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  • 29.05.2009
  • von Jan Brunzlow

Ja, aber ...

von Jan Brunzlow

Stadtverordnete zweifeln an Finanzierung des Projektes Freiland / Grundsatzentscheidung gefällt

Teltower Vorstadt - Keiner weiß wie, aber alle wollen es: Das Jugendprojekt Freiland in der Friedrich-Engels-Straße. Mehr als eine Million Euro soll allein die erste Ausbaustufe für das Objekt kosten. Nicht ganz unproblematisch, denn weder die Investitionssumme noch die jährlichen Kosten für den laufenden Betrieb sind derzeit gedeckt. Und auch der Aufsichtsrat der Energie und Wasser Potsdam GmbH (EWP), der das Grundstück gehört, hat nach PNN-Informationen bislang weder der Nutzung des Grundstücks als Jugendfreizeitfläche noch einer zusätzlichen Anschubfinanzierung von 400 000 Euro zugestimmt. Zudem sehen Stadtverordnete von SPD und CDU das Engagement des städtischen Energieunternehmens in diesem Bereich kritisch.

Zu den Zahlen: Gut eine Million Euro kostet das neue Jugendzentrum in Phase I. Die jährlichen Betriebskosten würden laut der Jugendbeigeordneten Elona Müller bei 140 000 Euro liegen – 50 000 Euro sollen durch „Umsteuern im Haushalt“ bereits gestellt werden, 25 000 Euro als Förderung seien sicher und 60 000 Euro fehlen noch. Zudem würde die Ausbaustufe II mit einem Hostel und einem Café weitere 660 000 Euro kosten – die Finanzierung ist offen.

Zu viel, zu groß, zu teuer, erklärten die Stadtverordneten von SPD, CDU, Bündnisgrünen und FDP/Familienpartei. Einzig die Linken wollten einen Blankoscheck zur Umsetzung des Projektes an die Verwaltung erteilen. Letztendlich haben alle Parteien einen Grundsatzbeschluss für die Realisierung des Projektes gefasst, allerdings mit vielen Fragezeichen versehen. Das Projekt soll nun bis zum Herbst in einem Jugend- und Soziokulturkonzept der Landeshauptstadt dargestellt werden. Erst dann entscheiden die Stadtverordneten endgültig, ob und wie Freiland umgesetzt wird. „Wir können nicht ständig neue Großstandorte schaffen, das geht auf Kosten kleinerer Kulturstandorte“, sagte Nils Naber (Bündnisgrüne). Martina Engel-Fürstberger (FDP) forderte, nicht immer Tröpfchenweise das Geld in der Stadt zu verteilen, es fehle eine Gesamtschau auf die Dinge, um Pleiten wie Waschhaus und Lindenpark zu verhindern. Michael Schröder (CDU) erklärte: „Wer Bedenken äußert, wie wir, weil er das Projekt nicht ausgereift sieht, ist noch lange nicht gegen das Projekt“. Schröder sieht die Finanzierung einer Jugendfreizeitfläche sowie die Bereitstellung eines Grundstückes nicht „als Kernaufgabe der Stadtwerke“ an. „Oder soll hier ein neues Geschäftsfeld eröffnet werden?“ Die Frage von Mike Schubert (SPD), ob die EWP auch noch die Betriebskosten zahlen muss, blieb unbeantwortet.

Bei den Stadtwerken steht das Projekt unter dem Schirm eines sozialen Sponsorings. Die Idee für dieses Grundstück sei von dem Unternehmen gekommen, hieß es gegenüber den PNN. Den Stadtwerken würden zwar viele Dinge seitens der Stadt übergeholfen, diesmal käme der Impuls allerdings aus den Reihen des Unternehmens selbst. Jan Brunzlow

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