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  • 17.09.2009
  • von Von Michael Erbach

Von Michael Erbach: Wohnen an der Bäkewiese

von Von Michael Erbach

Nach dem Projekt Marthashof Urban Village im Berliner Prenzlauer Berg realisieren Ludwig Maximilian Stoffel und Giovanna Stefanel-Stoffel nun das Tilia Living Resort am Griebnitzseeufer – an einem künstlichen See mitten in einem Waldgebiet. Fotos: Andreas Klaer

Am Griebnitzsee entsteht eine hochwertige Wohnanlage – der direkte Zugang zum Ufer bleibt den Anwohnern verwehrt

Babelsberg - An der Stubenrauchstraße direkt an der Potsdamer Stadtgrenze soll bis Ende 2011 ein laut Investoren „besonderes“ Wohnprojekt realisiert werden. Die Stofanel Investment GmbH plant auf einem rund 33 000 Quadratmeter großen Gelände den Bau von 50 Wohnhäusern und Villen. Wie Hauptgesellschafter Ludwig Maximilian Stoffel am Mittwoch bei einem Vor-Ort-Termin mitteilte, würden 40 Millionen Euro in eine Wohnanlage investiert, „die direkt in ein Waldgebiet gebaut wird und in der jeder Käufer in der ersten Reihe wohnen wird“. Erreichen will man das, indem ein Teil der Häuser zum Griebnitzsee hin ausgerichtet wird, andere Grundstücke um einen noch zu schaffenden künstlichen See gruppiert werden sollen beziehungsweise direkt an den Teil des Geländes grenzen, an dem das Naturschutzgebiet Bäkewiese beginnt.

Wie Mitgesellschafterin Giovanna Stefanel-Stoffel sagte, werden fünf verschiedene Gebäudetypen, vom Stadthaus bis zur Villa, angeboten – die Wohnflächen reichen von 125 bis 360 Quadratmeter. Die Preise beginnen bei 390 000 Euro und enden bei Ufervillen für rund 1,2 Millionen Euro. Besonderheit: Für die Bewohner des „Tilia Living Resorts“ wird es keinen direkten Zugang zum Ufer des Griebnitzsees geben. Wer baden möchte oder einen Bootssteg nutzen, könne dies nur außerhalb der Anlage tun, so Stoffel. Besonderheiten bei der Bauweise sind laut Stefanel-Stoffel der Einsatz von viel Holz und beigem Klinker für die Fassaden, die Schaffung lichtdurchfluteter Räume durch extra Lichtschächte, die Beheizung über Geothermie und der Bau von Baumhäusern zum Wohnen.

Den Baugrund auf Berliner Territorium einschließlich 55 000 Quadratmeter Naturschutzgebiet Bäkewiese erwarb Stofanel Investment von der Potsdamer Pro Potsdam-Tochter Polo Beteiligungsgesellschaft mbH. Auf dem Baugelände befand sich zuvor ein Zeltplatz.

Kritik an dem Vorhaben kommt von Anwohnern und dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Während sich Anwohner darüber beschweren, dass die geplante Bauweise untypisch für diese Wohngegend sei und prophezeien, dass es zu einer Verdopplung des Verkehrs in der Stubenrauchstraße kommen werde, kritisiert der BUND, dass die Bebauung „das wertvolle Naturschutzgebiet beeinträchtigen“ werde. Durch geplante Baumfällungen würden seltene Arten wie Specht und Wasserfledermaus oder der große Abendsegler Höhlen und Quartiere verlieren.

Ludwig Maximilian Stoffel  betonte hingegen, dass der Großteil der Bäume im Bebauungsgebiet erhalten und der unter Naturschutz stehende Teil des Areals in den Bäkewiesen auf Dauer unberührt bleiben werde. Letztendlich würden auch durch den Schutz der Uferregion Wohnen in der Natur und der Schutz der Natur gleichermaßen ermöglicht.

Der Vorverkauf der Grundstücke hat begonnen – Ludwig Maximilian Stoffel und Giovanna Stefanel-Stoffel wollen selbst eine der Ufervillen beziehen.

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