Vor dem Landgericht verhandelt : Streit um Kleinmachnows Kino

Die Geschäftsführung der Neuen Kammerspiele sind zufrieden mit der Verhandlung, die aus ihrer Sicht gut für sie verlief. Kino in Kleinmachnow bereiten sich auf Wiedereröffnung vor. 

Zwangspause wegen Corona.
Zwangspause wegen Corona.Foto: Manfred Thomas

Potsdam/Kleinmachnow - Für die Geschäftsführung der Neuen Kammerspiele in Kleinmachnow ist Dienstag, 26. Mai, ein guter Tag: Die Verhandlung über die Kündigungsklage vor dem Potsdamer Landgericht soll nach Aussagen der Kammerspielchefin Carolin Huder gut verlaufen sein. Ursprünglich sollte der Streit am 17. März bereits verhandelt werden - der Termin wurde aufgrund der Coronakrise auf Dienstagmittag vertagt.

"Die Richterin hat durchblicken lassen, dass aus Ihrer Sicht nichts an der Kündigung dran ist", so Carolin Huder nach der Verhandlung gegenüber den PNN. Ein Urteil sei am Dienstag noch nicht verkündet worden, werde jetzt aber vorbereitet, sagte Huder.  

Die zuständige Richterin am Landgericht sowie Kinoeigentümer Bornemann, dessen Familie das Kleinmachnower Kino 1938 gegründet und auch das Thalia in Babelsberg zeitweise betrieben hat, waren auf Anfrage am Dienstag nicht zu erreichen.  

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Wie berichtet hatte der Kinoeigentümer Karl-Heinz Bornemann der Kleinmachnower Kulturgenossenschaft Neue Kammerspiele eG als Pächter bereits Ende vergangenen Jahres außerordentlich gekündigt. Der Grund: Türen sollen offenbar nicht richtig verschlossen worden sein, so der Vorwurf. Regulär würde der Pachtvertrag erst in zwölf Jahren auslaufen. Die Kulturgenossenschaft wollte die außerordentliche Kündigung nicht annehmen und zog damit vor Gericht. 

Vor dem Lockdown: 70. Berlinale Goes Kiez im Februar.
Vor dem Lockdown: 70. Berlinale Goes Kiez im Februar.Foto: Manfred Thomas

Der Streit zwischen Bornemann und der Geschäftsführung der Kammerspiele schwelt seit Jahren, die Gräben sind mittlerweile so sehr vertieft, dass es bisher nicht wie geplant zum Ausbau eines zweiten, kleineren Kinosaals kommen konnte. Seit 2015 hat der

Kinoeigentümer Hausverbot, und hat dagegen bereits mehrmals verstoßen.

Zeit des Lockdowns für Kinos ist vorbei

"Uns vorzuwerfen, dass wir uns nicht um das Haus kümmern würden, ist bizarr, wir investieren viel in das Kino", so Carolin Huder. Tatsächlich haben Huder und Kinochefin Valeska Hanel für ihr Programm bereits mehrere Auszeichnungen bekommen. Aus der Kleinmachnower Kommunalpolitik heißt es, dass die Kammerspiele mittlerweile ein wichtiger Standortfaktor seien. 

Ein weiteres positives Signal für die Kammerspielchefinnen ist am Dienstagnachmittag vom Land gekommen: Die Kenia-Regierung von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat bei ihrem Lockerungskurs der Coronabeschränkungen jetzt auch die Kinos bedacht. Sie dürfen ab dem 6. Juni mit eingeschränkter Besucherzahl wieder öffnen. Wann genau die Kammerspiele öffnen und was sie bieten werden, das stand am Dienstag zunächst noch nicht fest. Während das Team der Kammerspiele bereits ein fertiges Hygienekonzept erarbeitet hat, arbeite man derzeit noch am Programm. Mit Blick auf den beginnenden Sommer und die Zwangspause seit März sagte Kinochefin Hanel: "Wir müssen überlegen, was wir zeigen wollen, was sinnvoll ist für die Wiedereröffnung." 


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