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  • 07.06.2012
  • von Peer Straube

Grünes Licht für Badneubau am Brauhausberg

von Peer Straube

Stadtverordnete folgten Bürgervotum / Wettbewerb auch zur Zukunft von „Minsk“ und Schwimmhalle

Innenstadt - Der Weg für den Neubau eines Sport- und Freizeitbads am Fuße des Brauhausbergs ist politisch frei: Mit breiter Mehrheit hoben die Stadtverordneten am Mittwochabend den zwei Jahre alten Beschluss auf, wonach das Bad im Bornstedter Feld gebaut werden sollte und beauftragten stattdessen die Stadtwerke mit den Planungen für ein Schwimmbad in der Stadtmitte zu beginnen. Das Plenum folgte damit dem Votum der Potsdamer. Wie berichtet hatten sich bei einer vom Rathaus durchgeführten Bürgerbefragung zwei Drittel der knapp 70 000 Teilnehmer für ein Bad am Brauhausberg ausgesprochen, nur ein Drittel wollte ein Schwimmbad neben der Biosphäre.

Offen ist allerdings, wie der Rest des Brauhausbergs entwickelt werden soll. Wie berichtet wollen die Stadtverwaltung und Teile der Rathauskooperation aus SPD, CDU/ANW, FDP und Bündnisgrünen eine Wohnbebauung, um mit dem erwarteten Grundstückserlös von sechs Millionen Euro einen Teil der Baukosten für das Bad abzufedern. Die Linken hingegen sehen den Berg als Erholungsort und wollen möglichst sowohl die alte DDR-Schwimmhalle als auch das leer stehende ehemalige Terrassenrestaurant „Minsk“ erhalten. Außerdem sollen nach den Vorstellungen der Linken die zu DDR-Zeiten gebauten Treppen und Wasserspiele wiedererrichtet werden.

Allerdings rangen sich die Rathauskooperation und die Linken am Mittwoch zu einem Kompromiss durch. Demnach soll für den Brauhausberg wie ohnehin vorgesehen ein städtebaulicher Wettbewerb durchgeführt werden. Über die Zielsetzungen dieses Wettbewerbs soll aber der Hauptausschuss im September entscheiden. Sollten die Pläne für eine Wohnbebauung abgelehnt werden und die sechs Millionen Euro nicht zu erzielen sein, sollen Rathaus oder Stadtwerke alternative Finanzierungsquellen prüfen.

Die Kosten für das Projekt wurden vom Kommunalparlament gedeckelt: Der Badneubau, so heißt es im Beschlusstext, darf nicht teurer sein als 23 Millionen Euro. Die ursprüngliche Rathausvorlage hatte mit dem weicheren Wort „soll“ die Tür für einen Kostenanstieg offengelassen. Auch in der gedeckelten Summe sind aber die Kosten für ein Parkhaus für bis zu 300 Autos nicht enthalten. Bauexperten bezweifeln ohnehin, dass eine anspruchsvolle Architektur nebst der aufwendigen Technikeinbauten für 23 Millionen Euro zu bekommen sind. Den jährlichen Betriebskostenzuschuss, den die Stadt an die Stadtwerke zahlen muss, begrenzten die Stadtverordneten auf 2,59 Millionen Euro, verlangen aber eine „detaillierte“ Aufschlüsselung, warum der Zuschuss in dieser Höhe notwendig ist.

Die alte DDR- Schwimmhalle soll so lange in Betrieb bleiben, bis das neue Bad eröffnet werden kann. Die Stadtverwaltung hatte als frühestes Datum dafür das Jahr 2016 genannt, Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) hatte allerdings nicht ausgeschlossen, dass das Bad erst 2017 fertig wird.

Schließlich soll – auch dies eine Forderung der Linken – ein Beirat gebildet werden, der den Badneubau begleitet. Das Gremium soll sich aus Vertretern der Stadtfraktionen, des Stadtsportbundes, Architekturexperten und interessierten Einwohnern, etwa der Bürgerinitiative Pro Brauhausberg, zusammensetzen.

Die Ausstattung des Sport- und Freizeitbades steht hingegen bereits fest: Geplant sind zehn 50-Meter-Bahnen mit einem integrierten Sprungbereich sowie ein Lehrbecken mit 125 Quadratmetern Wasserfläche haben. Im Freizeitbereich kommen weitere 330 Quadratmeter Wasserfläche „als Freiformbecken“, ein Kinderplanschbecken mit 50 Quadratmetern Wasserfläche sowie zwei Großrutschen und ein Außenbereich dazu. Im Sauna- und Wellnessbereich soll es sieben „Schwitzangebote innen und außen“, ein 100 Quadratmeter großes Ausschwimmbecken, Whirlpool und Solebecken, sechs Massageplätze und einen Außenbereich geben. Zudem sind ein Fitnessbereich und Gastronomie vorgesehen.

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