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  • 23.01.2013
  • von Grit Weirauch

Zur Hochschulreife per Videokonferenz

von Grit Weirauch

Jetzt auch im Netz: Berufstätige können ab Februar in der Heinrich-von-Kleist-Schule ihr Abitur auch online ablegen – bislang einmalig in Berlin und Brandenburg. Foto: dapd

Kleist-Schule bietet neben klassischem Abendgymnasium ab Februar „Abitur-Online“ für Berufstätige an

Innenstadt - Abi trotz Job: Interessierte können ab Februar auf der Heinrich-von-Kleist-Schule von einem neuen Schulmodell des Landes profitieren. Erstmalig in Berlin und Brandenburg bietet eine öffentliche Schule neben dem Abendgymnasium und dem Tageskolleg das Abitur auch online an. Bei lediglich zwei Präsenztagen pro Woche und einer sonst selbstorganisierten Lernzeit richtet sich das Angebot vor allem an Berufstätige mit unregelmäßigen Arbeitszeiten, berufstätige Mütter und Väter. Auch soll Menschen aus dem Umland von Potsdam ermöglicht werden, Arbeit und Weiterbildung besser miteinander zu verbinden. „Wir haben gemerkt, dass wir mit dem klassischen Abendgymnasium eine bestimmte Gruppe von Interessierten nicht mehr ansprechen können“, sagte Angela Hoffmann, Schulleiterin der Kleist-Schule, am Dienstag bei der Vorstellung des neuen Modells. „Wenn man die Präsenz aber auf zwei Tage reduziert, ist es für viele möglich, Abi zu machen.“

Für die Schulen des Zweiten Bildungswegs gibt es bundesweit kaum Vergleichbares. Lediglich in Nordrhein-Westfalen wurde bereits vor zehn Jahren das Abitur Online eingeführt, an mehreren Weiterbildungskollegs des Landes erfolgt der Unterricht seitdem virtuell. Die Kleist-Schule arbeite in enger Kooperation mit einer Bochumer Schule, so Hoffmann. Unterstützung kam auch vom Staatlichen Schulamt: „Das Land Brandenburg hat in kürzester Zeit die Rechtsgrundlage novelliert.“ Bereits ab Februar könne deswegen begonnen werden. Künftig startet jeweils im August ein neuer Lehrgang.

An zwei Tagen in der Woche findet der Unterricht mit speziell fortgebildeten Lehrern an der Kleist-Schule statt. „Alle weiteren Aufgaben können je nach eigenem Zeitbudget mit Hilfe der Online-Lernplattform erledigt werden“, sagte Christopher Brandt, Projektkoordinator des Online-Abiturs und Lehrer an der Kleist-Schule. Besondere Computerkenntnisse seien nicht erforderlich.

In der Regel sollen die einzelnen Fächer zur Hälfte online und in der Schule unterrichtet werden. In Mathematik etwa sei jedoch eine hohere Präsenzzeit nötig, so Brandt, in Geschichte hingegen könne Quellenarbeit vorrangig online stattfinden. Neuen Stoff vermitteln die Lehrer per Videokonferenz, allein oder in Gruppen arbeiten die Studierenden anschließend über die Lernplattform Moodle sowie über Videochats und Mails.

Der Vorteil gegenüber reinen Fernstudienangeboten liegt für Schulleiterin Hoffmann auf der Hand: Zum einen ist das Angebot der staatlichen Schule kostenlos und die Studierenden müssten nicht mehrere Tausend Euro investieren, um zum Abitur zu gelangen. Zum anderen sei das Abitur Online eben kein reines Selbststudium, das als Vorbereitung auf die sogenannte Nichtschülerprüfung dient. Stattdessen würden alle Leistungen während der dreijährigen Weiterbildung in das abschließende Zeugnis einfließen. Für Hoffmann bietet der jetzt startende Kurs einen entscheidenden Vorteil mit sich. Wer jetzt beginne, werde im Winter fertig sein und könne ein Studium zum Sommersemester beginnen – „unabhängig vom großen Schwung der Absolventen“. Grit Weirauch

Infos zum Abitur Online unter Tel.: (0331) 289  67 30 und am Samstag, dem 26. Januar, sowie am Samstag, dem 2. Februar, jeweils von 10 bis 12 Uhr in der Kleist- Schule in der Friedrich-Ebert-Straße 17.

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