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  • 02.08.2018
  • von René Garzke

Hauptbahnhof Potsdam: Polizisten drohten mit Schusswaffen-Einsatz

von René Garzke

Foto/Archiv: Andreas Klaer

In der Nacht zu Donnerstag haben Polizisten einem 15-jährigen Jugendlichen aus Syrien mit dem Einsatz ihrer Schusswaffen gedroht. Zuvor bedrohte der Jugendliche die Beamten mit einem Messer.

Am Potsdamer Hauptbahnhof mussten Polizisten in der Nacht zum gestrigen Donnerstag mit dem Einsatz ihrer Schusswaffen drohen. Die Beamten sahen sich nach Angaben der Bundespolizei dazu gezwungen, weil sie gegen 1 Uhr von einem 15-jährigen Syrer mit einer Messerklinge bedroht worden waren. Zuvor war es auf dem Bahnhofsvorplatz zu einer Rangelei gekommen. Der Jugendliche und ein 20-jähriger Syrer hatten Reisende angepöbelt, die Polizisten fesselten den Älteren der beiden und nahmen ihn in Gewahrsam. Dabei hatte der 15-Jährige den Beamten ein Funkgerät weggenommen und zerstört. Die Polizisten reagierten darauf mit Pfefferspray.

Der Gewalttäter war anschließend mit zwei Pflastersteinen in den Händen zum Vorplatz des Hauptbahnhofs zurückgekehrt, bewarf die Beamten mit einer Flasche und zückte die Messerklinge. Nachdem die Polizisten daraufhin mit der Waffe drohten, ließ sich der 15-Jährige widerstandslos festnehmen. Aus einem internen Polizeivermerk, der den PNN vorliegt, geht hervor, dass der 15-Jährige Täter der Polizei bereits bekannt ist – unter anderem war er wegen gefährlicher Körperverletzung und Drogendelikten auffällig geworden. Einer der eingesetzten Polizisten erlitt eine Prellung am Unterarm, als er den Flaschenwurf in Richtung seines Kopfes abwehrte. Weil sich auch andere Anwesende mit dem Gewalttäter solidarisiert hatten, forderten die Beamten laut dem Polizeivermerk auch Unterstützung der Landes- sowie Bundespolizei an.

Brisant ist die Tat auch, weil es erst kürzlich unweit des Hauptbahnhofs zu einer Massenschlägerei gekommen war. Wie berichtet hatten sich am Samstagabend bis zu 40 Personen auf der Freundschaftsinsel geprügelt. Zeugen berichteten von Tätern „südeuropäischen und schwarzafrikanischen Aussehens“, die aus unbekanntem Grund in Streit geraten waren. Nur ein Tatverdächtiger konnte dingfest gemacht werden, die anderen flohen. Die Stadt hatte anschließend angekündigt, die Öffnungszeiten der Freundschaftsinsel auf den Prüfstand stellen zu wollen.


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