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Ermittlungen: Missbrauchs- und Gewaltverdacht gegen Potsdamer Sportschüler

von Henri Kramer

Das Wohnheim der Sportschule am Potsdamer Luftschiffhafen. Foto: Andreas Klaer

Schüler sollen Mitschüler gequält und einen mit einem Besenstiel penetriert haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Der Internatsleitung wird Tatenlosigkeit vorgeworfen.

Potsdam - Bestürzung an Potsdamer Sportschule „Friedrich Ludwig Jahn“: Gegen zwei Elftklässler der Eliteschule des Sports ermittelt die Potsdamer Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der sexuellen Nötigung. Sie sollen sich Ende September im Wohnheim des Sportparks Luftschiffhafen an zwei Jungen der achten Klasse vergangen haben. Entsprechende Ermittlungen bestätigte Sigrid Komor, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Potsdam am Dienstag gegenüber den PNN. Es gebe zwei Strafanzeigen von Eltern der mutmaßlichen Opfer sowie von der Luftschiffhafen GmbH, einer Tochter der kommunalen Pro Potsdam, die das Internat seit diesem Sommer betreibt. Nähere Angaben zu den laufenden Ermittlungen machte Staatsanwältin Komor unter Verweis auf das Alter der minderjährigen Beschuldigten nicht.

 Einer der beiden Jungen soll angegeben haben, am Abend des 27. Septembers seien die Täter in sein Zimmer gekommen, hätten ihn festgehalten und mit einem Besenstiel penetriert. Die Schüler hätten den Vorfall im Internat einer Erzieherin gemeldet, hieß es weiter - doch zunächst sei zu Beginn der Herbstferien nichts passiert. Erst auf Druck eines Mitarbeiters soll das Geschehen von der Internatsleitung fast zwei Wochen später weiter gemeldet worden sein - dann auch an Andreas Klemund, Chef der Luftschiffhafen GmbH. Der erteilte Hausverbote gegen die mutmaßlichen Täter und stellte eine der zwei Strafanzeigen, wegen denen nun seit Freitag vergangener Woche ermittelt wird. Die Internatsleitung war am Dienstag zum Vorwurf, die habe den Vorfall zunächst gedeckelt nicht zu sprechen.

„Friedrich Ludwig Jahn“-Schulleiter Klaus Rüdiger Ziemer zeigte sich entsetzt. Die der Tat verdächtigten Schüler seien zunächst für drei Tage suspendiert. Am Mittwoch solle eine Konferenz mit Lehrern, Schüler- und Elternvertretern der elften Klasse das weitere Vorgehen beraten. Unter anderem gehe es um die Frage, ob die Schüler für weitere zwei Wochen nicht die Schule besuchen dürfen oder ob ein Antrag auf deren Entlassung gestellt werde. Klar sei, dass es einen Akt der Gewaltanwendung gegeben habe - das Ausmaß sei aber noch unklar. Es stehe „Aussage gegen Aussage“, so Ziemer.

Parallel muss sich Ziemer mit einem weiteren, jetzt ebenso öffentlich gewordenen Verdacht auf gewalttätiges Mobbing an seiner Schule beschäftigen. Mutmaßliches Opfer soll ein Siebtklässer sein, Täter wieder mehrere Elftklässler. Über einen längeren Zeitraum hinweg sollen sie den Jungen verprügelt und erniedrigt haben, etwa durch Einsperren in einen Schrank. Ziemer sagte, die Schule werde über Maßnahmen nachdenken, um solche Vorfälle künftig zu verhindern. Zusammen mit Schülervertretern will er kurzfristig einen Briefkasten einrichten, bei dem sich Schüler mit ähnlichen Erfahrungen auch anonym melden können.

Die Schule ist vom Deutschen Olympischen Sportbund als Eliteschule des Sports und vom Deutschen Fußball-Bund als Eliteschule des Fußballs ausgezeichnet. 600 Kinder sind dort angemeldet. Im kommenden Jahr begeht die Schule ihren 60. Geburtstag. Au der Internetseite heißt es: „Eltern in ganz unterschiedlichen Regionen Deutschlands sagen: Den Potsdamern vertrauen wir unser Kind gern an, denn wir wissen, dass es dort gut aufgehoben ist, dass es dort anständig erzogen wird, wir wissen, dass es dort seinen Traum vom großen sportlichen Erfolg erfüllen kann, dass es dort eine gediegene schulische Ausbildung erhält.“


Einen ausführlichen Bericht zum Thema lesen Sie in der Mittwoch-Ausgabe der Potsdamer Neuesten Nachrichten.


23 Kommentare

  • von Dauphin20.10.2011 21:12
    Ich als Ex-Sportschüler kann nur immer wiederholen: Es war nicht der erste Vorfall dieser Art!! Wenn sich alle gemeldet hätten, die so etwas durchmachen mussten, wären schon VIEL FRÜHER Köpfe gerollt.

    Das Wort Internatskoller beschreibt das ganze sehr gut.

    Die Leistungskader haben einen Freifahrtschein, das gilt für das Verhalten im Internat/Schule/Traningsstätten, ebenso wie für das Abitur. Die Leistungskader kommen durch, komme was wolle.

    Es herrschen keine normalen Zustände an der Sportschule Potsdam. Das ASK System funktioniert immer noch und das 20 Jahre nach der Deutschen Einheit.

    Respekt darf man sich als älterer vor den jüngeren verschaffen, ja jedoch werden auf dem Internat regelmäßig Grenzen überschritten, weil eine gewisse Prägung der Kinder einfach abhanden geht. Es ist ein Egoschuppen, der mit der Vermittlung sozialer Kompetenz nichts zu tun hat.

    Ein weiterer Schwachpunkt ist, dass in den meisten Sportvereinen auf dem Gelände KEIN Vereinsleben mehr statt findet. Vereine sollen Menschen zusammen führen. Leistungsport - JA! Immer und immer wieder aber nicht um jeden Preis. Vor allem nicht um den Preis, dass verrohte Egomanen aus der Sportschule kommen, was leider oft genug der Fall ist.

    Ich bin ebenfalls dafür, dass aus diesem Skandal personelle Konsequenzen gezogen werden. Herr Clemund sollte sich überlegen, ob er wirklich der richtige auf seinem Posten ist oder doch nur der Kofferträger des allmächtigen Mü-Zi. Auch die Position des Schulleiters Ziemer ist nicht mehr indiskutabel. Ob er vorher schon von solchen Gewaltakten wusste... in Kreisen der ehemaligen wird das mit einem verächtlichen lächeln beantwortet. Jeder kann sich seinen Teil denken.

    Konsequenzen muss dieser Skandal definitiv haben, personelle wie systemrelevante!
  • von O. Koch20.10.2011 00:38
    Ist der Geschäftsführer, Herr Andreas Klemund (SPD), wirklich der "Herr in seinem Haus"!?
    War er das überhaupt jemals?
    So allwissend und als ein "Alleskönner", wie er sich immer gerne selbst darstellt und auch sieht, scheint er ja nun wirklich nicht zu sein, wenn er nicht mal seinen "eigenen Laden" im Griff hat.
    Informiert, von den seit über zwei Wochen alten Vorfällen in seinem Objekt, wurde er ja wenigstens von den Medien. Oder hatte er schon länger Kenntnis davon?
    Das diese schlimmen Ereignisse nicht die Einzigen sind und waren, ist ja wohl ein offenes Geheimnis in der Stadt!
    Herr Klemund, es ist an der Zeit, für Ihre Unzulänglichkeiten endlich mal auch die Verantwortung zu übernehmen!
    Bitte tun Sie sich, und vor allem vielen Potsdamern, einen längst fälligen Gefallen und treten Sie von ihrem Posten zurück!
    Ihre diversen "Gönner", Jochen Wolf (http://de.wikipedia.org/wiki/Jochen_Wolf ), Rainer Speer und Holger Rupprecht (alle SPD), haben alle irgendwann endlich ihren Hut genommen, nur Sie selbst fehlen noch...
  • von Papa von ehem. Schülerin19.10.2011 18:32
    Also ich kann nur sagen, dass ich immer bei den Wettkämpfen meines Kindes anwesend war und regelmässigen Austausch mit Lehrern und Schülern hatte. Mein Kind war Internatskind! Kein Mitschüler hatte sich je beschwert und oder sich dermaßen gemobbt, bzw. missbraucht gefühlt. Die Lehrer und die Erzieher(innen) standen immer kompetent mit Rat und Tat zur Seite. Bei Schülern und Eltern.

    Durch die Tat weniger Idioten, die hoffentlich ihrer gerechten Strafe entgegensehen dürfen, wird hier ein Gesamtbild zerstört. All die Jahre und Schülergenerationen werden nun in einen Topf geworfen. Nicht auszudenken, was die Hetzsender RTL, SAT1 und Co. daraus machen werden. Die Bild-Zeitung wird willige Trittbrettfahrer finden, die bereit sind ALLES auszusagen, solange es nur reißerisch genug ist.

    Es ist so etwas unvorstellbar Schlimmes passiert, dass gehandelt werden muss! Aber die RICHTIGEN Köpfe müssen rollen. Keine Hexenjagd nur aus blindem Aktionismus bitte!

    Leider werden die jugendlichen Täter nicht nach Erwachsenenrecht bestraft. Wer hier die Verantwortung trägt, soll die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.

    Aber es hat nicht jeder Schuld, nur weil er auf diese Schule geht, oder dort arbeitet.

    Beste Grüße.

  • von ex- sportlerin19.10.2011 18:00
    also ich war ebenfalls auf der schule und ich wohnte ebenfalls im internat, und ich kann sagen das es mit die beste erfahrung war und ich nix schlechtes sagen kann.
    es gab bei uns nie echte fälle von mobbing oder ähnlichem! genauso denken wir nicht dass wir etwas besseres sind, das wurde uns von trainern wie lehrern immer wieder gesagt. wir sind lediglich etwas sportlicher als andere, sind dennoch genauso menschen wie jeder "nicht-sportler"
    wir erhalten eine angemessene schul- und sportausbildung, uns wird disziplin gelehrt und ich denke es hat sich doch der großteil der schüler sehr gut entwickelt hat.
    ich wäre in diesem jahrgang und bin sehr erschüttert über diesen vorfall, kann mir auch nicht erklären wie jemand auf die idee kommen kann etwas solch schreckliches zu tun. ich finde jene sollten auch gerecht bestraft werden, aber ich finde es genause unfair die gesamte schule aufgrund eines vorfalls in den dreck zu ziehen. bevor man über die sportschule urteilt sollte man sich erst mal ein genaues bild von machen!
    auch wenn mich dieser vorfall zutiefst erschüttert bin ich immer noch stolz darauf schülerin dort gewesen zu sein.
  • von Radikal19.10.2011 13:34
    @Dauphin

    Ich stimme Ihnen zu, hier muss sich etwas ändern.
    Wie heißt es im Sport so schön: "Wenn es mit der Mannschaft nicht funtioniert, dann tausche ich den Trainer aus!"

    Hier sollte die Führung der Sportschule endlich ausgetauscht werden, allen voran der Schulleiter, der jetzt so furchtbar entsetzt tut, aber solcherart Verhalten seit Jahren offensichtlich nicht gesehen hat oder nicht sehen wollte. Beides disqualifiziert ihn völlig.

    Nicht nur Schüler, die derart krasses Fehlverhalten zeigen, gehören der Schule verwiesen, aber auch Trainer, Lehrer oder Betreuer, die wegsehen oder mitmachen, tolerieren oder anstiften oder selber mobben, gehören nicht an diese, ja nicht mal an eine Schule.

    Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken! Räumt endlich auf!
  • von Dauphin19.10.2011 13:13
    Vorweg: Es war eine schöne Zeit an der Sportschule, an der ich 2008 Abitur machen durfte. Es war eine großartige Zeit als Stadtschüler nicht auf dem Internat wohnen zu müssen und trotzdem Teil des Systems Sportschule gewesen sein zu dürfen.

    Leider ist all dies was hier beschrieben wird nichts neues. Jeder meiner Freunde, die ich noch aus Sportschulzeiten kenne sagt dies - Es herrschen raue Sitten auf dem Internat.

    Es ist nicht normal, wie die Internatsleitung hier vorgegangen ist. Vor allem jedoch ist das Verhalten der Trainer in Frage zu stellen, die auf dem Gelände des Luftschiffhafens arbeiten. Der persönliche Erfolg ist den Trainern wichtiger, als die positive Entwicklung des Kindes. Einige kommen damit klar, andere nicht. Diese werden jedoch fallen gelassen. Man sieht den Sportler als Objekt, nicht als ein sich entwickelndes Subjekt, welches Bedürfnisse hat. Der immer gepriesene Anspruch des "Mündigen Sportlers" wird hier ad absurdum geführt.

    Das Internat bedarf endlich Angestellter, die auf die speziellen Bedürfnisse der Sportler eingehen, mit einfachen Pädagogen ist es dort leider nicht getan.

    Warum sind solche Art Fälle nicht schon früher ans Tageslicht gekommen? Weil das System es nicht erlaubt, dass sich ein Part vom Schüler abwendet. Sollte ein Schüler mobben oder ähnliches, wird er nicht vom Internat verwiesen, weil die Trainer es nicht wollen. Somit bleibt er auch auf der Schule und die ganze Schote geht weiter.

    Eine inkompetente Internatsleitung, sadistische Trainer und eine Schulleitung die die Augen verschließt sind die Gründe, dass es "schon immer so war und immer so sein wird" (Zitat Sportschüler).

    Es muss sich anscheinend noch viel ändern auf dem Luftschiffhafen - für die Sportler - endlich mal eine Herausforderung für Clemund und Ziemer.
  • von Elitekritiker19.10.2011 13:09
    Elite bedeutet "Auswahl der Besten"

    Elite trennt, sie grenzt aus.

    Elite schafft somit soziale Unfrieden.

    Elitedenken stützt eine Klassengesellschaft: Vermögenselite, Politische Elite, Bildungselite, Armutselite, nationale Elite, genetische Elite, sportliche Elite, ideologische Elite usw.

    Elitedenken trennt Menschen in solche, die "dazugehören" und solche, die "nicht dazugehören".

    Wer sich von etablierten Eliten von der Teilnahme am sozialen Leben ausgeschlossen fühlt, läuft Gefahr zu resignieren, durchzudrehen oder gründet eigene Eliten, die in Konkurrenz zu etablierten Eliten stehen.

    Gefährlich können dann zum Beispiel ideologische Eliten werden, religiöse, nationale oder andere auf strengen sozialen Zusammenhalt beruhende ("Wir gegen den Rest").
  • von Spaziergänger19.10.2011 12:41
    @hab ich nicht

    Na wenn in der Presse die Unwahrheit steht, wieso dann überhaupt diese Aufregung?
    Und wieso keine Suspendierung der stellvertretenden Heimleiterin?
    Oder werden da nur Bauernopfer gesucht, um von den tatsächlichen Ursachen anzulenken und Konsequenz vorzutäuschen?
  • von Spaziergänger19.10.2011 12:37
    @Elitekritiker

    Zu Ihrem ersten Beitrag gebe ich meine Zustimmung, der besondere Leistungsdruck erfordert auch besondere Betreuung und besonders ausgewähltes Personal.

    Der letzte Kommentar ist dagegen nicht hilfreich, da er Elite nur verkürzt darstellt. Vielleicht mal bei Wikipedia nachlesen, da wird das wertfrei erläutert. Insbesondere den Passus zu, gruppenpsychologischen Phänomen.

    Schon aus diesen Gründen muss das Personal ebenfalls einer Elite angehören, moralisch und ethisch vorbildlich und eine Schulleitung, die dies auch überwacht und ggf. eingreift. Und da scheint es wohl erhebliche Defizite zu geben.
  • von hab ich nicht19.10.2011 12:23
    @Spaziergänger - man sollte nicht immer alles glauben, was in der Presse steht. Da werden immer wieder falsche Sachen geschrieben. Nicht die Stellvertreterin der Schulleitung, sondern die des Internates wurde benachrichtigt. Das macht letztendlich keinen Unterschied, aber ein Unwissender sollte sich in allem was er schreibt zurück halten.
  • von Elitekritiker19.10.2011 12:18
    Zitate aus einer unheilvollen Geschichte:

    "Flink wie die Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl."

    "Wo gehobelt wird, da fallen Späne"


    Soweit ist es sicher nicht mehr. Aber man sollte im Hinterkopf behalten, was die Ursachen und möglichen Folgen von Elitedenken sind.
  • von Mutti19.10.2011 11:43
    Ich bin schockiert üer solche Taten, ich als Mutter eines Sportschülers frage mich nun, sind unsere Kinder sicher, wenn ihnen nicht mal bei Meldung ein Betreuer zur Seite steht. So etwas darf nicht passieren !!!

    Die Täter gehören der Schule verwiesen und strafrechtlich belangt zu werden. Diese Jungs haben das Recht auf eine schulische und sportliche Ausbildung an der Eliteschule verwirkt !! 3 Tage Suspendierung das ist lächerlich ! Auch Betreuer und Trainer, die nichts unternommen haben, gehören für mich nicht mehr an diesen Ort. Unsere Kinder verdienen es, sich sicher zufühlen und beschützt zu werden.
  • von Spaziergänger19.10.2011 11:31
    Gehen Sie doch mal an der Havel spazieren, wenn im Umfeld der Sportschule trainiert wird. Wie Trainer/Innen teilweise mit den pubertierenden Jugendlichen umspringen, das hat nichts mit Härte von Leistungssportlern zu tun, das ist einfach ungezogen und erniedrigend. Was hat die Schule getan, um den jungen Talenten Werte, denen sie sich selbst verschreibt, zu vermitteln? Wie wurde denn mit Fehlverhalten bisher umgegangen? Was haben die Schüler erfahren müssen und daraus gelernt? Wo fängt Gruppendisziplinierung an (zu unserer Zeit gabs den Begriff der Klassenkeile), wo hört sie auf, was passierte bei Fehlverhalten von Lehrern oder Trainern? Wurde da reagiert oder wurde unter den Teppich gekehrt und lernten die Schüler daraus das Falsche? Wurde vlt. die Disziplinierung durch Sportler untereinander heimlich gestützt, um stark zu machen? Wie wurden Konflikte zwischen Sportlern aufgearbeitet, wurde vlt. einseitig bestraft? Wieso wird ausschließlich der Handball in den Dreck gezogen, das ist., wie man aus den Kommentaren lesen kann, doch nur die Spitze des Eisbergs, sollte man nicht erst einmal genauer prüfen. Man sollte den "entsetzen Schulleiter" fragen, wie er bei Fehlverhalten bisher reagiert hat, wie sein Personal Wertevermittlung umsetzte und welche Vorbilder sie den Schülerinnen und Schüler waren, denn keiner kann erzählen, dass bisher alles Friede, Freude, Eierkuchen war. Und wenn 90% der Zeit an der Schule verbracht wird sind Lehrer, Trainer und Schulleitung nun mal die Identifikationsfiguren, von denen gelernt wird. Als meine Kinder zur Schule gingen hieß es noch "Elternhaus und Schule", hier sind die Kinder weitestgehend auf Ersatzeltern angewiesen und die Hauptverantwortung für das Zusammenspiel obliegt der Schulleitung. (Was ist übrigens mit der stellv. Schulleiterin, die laut MAZ gleich am nächsten Tag von der Erzieherin informiert wurde, warum wurde die nicht suspendiert?)

    Schlimm ist vor allem die Ausschlachtung in den Medien, das lässt erheblich an Sensibilität vermissen und man fragt sich, warum und wer damit an die Presse ging. Der/Diejenige ist für die Betreuung von Kindern jedenfalls nicht geeignet. Es geht nicht um verschweigen sondern um sensible Erforschung der Umstände, so werden Opfer zum zweiten Mal Opfer.
  • von nunja19.10.2011 10:55
    ich sag mal so...ich war sowohl auf der schule als auch im internat.und ja es ist nicht das gelbe vom ei was da abgeht aber auch nochlange nicht das ende der fahnenstange.sowas war zu meiner zeit alltag.bzw wir haben noch ganz andere dinger gedreht.wir sind damit aber auch anders umgegangen.wer sich nicht gegen seine mitschüler durchsetzen kann, ist dort fehl am platz.so hart es klingen mag.aber das ist nunmal leistungssport.entweder du hast die mentalität dich durchzusetzen oda du bist da falsch.jeder hobbypsychologe kann jetz gern seine erziehungsmethoden auspacken.meine meinung ist das die meisten das gar nicht beurteilen können weil sie DIESES internatsleben gar nicht selbst erlebt haben.
  • von Ehemalige19.10.2011 10:41
    Aus eigenen Erfahrungen kann ich sagen, dass dieser Vorfall nicht der erste ist.
    Stolz erzählten die pubertierenden Sportler davon, wie sie einen Jungen kopfüber aus dem Internat hängen lassen haben. Man muss dazu sagen, dass es der 11. Stock war... Als um die Anekdote weiter auszuschmücken, wurdwe dann noch mit stolz geschwellter Brust erzähllt, dass der aus dem Fenstern Hängende auch noch vor lauter Angst in die Hosen gepullert hat.

    Das ist nur eine von vielen Geschichten.

    Fazit: die Augen wurden vielzu lange vor den tatsächlichen Umständen verschlossen.
  • von auki19.10.2011 09:35
    Aus persönlichen Erfahrungen kann ich da nur sagen, es war längst überfällig, dass Informationen an die Öffentlichkeit kommen. Die Sportler sind einem hohen Druck ausgesetzt sowohl in der Schule als auch im Sport. Der Anteil der sogenannten "Nichtsportler" wird in den Klassen 9 und 10 immer größer, so dass sich die Frage stellt, wer ist hier noch richtig. Da müssen sich Leistungssportler blöde Sprüche gefallen lassen, wenn sie abgehetzt vom Training einige Minuten zu spät zum Unterricht kommmen. Rücksicht wird so gut wie gar nicht genommmen. Im Gegenteil, sogar einige Lehrer haben dort die Meinung, aob Leistungssportler oder nicht, mir egal! Immer wieder höre ich in letzter Zeit davon, dass auch Drogen dort ein Thema ist. Übers "kiffen" redet ja schon keiner mehr, inzwischen wird aber auch Koks verkonsumiert. Also Augen auf und mehr Fürsorge !!!
  • von PX19.10.2011 08:55
    Machen Sie sich ein Bild von der Schule, indem Sie sie besuchen, bevor Sie hier - wie die Presse - vorschnelle Schlüsse ziehen. Das betrifft Ehemalige ebenso wie solche, die einfach nur mitreden wollen. Wir haben es hier mit einem gesamtgesellschaftlichen Problem zu tun, das weder in der Sportschule allein verortet, noch eine Erfindung der Moderne ist.
  • von Ehemalige19.10.2011 08:26
    Ich war auch mal Schülerin an dieser Schule und kann bestätigen, dass gerade an sogenannten Eliteschulen oder Sportschulen der Leistungsdruck etwas höher ist und vielleicht auch deswegen mehr Mobbing untereinander herrscht. Gerade ehemalige Leistungssportler waren immer vorn dabei, andere nicht so sportliche vorzuführen oder verbal zu erniedrigen.
    Vielleicht würde der Schule etwas Schulsozialarbeit gut tun, denn ein Kontroll- oder Schutzmechanismus gab es dort sehr lange nicht. Und wie es aktuell aussieht, scheint es den bis heute nicht zu geben!?
  • von SPORTSCHÜLER19.10.2011 08:06
    Ich besuche selber die Schule und das Internat und kann sagen, das es für mich wie ein zweites Zuhause ist. Ich fühle mich hier wohl.
    Klar finde ich die Tatsache schlimm. Und sowas kann man auch nicht einfach im Raum stehen lassen. Aber wir sind 400 Internatsschüler und kommen aus unterschiedlichen Sportarten bzw. Region und sind alle zwischen 12-18 Jahre alt.
    Und glauben sie mir Herr Ziemer ist ein toller Schulleiter. Und ich kann nur sagen wir gehören zu den besten Sportler Deutschlands. Wir vertreten unsere Schule, unseren Verein und unser Land bei Wettkämpfen. Wir sind Eliteschüler. Und die Medien ziehen das alles im Moment in den Schmutz. Es gibt eine richtige Geschichte und die wird in diesem ganzen Bericht nur schwach beleuchtet oder richtig dargestellt.
    Die Tatsache ist doch eigentlich das es Mobbing an deutschen Schulen gibt, das gerade die Sportschule Opfer dieses Skandals wird ist reiner Zufall. An anderen Schule ist die Gewaltbereitschaft viel größer.
    Wir leben Tag ein, Tag aus mit einer Würde die wir uns selber auferlegt haben und die wir stolz sind zu bewältigen, wir wollen immer Bestleistung erzielen.
  • von pseudonym18.10.2011 23:15
    schwierig, dass zu beurteilen.

    Wenn das so gewesen ist, dann runter von der Schule und Sozialarbeit leisten.

  • von joja18.10.2011 23:12
    was heißt hier übertrieben, soll man das tolerieren? Möchte mal sehen wie es dir geht, wenn nachts welche in dein Zimmer kommen und mit einem Besenstiel loslegen. die sache hochspielen ist falsch,aber bagatellisieren, ist noch viel schlimmer. der ruf der schule ist stark beschädigt, egal ob der vorwurf stimmt oder nicht. spaß ist das berichtete jedenfalls nicht!! erschütternd!!
  • von Normaler BOB18.10.2011 21:06
    voll übertrieben, des war garnet so schlimm
    und sowas passiert öfter das ist nur spaß und sie habn ihm den besn nimmer komplett reingesteck nur zwischen die backen ...und vonwegen künftig verhindern werden uns nu die schränke weg genommen oder was
  • von Elitekritiker18.10.2011 18:13
    Wer dem Druck des Eliteseins, dem Elitären, ausgesetzt ist, läuft leicht Gefahr, dass ihm die Sicherungen durchbrennen.

    Vielleicht sollte noch mehr auf die seelischen Bedürfnisse der Menschen, die in solch einer Erziehungs-Anstalt untergebracht sind, eingegangen werden.

    Vielleicht sind dort auch einige nicht am rechten Ort.

    Ein Eingehen auf die individuellen Bedürfnisse eines Schülers stünde allerdings in Kontrast zum Konkurrenzdenken, zu dem sich eine Institution, die Leistung und Erfolge bringen muss und im Wettbewerb mit anderen Institutionen derselben Branche steht.

Aktuellste Kommentare

  • von Dauphin20.10.2011 21:12
    Ich als Ex-Sportschüler kann nur immer wiederholen: Es war nicht der erste Vorfall dieser Art!! Wenn sich alle gemeldet hätten, die so etwas durchmachen...
  • von O. Koch20.10.2011 00:38
    Ist der Geschäftsführer, Herr Andreas Klemund (SPD), wirklich der "Herr in seinem Haus"!? War er das überhaupt jemals? So allwissend und als ein "Alleskönner",...
  • von Papa von ehem. Schülerin19.10.2011 18:32
    Also ich kann nur sagen, dass ich immer bei den Wettkämpfen meines Kindes anwesend war und regelmässigen Austausch mit Lehrern und Schülern hatte. Mein...

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