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  • 14.02.2018
  • von Marco Zschieck

Hort-Träger trennt sich von Mitarbeitern: Erzieher klebten Kind den Mund zu

von Marco Zschieck

Zwei Erzieher an einem Hort der Grundschule in Bornim sind nach grenzüberschreitendem Verhalten gegenüber Kindern aus dem Dienst genommen worden. Foto: Patrick Pleul (dpa)

Zwei Erzieher an einem Hort der Grundschule in Bornim sind nach grenzüberschreitendem Verhalten gegenüber Kindern aus dem Dienst genommen worden.

Bornim - Entsprechende PNN-Informationen bestätigte Ralph Kotsch, Sprecher des auch für die Hortaufsicht zuständigen Bildungsministeriums am Dienstag auf PNN-Anfrage. Demnach sollen eine Erzieherin und ein Praktikant bereits am 23. Januar als Vertretung für eine ausgefallene Unterrichtsstunde eine zweite Klasse betreut haben – und dabei einem Kind den Mund mit Klebeband zugeklebt haben.

Nach Aussage der Betreuungskräfte sei das zwar in spielerischer Absicht geschehen, keinesfalls hätten sie maßregeln wollen, sagte der Sprecher. Doch wegen des fragwürdigen erzieherischen Verhaltens seien die beiden Betreuungskräfte von ihrer Aufgabe entbunden worden. Das Ministerium habe eine offizielle Stellungnahme bis nächste Woche angefordert. Nach Lage der Dinge habe der Hortbetreiber „angemessen“ reagiert, sagte Kotsch.

Elternbeschwerde sofort dem Ministerium und dem Jugendamt gemeldet

Träger ist der Internationale Bund in Potsdam. Betriebsleiter Maik Boldau sagte am Dienstag auf Anfrage, am 24. Januar habe man eine Elternbeschwerde zu dem Vorfall entgegengenommen – und dies sofort dem Ministerium und dem Jugendamt gemeldet. Kinder hätten die Vorwürfe zu dem Verhalten der Erzieher erhoben – diese wiederum hätten den Vorfall anders geschildert. Es sei daher schwierig, das Geschehen im Nachhinein nachzuvollziehen. Gleichwohl komme man dem eigenen Schutzauftrag für Kinder nach, betonte Boldau.

Die Erzieherin und der Praktikant seien nach sofortiger Freistellung nun nicht mehr in Einrichtungen des Trägers beschäftigt. Das Verhalten sei „bedauerlich und indiskutabel“, sagte der Betriebsleiter. Die Eltern der betroffenen Klasse seien eine Woche später bei einem Elternabend informiert worden. Dazu gab es einen Elternbrief. Als eine Konsequenz werde zeitnah ein Workshop für Kinder angeboten, um deren Selbstwertgefühl zu stärken. Auch werde die Schulung der Mitarbeiter zum Thema Kinderschutz intensiviert, hieß es in dem Schreiben an die Eltern. Einbezogen sei auch der Verein Sozial-Therapeutisches Institut Berlin-Brandenburg, der über langjährige Erfahrungen im Bereich des präventiven Kinderschutzes verfügt.

Ein Einzelfall ist das Verhalten nicht: Auch anderswo in Deutschland gab es in den vergangenen Jahren schon Schlagzeilen, dass offenbar überforderte Erzieher Kindern den Mund zuklebten, etwa 2014 in Eberswalde oder 2009 in einer Kita in Cottbus. Auch damals waren die Erzieher jeweils sofort suspendiert worden.

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