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  • 14.04.2014
  • von Henri Kramer

Der Ball rollt erst in einem Jahr

von Henri Kramer

Grundstückstausch: Wo jetzt Hunde laufen, wird ab 2015 Fußball gespielt. F.: A. Klaer

Der seit Jahren geforderte Fußballplatz „Nowawiese“ am Babelsberger Park ist vor 2015 nicht bespielbar

Babelsberg - Der seit Jahren geforderte und ebenso umstrittene Fußballplatz „Nowawiese" am Rande des Babelsberger Parks soll erst in einem Jahr fertig sein. Das sagte Stadtsprecher Stefan Schulz den PNN auf Anfrage. Grund seien umfangreiche Genehmigungsverfahren und die Tatsache, dass 20 Prozent der künftigen Rasenfläche noch bis 2015 für Ablagerungen von der Großbaustelle auf der Humboldtbrücke genutzt würden.

Zudem müssten noch Ausschreibungen für den Bau des 360 000 Euro teuren Projekts vorgenommen werden, so Schulz. In Abhängigkeit vom Genehmigungsverfahren sei mit einem Baubeginn zwischen August und November zu rechnen, die reine Bauzeit betrage je nach Wetterlage sieben bis elf Wochen. Danach bedürfe der traditionell hergestellte Fußballplatz einer ungestörten Pflege- und Liegezeit von bis zu vier Monaten. Daher werde er wohl spätestens im März 2015 bespielbar sein.

Für den Jugendfußballverein SV Concordia Nowawes ist dieser Zeitplan ein Problem, wie Vereinschef Alexander Kallenbach sagte: „Wir kommen mit den Platzkapazitäten ab Sommer nicht mehr aus.“ Kinder, die in den Verein drängten, könnten vermutlich nicht mehr aufgenommen werden, so Kallenbach: „Deswegen hätten wir uns einen schnelleren Start gewünscht.“

Stadtsprecher Schulz begründete den Zeitplan auch mit noch laufenden Verhandlungen. Denn zwar sei für den Sportplatz Ende des vergangenen Jahres die Baugenehmigung erteilt worden – allerdings stehe noch eine letzte Abstimmung mit der Schlösserstiftung aus, so Schulz. Die Stiftung hatte sich lange gegen den Platz gesperrt, weil sie durch die Sportanlage den Welterbestatus des Babelsberger Parks bedroht sah. Die Stiftung wurde wegen ihres Neins heftig kritisiert, auch weil der Bedarf an Sportplätzen in Potsdam auch mit dem neuen Areal längst nicht gedeckt wäre.

Letztlich hatte Landeskultusministerin Sabine Kunst (parteilos) im vergangenen Juli den Streit zugunsten des Sportplatzes entschieden – allerdings unter Auflagen, etwa dass Zaun, Ballfangnetze und Beleuchtung „optisch unauffällig zu gestalten“ sind, wie es vom Ministerium hieß. Ebenso soll der Fußballplatz nun dort gebaut werden, wo sich jetzt eine Hundeauslauffläche befindet. Die soll auf die einst für den Sportplatz vorgesehene Nuthewiese nebenan versetzt werden.

Unklar ist, ob die Stiftung im Zuge des Kompromisses die Fläche mit dem besetzten Haus „La Datscha“ von der Stadt zugeschlagen bekommt, wie es die Stadt im Zuge der jahrelangen Verhandlungen angeboten hatte. Schulz sagte dazu, noch seien Fragen im Zusammenhang mit der Grundstücks-Neuordnung in dem Bereich offen oder in Verhandlung, daher sei derzeit keine Antwort möglich. Die Stiftung äußerste sich zu der Frage nicht.

Schulz sagte, der Fußballplatz werde durch Ballfangnetze und Zäune umgrenzt sein. Neben Fluchttüren würden Bewässerungsanlagen über Tiefbrunnen geschaffen. Die Beleuchtungsanlage werde an den Ballfangzaun montiert. Neben bereits vorhandenen Parkplätzen sollen 22 Stellplätze für Fahrräder geschaffen werden.

Zudem stellte Schulz klar: „Die Anlage wird dem Vereinsfußball und einzelnen Schulen vorbehalten bleiben, eine öffentliche Nutzung findet nicht statt.“ Weitere bauliche Anlagen sind laut Ministerium unzulässig. Der Umkleide- und Sanitärbereich für den Platz befindet sich im 500 Meter entfernten Strandbad Babelsberg – das sind fünf Gehminuten.

Vereinschef Kallenbach freut sich auf den Moment, wenn die Pläne Wirklichkeit sind. Allerdings sagt er auch: „Wenn man bedenkt, wie viele Jahre das alles gedauert hat, mag man sich nicht ausmalen, bis wann der Bedarf an noch fehlenden Sportplätzen in der Stadt gedeckt sein wird.“ Experten gehen wie mehrfach berichtet von einem Dutzend Sportplätzen aus, die für den Sport in Potsdam noch benötigt würden.

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