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  • 29.10.2009

Ins „Archiv“ fließt Geld

Stadt will 200 000 Euro für Brandschutz ausgeben

Teltower Vorstadt - Die Stadt will 200 000 Euro für die Brandschutz-Sanierung des Jugendkulturzentrums „Archiv“ in der Leipziger Straße ausgeben. Das sagte gestern der Leiter des Oberbürgermeister-Büros, Wolfgang Hadlich, im Hauptausschuss. Das Geld müsse von den Stadtverordneten im Dezember freigegeben werden, so Hadlich. Dies könnte problematisch werden, da die 200 000 Euro aus dem Etat des Fachbereichs Kultur und Museum stammen und bisher in den Planungen für das Jugendprojekt „freiland“ in der Friedrich-Engels-Straße auftauchen. Festgelegt ist bisher aber nur, dass die Summe für Soziokultur ausgegeben werden soll.

Wenn das Geld an das „Archiv“ fließt, könnten dort bis Ende 2009 Erdgeschoss und Keller mit Veranstaltungs- und Bandprobenräumen wieder sicher genutzt werden. Bekanntlich müsste das „Archiv“ zum Jahresende schließen, wenn nicht für den Brandschutz gesorgt werden kann. Über die weitere Zukunft des alternativen Kulturzentrums will die Stadt mit dem Trägerverein Archiv e.V. und Vertretern der Jugendkultur am 24. November und 9. Dezember in ersten Workshop-Runden diskutieren. Diese gestern erstmals genannten Termine sorgten bei der Fraktion Die Linke für Kopfschütteln – immerhin vergeht bis dahin fast noch ein Monat.

In dieser Zeit will das Oberbürgermeister-Büro weiter mit dem Archiv e.V. verhandeln. So werde abgewogen, ob ein Erbbaurechtvertrag mit dem Verein für das stadteigene Gebäude infrage kommt, sagte Hadlich. Das Erbbaurecht sei riskant, da der Nutzer sicherstellen müsse, Bankdarlehen auch bedienen zu können – ansonsten werde die Bank zwangsversteigern. „Die Stadt muss sorgsam mit ihren Immobilien umgehen.“ Um die Brandschutzauflagen im kompletten Gebäude zu erfüllen, müssten laut Hadlich noch weitere 200 000 Euro ausgegeben werden; für die Sanierung des Hauses werden zwei bis 2,5 Millionen Euro veranschlagt.

Während das Vorgehen der Stadt von Familienpartei und Grünen gelobt wurde, kritisierte Linke-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg das Agieren als „Flickschusterei“. SCH

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