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  • 07.03.2018
  • von Henri Kramer

Kritik an fehlendem Qualitätssiegel: Neue Anbieter für Schulessen gesucht

von Henri Kramer

Foto: Roland Weihrauch/dpa

An vier Grund- und zwei weiterführenden Schulen in Potsdam werden derzeit neue Anbieter für das Schulessen gesucht. Dafür würden Ausschreibungen gestartet, bestätigte Rathaussprecher Jan Brunzlow am Dienstag auf PNN-Anfrage.

Potsdam - Demnach würden an den Grundschulen im Bornstedter Feld und im Kirchsteigfeld sowie „Ludwig Renn“ in Eiche und „Max Dortu“ in der Innenstadt die Versorgungsverträge zum Schulessen zum 31. Juli auslaufen, ebenso am Einstein-Gymnasium und an der Schilfhof-Gesamtschule.

Derzeit werden die Potsdamer Schulen von insgesamt acht Anbietern beliefert. Marktführer ist demnach die Firma Blauart Catering mit Sitz in der Neuendorfer Straße, diese beliefert zehn Schulen. Neun Verträge besitzt die weltweit aktive Sodexo-Gruppe, acht Häuser befinden sich in Verantwortung der Berliner Luna Restaurant GmbH.

Kein Schul-Caterer in der Mark ist zertifiziert

Zum Thema kritisierte der CDU-Landtagsabgeordnete Steeven Bretz am Dienstag, dass bisher kein einziger Schul-Caterer in der Mark nach dem 2015 gestarteten Qualitätssicherungssystem für das Mittagsangebot in den Schulen Brandenburgs (Qbra) zertifiziert sei. Das hatte die Landesregierung in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der CDU eingeräumt. Bretz dazu: „Der Qbra-Ansatz höhere Qualität ohne Mehrkosten und nur mit einem einfachen Handbuch zu erreichen, konnte nicht funktionieren.“

Bretz hatte die Anfrage wegen negativer Berichte zur Akzeptanz des Schulessens gestellt. Zugleich beklagte der Politiker, dass nur noch 19 von 59 Schulen in Potsdam am sogenannten EU-Schulmilchprogramm teilnehmen würden. Das Hauptproblem sei die Bereitstellung von Personal, etwa zur Leergutbeseitigung, so die Landesregierung. Dagegen sei das eigene Obstprogramm für Schulen in der Mark relativ einfach handhabbar, hieß es vom Land weiter. Bretz kritisierte, dass für die Schulen nicht einfach das EU-Schulobstprogramm übernommen worden sei, das bis zu 75 Prozent gefördert werde: „Hier verzichtet man ohne Not auf vorhandene Geldmittel.“

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Hintergrund: Essenspreise

Auf PNN-Anfrage hat die Stadtverwaltung die Preise für das Schulessen in Potsdam aufgeschlüsselt. An den Grundschulen in Trägerschaft der Stadt kostet das Mittagessen demnach zwischen 2,70 und 3,75 Euro pro Portion. Im Durchschnitt kostet eine Mahlzeit 3,20 EUR. An den kommunalen Gesamtschulen liegen die Kosten für ein Essen zwischen 3,35 und 3,70 Euro, der Durchschnitt beträgt 3,54 Euro.

Teurer ist es an den Gymnasien mit Preisen von 3,50 bis 4 Euro. Im Durchschnitt kostet eine Mahlzeit 3,74 EUR.

An den Oberschulen werden hingegen 3,25 bis 3,70 pro Portion verlangt – und im Schnitt 3,36 Euro. Im Preis sind laut Bildungsdezernat jeweils Rohkost, Gemüse oder Salat sowie eine Nachspeise, ein zuckerfreies Getränk und ein Essensnachschlag enthalten.

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