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  • 20.03.2014

Streit um den Wiederaufbau: Bürgerbegehren gegen Potsdamer Garnisonkirche gestartet

Ausgang offen? Jetzt sollen die Potsdamer Bürger über den Wiederaufbau der Garnisonkirche abstimmen - naja, zumindest über den Austritt der Stadt aus der Stiftung. Foto dpa

13 500 Unterschriften sind nötig, damit sich die Stadtverordneten mit der Frage befassen müssen, ob sie aus der Garnisonkirchenstiftung austreten soll. Die sieht die Aktion ihrer Gegner gelassen.

Potsdam - Gegner des Wiederaufbaus der 1968 in der DDR als Kriegsruine abgerissenen Potsdamer Garnisonkirche haben am Donnerstag ein Bürgerbegehren gegen das Projekt gestartet. Damit soll die Stadt aufgefordert werden, auf eine Auflösung der kirchlichen Garnisonkirchen-Stiftung hinzuwirken, der auch die Stadt angehört. Ziel ist dabei neben der Verhinderung des Wiederaufbaus, dass das Grundstück am historischen Standort in der Innenstadt an die Stadt zurückgegeben wird.

Vom 21. März bis zum 1. Mai sollen nun zunächst täglich zwischen 10 und 18 Uhr an einem festen Standort in der Innenstadt Unterschriften gegen die Garnisonkirche gesammelt werden. Die Stiftung will den Turm der 1945 bei einem Bombenangriff auf den Hauptbahnhof zerstörten Barockkirche bis 2017 für rund 40 Millionen Euro wiedererrichten. Die Finanzierung ist noch offen.

Im vergangenen Jahr hatte die Bundesregierung rund zwölf Millionen Euro Bundesmittel für das Projekt in Aussicht gestellt. Die Mittel stehen nach Aussage des Kulturstaatsministeriums weiter bereit, können gemäß Haushalts- und Zuwendungsrecht aber erst dann zur Verfügung gestellt werden, wenn die Gesamtfinanzierung der Baumaßnahme gesichert ist. Diese Gesamtfinanzierung liegt jedoch bislang nicht vor.

Wenn bei dem Bürgerbegehren in Potsdam innerhalb eines Jahres rund 13.500 gültige Unterschriften gesammelt werden, muss sich die Stadtverordnetenversammlung mit dem Thema befassen. Lehnt sie die Vorgaben ab, kann ein Bürgerentscheid folgen, dessen Ergebnis verbindlich wäre. Die Garnisonkirchen-Stiftung sieht der Unterschriftensammlung nach eigenen Angaben gelassen entgegen und wirbt weiter für das Bauprojekt.

Über den Wiederaufbau der Garnisonkirche wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Das Projekt ist unter anderem umstritten, weil die evangelische Kirche 1933 von den Nazis zur Inszenierung der Reichstagseröffnung genutzt wurde. Die Befürworter argumentieren unter anderem mit der städtebaulichen Bedeutung der Kirche. (epd)

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