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  • 14.03.2018
  • von Marco Zschieck

Symbolischer Grundstein: Baubeginn für Synagoge 2018 ausgeschlossen

von Marco Zschieck

Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Brandenburgs Landesregierung schließt einen Baustart der geplanten Synagoge in Potsdam für das Jahr 2018 aus. Der symbolische Grundstein für den Bau könnte trotzdem gelegt werden.

Potsdam - Mit dem Bau der neuen Synagoge wird in diesem Jahr nicht mehr begonnen. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des Potsdamer CDU-Chefs und Landtagsabgeordneten Steeven Bretz hervor. „Ein Baubeginn in 2018 ist ausgeschlossen“, heißt es darin. Bretz hatte sich in seiner Frage auf Ankündigungen der beiden beteiligten Gemeinden, der Synagogengemeinde und der Jüdischen Gemeinde Stadt Potsdam, bezogen. Sie hatten die Hoffnung geäußert, den Grundstein zum 80. Jahrestag der Reichspogromnacht zu legen. Am 9. November 1938 war die alte Potsdamer Synagoge am heutigen Platz der Einheit von den Nazis geschändet worden.

Auch wenn der Bau in diesem Jahr wohl noch nicht beginnt, wollen die beiden Gemeinden trotzdem an einer symbolischen Grundsteinlegung festhalten. Das bestätigten Vertreter beider Gemeinden den PNN auf Nachfrage. „Der symbolische Akt muss nicht mit dem tatsächlichen Baubeginn zusammenfallen“, sagte Ud Joffe von der Synagogengemeinde.

Hinter den Kulissen laufen derzeit weiter Abstimmungen zwischen den Gemeinden und dem Land. Die beiden Gemeinden sind seit gut zwei Jahren wieder auf Annäherungskurs. Seit März vergangenen Jahres gab es regelmäßige Workshoptreffen in der gemeinsamen Arbeitsgemeinschaft Synagoge, an denen auch der Synagogenarchitekt Jost Haberland teilnahm (PNN berichteten). Nun müssen Planungen konkretisiert und Genehmigungen erteilt werden. „In acht Monaten schaffen wir den Baubeginn nicht“, so Joffe. Über den Stand soll am 21. März bei einem öffentlichen Workshop in der Jüdischen Gemeinde in der Werner-Seelenbinder-Straße informiert werden.

Außerdem wird aus der Antwort der Landesregierung noch klar, dass die vor Jahren vom Land zum Synagogenbau versprochenen fünf Millionen Euro wohl nicht ausreichen: „Die ursprünglich angesetzten Baukosten werden als nicht mehr realistisch eingeschätzt.“ Hintergrund ist der 2011 vom Land verfügte Baustopp. Seither sind die Baukosten für Bauprojekte durch Inflation gestiegen. 

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