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Barberini

  • 10.10.2016
  • von Henri Kramer

Museum Barberini Potsdam: Tage des leeren Museums

von Henri Kramer

So sieht das Museum Barberini von innen aus. Foto: Stefan Müller/promo

Hasso Plattners Museum Barberini wird vorab für einige Tage Ende November geöffnet, mit einem Kulturprogramm und besonderen Führungen. Brautpaare können sich hier Anfang Dezember sogar trauen lassen.

Potsdam - Bereits Ende November können Potsdamer die leeren Räume des fast fertigen Kunstmuseums Barberini besichtigen. Das hat die Museum Barberini gGmbH jetzt mitgeteilt. Demnach sind vom 28. November bis zum 4. Dezember Tage der offenen Tür geplant, jeweils zwischen 12 und 21 Uhr. „Erstmals können die Architektur mit der großen Eingangshalle, das Treppenhaus und die Raumfolgen von innen erlebt werden“, heißt es in der Erklärung. Die Besuchertage würden auch dazu genutzt, alle Funktionalitäten der neuen Museumsräume mit rund 2200 Quadratmetern Ausstellungsfläche zu testen. Der Eintritt ist frei. Über die Internetseite des von Mäzen und Software-Milliardär Hasso Plattner gestifteten Museums könnten ab Mitte November Zeitfenster-Tickets gebucht werden. Zudem seien während der Besuchertage noch Restkarten an der Museumskasse erhältlich.

Die Betreiber des Museums Am Alten Markt kündigten auch ein besonderes Programm für die Besuchertage an, das sich auf die bewegte Nutzungsgeschichte des bei einem Luftangriff im April 1945 zerstörten und jetzt wieder aufgebauten Gebäudes beziehe. Das Programm – Literatur, Tanz und Musik – werde in Zusammenarbeit mit Potsdamer Kulturpartnern durchgeführt und in Kürze veröffentlicht. Als einmalige Gelegenheit erhalten zudem Brautpaare die Möglichkeit, sich am Freitag, dem 2. Dezember, im Museum Barberini standesamtlich trauen zu lassen. Anmeldungen können per E-Mail an hochzeit@museum-barberini.com gerichtet werden.

Das Palais Barberini war im 19. Jahrhundert Ort des öffentlichen Lebens

Das Palais Barberini am Havelufer habe bereits Mitte des 19. Jahrhunderts nicht nur Wohnraum geboten, sondern sei auch Ort des öffentlichen Lebens und Bühne für Kunst und Kultur gewesen. „Es fanden hier Konzerte, Vorträge und später auch Lichtspiele statt“, heißt es in der Erklärung. Auch die Volksbücherei, eine Jugendherberge und das Standesamt waren bis in die Zeit des Zweiten Weltkrieges im Palais untergebracht. Mit den Besuchertagen wolle man in dem leeren Museum den Bau und die Historie dieses für Potsdam so wichtigen Ortes darstellen, heißt es in Ankündigung. Mit Architekturführungen durch das Gebäude und einer Dokumentation könnten Geschichte und Geschichten rund um das Palais Barberini erkundet werden. Erinnerungen an den Vorgängerbau und Wünsche an das neue Museum würden in einer sogenannten Hybrid-Letter-Box gesammelt.

Das am 23. Januar 2017 offiziell eröffnende Museum Barberini zeigt unter der Leitung der Direktorin Ortrud Westheider wechselnde Ausstellungen, die einzelne Themen, Künstler oder Epochen vorstellen. Es soll sich mit renommierten Kunstmuseen in Berlin, aber auch weltweit messen können. Ausgangspunkt für die Präsentationen von Alten Meistern bis ins 21. Jahrhundert ist den Angaben nach die Sammlung Hasso Plattners, in der ein Schwerpunkt auf dem Impressionismus liegt. Weitere Sammlungsbereiche seien die Amerikanische Moderne, Kunst der DDR-Zeit und Malerei nach 1989. Der normale Eintritt soll zwölf Euro kosten, Kinder und Jugendliche müssen nichts zahlen.

Impressionismus-Ausstellung zeigt 90 Gemälde

Die erste Ausstellung trägt den Namen: „Impressionismus. Die Kunst der Landschaft“. Mit Gemälden von Künstlern wie Claude Monet (1840–1926), Auguste Renoir (1841–1919) und Gustave Caillebotte (1848–1894) widmet sich die Ausstellung den malerischen Erfindungen des Impressionismus und dem Naturverständnis der Moderne. Insgesamt werden 90 Gemälde zu sehen sein. Neben Bildern aus der Sammlung Plattners kommen die Gemälde von internationalen Leihgebern, darunter das Denver Art Museum, das Städel Museum in Frankfurt am Main, die Staatliche Eremitage in St. Petersburg, das Israel Museum in Jerusalem, die National Gallery in Washington und das Musée de l’Orangerie in Paris. 

 

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