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  • 12.05.2014

Wohnen für neun Euro pro Quadratmeter Investor sichert sozial verträgliche Mieten zu

Am Stern - Die 250 Wohnungen, die der Potsdamer Bauträger und Stadtverordnete Wolfhard Kirsch (Bürgerbündnis) auf dem Areal zwischen Stein-, Großbeeren- und Kohlhasenbrücker Straße errichten will, sollen zu sozial verträglichen Preisen vermietet werden. Pro Quadratmeter werde nicht mehr als 9 Euro verlangt, versprach Kirsch am Sonntag beim Rathausreport der Linken. Er sei bereit, sich schriftlich dazu zu verpflichten, sagte Kirsch den PNN. „Das wird wasserdicht vereinbart“, so Kirsch. Die Zusage soll auch die künftigen Erstkäufer binden, denn Kirsch beabsichtigt bekanntlich, die Siedlung anschließend zu vermarkten.

Das Vorhaben war in der Stadtpolitik äußerst umstritten. Für Zündstoff sorgte, dass für die Wohnhäuser auf der 3,5 Hektar großen Fläche hinter der Jet-Tankstelle wohl zahlreiche Bäume gefällt werden müssen. Das rief Gegner auf den Plan: Die SPD sammelte nach eigenen Angaben mehr als 400 Unterschriften für den Erhalt des Waldstücks.

Erst am Mittwoch hatte das Stadtparlament nach monatelanger Diskussion der Aufstellung eines Bebauungsplans zugestimmt – denkbar knapp mit 24 gegen 22 Stimmen. Die Mehrheit wurde überwiegend von einer seltenen Kooperation aus Linken, CDU, FDP und Bürgerbündnis getragen, während SPD, Grüne und die Fraktion Die Andere teilweise vehement gegen dasWohnungsbauprojekt argumentiert hatten. Auf Antrag der Linken war der Beschluss zuvor geändert worden: Die Eingriffe in die vorhandene Waldfläche sollen minimiert werden. Außerdem hatte die Linke gefordert, eine Mietobergrenze in den Beschluss aufzunehmen. Das scheiterte jedoch an rechtlichen Bedenken des Baubeigeordneten Matthias Klipp (Grüne). Nun könne man dieses Ziel in einer anderen rechtssicheren Form verwirklichen, sagte Linke-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg am Sonntag.

Das Grundstück ist laut dem neuen Flächennutzungsplan der Stadt kein Bauland, sondern Wald. Diese Festlegung müsste parallel mit dem Bebauungsplan geändert werden. Ein Umstand, der dem Investor einen satten Gewinn ermögliche, ohne dass die Allgemeinheit etwas davon habe, so der Stadtverordnete Pete Heuer (SPD) in der Stadtverordnetenversammlung. mar

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