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  • 22.01.2007
  • von Erhart Hohenstein

Muschelgrotte bald wieder voller Leben

von Erhart Hohenstein

Die Muschelgrotte im Neuen Garten soll bald wieder von Licht durchflutet und voller Leben sein. Dieses Ziel setzte gestern Nachmittag Vorstandsmitglied Volker Freiherr von Wangenheim auf dem Neujahrsempfang des Fördervereins, der sich die Wiederherstellung des Parkbauwerks auf die Fahne geschrieben hat.

Nach Sicherungsarbeiten Mitte der 90er Jahre war 2006 die Fassade saniert worden. Handwerker der Roland Schulze Baudenkmalpflege GmbH hatten die Mauern repariert und Tausende von Natursteinen in verschiedenen Farben eingesetzt. Dazu gehören heller, teils gestreifter Gipsstein, braun-rotes Tuffgestein, Schmolz genannte Rückstände vom Ziegelbrennen, vor allem aber dunkler Raseneisenstein.

In diesem Jahr geht es, wie Hans-Christian Klenner, Chefrestaurator der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, ankündigte, um die Erneuerung der zugemauerten Fenster und die Einbringung eines zunächst provisorischen Fußbodens. Dann könnte die Grotte für Veranstaltungen, so Konzerte und Lesungen, aber auch Familienfeiern, genutzt werden. Fest eingeplant ist sie bereits als Veranstaltungsort der neuen Reihe „Jazz in the garden“.

Die Stiftung wird ein 1:1-Modell für die fünf Fenstertüren und fünf Fenster anfertigen. Der Verein hofft auf Sponsoren, die die jeweils mehrere 1000 Euro teure Anfertigung finanzieren.

Die Erneuerung der zum Teil geborgenen und deponierten Auskleidung der Grotte mit Kristallen, Bleiglanz, Quarz, Kupferschlacken, Schwefelkies, Marienglas, Tuffsteinen, mit Muscheln und bunten Glasstücken ist vorerst nicht vorgesehen, erklärte Klenner. Allenfalls könnte man damit im westlichen Kabinett einen Anfang machen.

Die Grotte war 1791 bis 1794 nach Entwürfen von Oberhofbaurat Friedrich Ludwig Carl Krüger errichtet worden. Sie besteht aus zwei 30 Quadratmeter großen Kabinetten und einem 50 Quadratmeter Fläche einnehmenden Mittelsaal mit einem Deckengemälde. Abgeschieden von der Außenwelt, war sie ein Ort der Ruhe und Geborgenheit und diente wahrscheinlich auch spiritistischen Sitzungen König Friedrich Wilhelms II. Im Jahr 1961 wurde sie ins DDR-Grenzgebiet einbezogen und verfiel immer mehr.

Erhart Hohenstein

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