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  • 01.03.2016
  • von Georg-Stefan Russew

Welcome United: Drohende Abschiebung von Juseinov : "Hassan" darf vorerst bleiben

von Georg-Stefan Russew

Zahirat „Hassan“ Juseinov, Co-Trainer der Flüchtlingsmannschaft "Welcome United 03". Foto: Oliver Mehlis/dpa

Der von der Abschiebung bedrohte Zahirat "Hassan" Juseinov, Co-Trainer der Flüchtlingsmannschaft "Welcome United", darf in Deutschland bleiben, zumindest für die nächsten drei Monate.

Potsdam - Der von Abschiebung bedrohte Fußballtrainer des Vorzeige-Flüchtlingsprojekts "Welcome United" darf vorerst in Deutschland bleiben. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs am Dienstag zwischen der Potsdamer Ausländerbehörde und dem betroffenen Mazedonier Zahirat Juseinov. Dies teilte die Stadtverwaltung Potsdam mit. Demnach hat Juseinov für drei Monate eine Duldung erhalten, nachdem er die Härtefallkommission angerufen hat.

2010 kam Juseinov nach Potsdam

Dem 35-jährigen Mazedonier und seiner Familie droht die Abschiebung. Mazedonien ist von der Bundesregierung als sicheres Herkunftsland eingestuft worden. Im Jahr 2010 war Juseinov mit seiner Freundin und seinen Kindern nach Potsdam geflüchtet. Sie gehören nach eigenen Angaben der Volksgruppe der Roma an. Juseinov ist ehrenamtlicher Co-Trainer der Flüchtlings-Mannschaft von SV Babelsberg 03. 

Am Montag wurde bekannt, dass der 35-Jährige bei seiner Einreise 2010 eine falsche Identität angegeben haben soll und deswegen später verurteilt wurde. Parallel dazu bestätigte die damals zuständige Staatsanwaltschaft in Frankfurt (Oder) einen Strafbefehl wegen Diebstahls von Videospielen aus dem Jahr 2012, hier musste Juseinov eine geringe Geldsumme als Strafe zahlen.

Das vielfach ausgezeichnete Flüchtlingsteam "Welcome United" wurde von Anhängern von SV Babelsberg 03 im Zusammenspiel mit dem Verein Ende 2014 ins Leben gerufen. Es hat als erste Flüchtlingsmannschaft in Deutschland im Sommer 2015 den Liga-Spielbetrieb in der 2. Kreisklasse Havelland aufgenommen. Auch Erfolgsfilmproduzent Til Schweiger unterstützt die Arbeit von "Welcome United". (dpa/mit Henri Kramer)

 


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