22.05.2018, 22°C
Themenschwerpunkt:

Wohnen in Potsdam

  • 26.01.2018
  • von Valerie Barsig

86 Millionen für Wohnungen : Pro Potsdam plant Rekordinvestitionen fürs Wohnen

von Valerie Barsig

Foto: Pro Potsdam

Die kommunale Bauholding Pro Potsdam hat ihren Jahresplan vorgestellt. 86 Millionen Euro sollen in Potsdams Wohnungen fließen.

Mit einer Summe von 86 Millionen Euro will die kommunale Bauholding Pro Potsdam in diesem Jahr Wohnungen in der Stadt bauen und sanieren. Das teilten die Pro-Potsdam-Chefs Horst Müller-Zinsius, Bert Nicke und Jörn-Michael Westphal am Donnerstag mit. Es handle sich um eine "Rekordinvestition", so Müller-Zinsius. Im vergangenen Jahr hatte die Pro Potsdam 69 Millionen Euro in den Wohnungsbau investiert. Die PNN geben einen Überblick über die Pläne 2018.

Neubau, Sanierung und mehr Fläche

Von den 86 Millionen sollen dieses Jahr 45 Millionen in Neubauten fließen - darunter in die Potsdamer Mitte, das neue Viertel Krampnitz und in die Schaffung sozialer Infrastruktur im Bornstedter Feld. Von 542 Wohnungen, die sich im Bau befinden, sollen dieses Jahr 365 fertiggestellt werden. Im vergangenen Jahr hatte die Bauholding 34 Millionen Euro in Neubauten investiert.

Für Modernisierung und Instandhaltung sollen dieses Jahr 36 Millionen Euro ausgegeben werden, 2017 waren es 28 Millionen. Bis 2033 soll der gesamte Bestand der kommunalen Bauholding energetisch durchsaniert sein. 18 Sanierungsprojekte gebe es laut Jörn-Michael Westphal derzeit, Schwerpunkte seien das Quartier 8 in Drewitz und die sogenannte "Rolle" an der Konrad-Wolf-Allee 13-63. Insgesamt sollen Ende diesen Jahres 72 Prozent der 17 201 Pro-Potsdam-Wohnungen saniert sein. Das Ziel sei, bis 2027 sowohl den Wohnungsbestand auf 19 165 auszubauen, als auch 91 Prozent der Wohnungen saniert zu haben. Fünf Millionen will die Pro Potsdam dieses Jahr für neue Flächen ausgeben, eine Million weniger als 2017.

Die Mietentwicklung

Nach der Sanierung der Wohnungen zahlen Mieter der Pro Potsdam mit einem Wohnberechtigungsschein (WBS) 5,50 Euro pro Quadratmeter für ihre Wohnungen. Mit einem WBS+40 sind es sieben Euro pro Quadratmeter. Bestandsmieter ohne einen WBS müssen 7,50 Euro Quadratmeterpreis bezahlen. Insgesamt lag die Nettokaltmiete 2017 im Schnitt bei 6,13 Euro. Damit entwickle sich die Miete moderat, so Jörn-Michael Westphal. 2016 lag die Durchschnittsmiete bei sechs Euro.

Was wird gebaut, was wird fertig?

In diesem Jahr fällt gleich für mehrere Bauprojekte der Startschuss: Das sogenannte Heidehaus, das als Begegnungsstätte allen Babelsbergern offen stehen soll, soll für eine halbe Million Euro saniert werden. Das wird nach der Fertigstellung von 82 Wohnungen in dem Gebiet in diesem Jahr geschehen. In der Gaußstraße 51-58 werden 82 Wohnungen, am Nils-Bohr-Ring 1-18g 90, an der Stadtheide 38 Wohnungen saniert. Fertiggestellt werden dieses Jahr 40 Wohnungen an der Bruno-H.-Bürgel-, Behring- und Semmelweißstraße, 23 an der Pestalozzistraße 4-10. Größere Projekte werden mit 120 Wohnungen an der Haeckelstraße und 167 neuen Wohnungen an der in der Konrad-Wolf-Allee 13-63 abgeschlossen.

Die Potenziale

Laut Bert Nicke müsse man sich wegen der Bevölkerungsentwicklung über weitere Standorte für den Wohnungsbau in Potsdam Gedanken machen. "Großes Potenzial liegt in Krampnitz", so Nicke. 3000 bis 3800 neue Wohnungen könnten dort entstehen. Gleichzeitig kämen laut Nicke aber auch bereits bestehende Wohngebiete für Nachverdichtungen in Frage. Als Beispiele nannte er das Moosfenn, den Tiroler Damm und die Wohngebiete Stern, Drewitz und Schlaatz. Laut Zahlen der Stadt, so Jörn-Michael Westphal, gebe es derzeit das Potenzial für weitere 16 000 Wohnungen. Horst Müller-Zinsius wies daraufhin, dass es auch große Potenzialflächen gebe, "wenn man die Linie des Flächennutzungsplans begradigt". Das betreffe dann Flächen, die im Moment noch für Landwirtschaft vorgesehen seien.

Das Bornstedter Feld

381 Wohnungen befinden sich im Bornstedter Feld im Bau: Es sei der Löwenanteil der Investitionen in diesem Jahr sagte Bert Nicke. 302 weitere sollen insgesamt in den nächsten Jahren etwa oberhalb der Da Vinci Schule entstehen. Geplant ist beispielsweise das Areal der Roten Kaserne West zu bebauen. Das geht zu Lasten des Volksparkes: Dort müssen unter anderem Grillplätze, der Kinderzirkus Montelino, das Grüne Klassenzimmer und der Betriebshof des Volksparks innerhalb des Areals umziehen, für einen Beachvolleyballplatz gibt es noch keine Lösung (PNN berichteten). Einen Verzicht auf die Verkleinerung, wie zuletzt die CDU wieder angeregt hatte, schließt die Pro Potsdam vor allem aus finanziellen Gründen aus.

Das Projekt Krampnitz

Krampnitz soll ab 2019 zu einem neuen Stadtteil für rund 7000 Menschen werden. 1400 Wohnungen will allein die Deutsche Wohnen dort bauen (PNN berichteten). Auch die Pro Potsdam als Trägerin der gesamten Entwicklungsmaßnahme will im März eine Entscheidung im städtebaulichen Wettbewerb fällen, der Grundzüge des Stadtviertels festlegen soll. Man führe laut Bert Nicke derzeit außerdem Verhandlungen mit den Stadtwerken zum Energiekonzept. Bis 2050 soll Ex-Kasernengelände ein klimaneutraler Stadtteil werden. Das entsprechende Konzept soll noch im 1. Halbjahr 2018 in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht werden, so Bert Nicke. In diesem Jahr sollen auch die ersten Plattenbauten abgerissen werden und der markante Schornstein, den man von der Bundesstraße 2 aus sieht, soll zurückgebaut, eventuell sogar gesprengt werden. "Noch steht das aber nicht fest", sagte Bert Nicke.

Ab Juni soll außerdem ein Architekturwettbewerb für das Bergviertel beginnen. Im Moment stehen dort denkmalgeschützte Häuser aus den 1930er Jahren, die leer stehen. Gemeinsam mit der Stadt sollen Haustypen entwickelt werden, die - sofern die Häuser nicht sanierbar sind - als Neubauten errichtet werden sollen. Auch die Siedlungsstruktur soll erhalten bleiben. Am Ende der Maßnahmen sollen doppelt so viele Häuser auf dem Areal entstanden sein.

Rechenzenturm und Plantage

Auch in Sachen Potsdamer Mitte äußerte sich Bert Nicke. Im Szenarioworkshop zu einem Kreativzentrum anstelle des Rechenzentrums sei noch nichts entschieden (PNN berichteten). Es gehe im Moment um die Nutzung - das schließe nicht aus, dass auf dem Areal auch ein Gewerbe- und Wohnquartier entstehe. Die Neugestaltung der benachbarten Plantage als Freizeitareal wird im März mit dem ersten Bauabschnitt und einer Kinderbaustelle beginnen.

Golm

Zehn Hektar Land hat die kommunale Bauholding in Golm gekauft, ein "prosperierendes Gewerbegebiet" solle entstehen, so Bert Nicke. Zur weiteren Entwicklung des Gebietes, von dem bereits ein Grundstück an die Uni Potsdam verkauft ist, sei man im Moment in Gesprächen mit dem Fördermittelgeber. Im Laufe des Jahres sollen weitere Grundstücke verkauft werden – in Größen je nach Bedarf der Käufer.

Social Media

Umfrage

Die Einengung der Zeppelinstraße in Potsdam hat im Zuge der Dieseldebatte bundesweit Interesse geweckt. Ist die Maßnahme nötig, um ein Dieselfahrverbot in Potsdam zu verhindern? Stimmen Sie ab!