Batteriefabrik in Grünheide : Grünes Licht für Tesla aus Brüssel

„It’s great!“: Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach ist begeistert. In der Mark kann nach Angaben des SPD-Politikers die modernste Batteriefabrik Europas entstehen.

Thorsten Metzner
Das Baugelände der Tesla-Autofabrik in Grünheide. 
Das Baugelände der Tesla-Autofabrik in Grünheide. Foto: dpa

Potsdam/Brüssel - Brandenburg kann auf seinem Weg zum Spitzenland für Elektromobilität in Deutschland bleiben: Die von Tesla-Chef Elon Musk angekündigte weltgrößte Batteriezellenfabrik, die der US-Konzern in Grünheide neben der Gigafactory für Pkw errichten will, nimmt die nächste Hürde. Brüssel hat am Dienstag staatliche Hilfen von 2,9 Milliarden Euro verschiedener EU-Staaten für den Aufbau einer europäischen Batterieproduktion genehmigt – und damit eins der wichtigsten Gemeinschaftsprojekte in Europa. 

50 Unternehmen, elf aus Deutschland, sind beteiligt. Europa will damit die Dominanz asiatischer Konzerne in diesem Bereich brechen. Tesla ist mit der in Grünheide geplanten Produktion von umweltfreundlicheren und innovativeren Batteriezellen einer neuen Generation dabei und kann nun auf eine Förderung durch das von Peter Altmaier (CDU) geführte Bundeswirtschaftsministerium setzen. Brandenburgs Regierung begrüßte das grüne Licht aus Brüssel, von dem die geplante Batteriefabrik abhängt.

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Konkreter Antrag von Tesla liegt noch nicht vor

„It’s great!“, sagte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) den PNN. Das sei eine „wichtige Entscheidung“, damit nach dem Autowerk „in Brandenburg nun auch die modernste und umweltfreundlichste Batteriefabrik Europas entstehen kann“. Er freue sich und sei gespannt auf den konkreten Antrag von Tesla. Den gibt es noch nicht, was offenbar auch mit dem EU-Verfahren zusammenhing. 

Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD).
Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD).Foto: dpa

Doch wie die PNN publik machten, hat Tesla Ende 2020 in Grünheide neben der Auto-Gigafactory bereits den Bau einer mehr als 22.000 Quadratmeter großen Halle beantragt, die zunächst als Lager genutzt wird, aber nach PNN-Informationen die Batteriezellenfabrik aufnehmen soll. Dort sind neben den 12.000 Mitarbeitern im Autowerk weitere 1000 Jobs geplant, heißt es in informierten Branchenkreisen. 

Umweltschützer in Sorge

Die Rekrutierung aus Zweigen mit ähnlichen Tätigkeiten wie Chemie, Pharma, Lebensmittel, Tabak, Getränkedosen, Reifen läuft bereits. In Grünheide plant Tesla weltweit erstmals die Massenproduktion neu entwickelter Batteriezellen, die die Reichweite der Elektrofahrzeuge um 16 Prozent erhöhen sollen. Umweltverbände und Bürgerinitiativen befürchten dagegen eine „Chemiefabrik im Wasserschutzgebiet“.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) will mit seiner Kenia-Regierung aus SPD, CDU und Grünen Brandenburg zum europaweit führenden Land klimaverträglicher Industrieproduktion machen. Kürzlich hatte bereits die BASF ein europaweites Pilotprojekt zum Recycling von E-Auto-Batterien in Schwarzheide (Lausitz) angekündigt. „Brandenburg und Batterieprojekte – das hat Zukunft“, sagte Woidke nun. (mit dpa)