen Partei und Rechtsextremisten

AfD Brandenburg : „Nazis gehören nicht in diese Partei“

Der AfD-Chef und Potsdamer Alexander Gauland sich beim Parteitag in Brandenburg für einen Trennungsstrich zwischen der Partei und Rechtsextremisten ausgesprochen.

Anna Ringle
AfD-Bundessprecher und Ehrenvorsitzender Alexander Gauland (l.) und Landesvorsitzender Andreas Kalbitz sitzen beim Landesparteitag in Brandenburg.
AfD-Bundessprecher und Ehrenvorsitzender Alexander Gauland (l.) und Landesvorsitzender Andreas Kalbitz sitzen beim Landesparteitag...Foto: Julian Stähle/dpa

Brandenburg/Havel - AfD-Chef Alexander Gauland hat sich für einen klaren Trennungsstrich zwischen der Partei und Rechtsextremisten ausgesprochen. „Nazis gehören nicht in diese Partei“, sagte Gauland am Samstag auf einem Landesparteitag der brandenburgischen AfD in der Stadt Brandenburg an der Havel. Mit Blick auf die diskutierte mögliche Beobachtung durch den Inlandsgeheimdienst fügte er hinzu: „Ich sage das nicht wegen des Verfassungsschutzes. Ich sage das, weil es die Seele der Partei betrifft.“ Er sage es wegen der Menschen, die eine Zukunft in der AfD haben wollten.

"Bezahlte Quislinge mit Naziparolen haben in der AfD nichts zu suchen"

Die Partei steht zunehmend unter Druck, weil die Verfassungsschutzämter der Länder Material sammeln, um voraussichtlich noch in diesem Jahr über eine etwaige Beobachtung der Partei mit geheimdienstlichen Mitteln zu entscheiden. Der Partei wird von Gegnern immer wieder eine große Nähe zu Rechtsextremisten vorgeworfen. So waren AfD-Funktionäre bei Demonstrationen in Chemnitz ebenso wie Rechtsextremisten aufgetreten.
Gauland betonte, dass es mit der Partei eine echte Alternative gebe. „Aber gerade, wenn wir für die Demokratie eintreten, und gerade, wenn wir für eine alternative Politik für die Zukunft unseres Volkes kämpfen, ist es ganz wichtig, dass wir uns von Menschen fernhalten – ja ich sage es mal so direkt – die uns mit irgendeiner nationalsozialistischen Ideologie überziehen wollen.“ Er fügte hinzu: „Bezahlte Quislinge mit Naziparolen haben in der AfD nichts zu suchen. Und treten wir alle dafür ein, dass sie verschwinden.“ Der Begriff Quisling ist gebräuchlich als abwertende Bezeichnung für einen Kollaborateur und geht zurück auf den norwegischen Faschisten und Nazi-Kollaborateur Vidkun Quisling, der nach dem Zweiten Weltkrieg als Landesverräter hingerichtet wurde.

Der AfD-Landesparteitag sah für Samstag die Wahl der Delegierten aus dem Landesverband für die Europawahlversammlung der Bundespartei im November vor. Dort werden dann die Kandidaten für die Europawahl 2019 gewählt. Der brandenburgische AfD-Vorsitzende Andreas Kalbitz betonte, es sei wichtig, in Europa ein starkes Standbein auszubilden. (dpa)

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