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  • 05.12.2017
  • von Sarah Kugler

#potsdamwichtelt: Jeder darf einmal Wichtel sein

von Sarah Kugler

Gewichtelt. Ein selbstgemachtes Wichtel-Kuscheltier-Geschenk hängt an einem Ampelmast an der Friedrich-Ebert-Straße. Es ist mit dem Nikolaus-Anhänger der Bürgerstiftung gekennzeichnet – in diesem Jahr vor dem Hintergrund der Paketbomben-Drohung der DHL-Erpresser besonders wichtig. Foto: promo/Bürgerstiftung

Die Bürgerstiftung Potsdam ruft zu einer besonderen Aktion zum Nikolaus auf: Es soll gewichtelt werden. Was genau am 6. Dezember in Potsdam passiert.

Potsdam - Wichteln. Das Wort klingt nach Geheimnis, kindlicher Freude und irgendwie auch nach Weihnachten. Schließlich sind es – glaubt man einigen nordischen Traditionen und Geschichten – die Wichtel, die dem Weihnachtsmann bei seinen Geschenkeaufträgen helfen. In Potsdam soll am Nikolaustag nun jeder, der möchte, zu solch einem geheimnisvollen Wichtel werden. Durch eine kleine Gabe, die er hübsch verpackt an einem Ort seiner Wahl abstellt oder hinhängt.

Kleine Pakete in der Stadt

Die Idee stammt von der Bürgerstiftung Potsdam, die bereits vor vier Jahren ihre Aktion „Potsdam wichtelt“ ins Leben gerufen hat. Theoretisch soll dabei jeder Potsdamer am Abend des 5. Dezember oder am Morgen des 6. Dezember ein kleines Paket in der Stadt platzieren – und damit auch erhalten. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt: Von einer schönen Weihnachtskarte über Gestricktes oder selbstgebackene Plätzchen ist alles erlaubt. Gar nichts Großes oder gar Teures soll es sein, erklärt die Vorsitzende der Potsdamer Bürgerstiftung, Marie-Luise Glahr: „Es geht uns ja gerade darum, vom Konsum wegzukommen und uns wieder darauf zu besinnen, worauf es in der Weihnachtszeit wirklich ankommt.“ Nämlich auf das Zusammenkommen und das Aneinander-Denken. An den Nachbarn etwa, der so oft die Pakete entgegennimmt, oder auch den Busfahrer, der einen jeden Morgen zur Arbeit fährt. Es gehe auch um das Gefühl, vernetzt zu sein und sich in der Stadt aufgehoben zu fühlen, sagt Glahr. Sie kam durch ihre Kinder und das Wichteln in den Schulen auf die Idee für „Potsdam wichtelt“. Ursprünglich stammt die Tradition aus den skandinavischen Ländern und ist manchen auch als Julklapp bekannt.

Die Aktion soll in den sozialen Medien geteilt werden

Bei „Potsdam wichtelt“ sollen die Geschenke nicht an eine bestimmte Person gerichtet sein, sondern sie sollen einfach so platziert werden, dass sie gefunden werden. „Ganz wichtig ist natürlich, dass der Finder sie auch mitnimmt“, betont Glahr. Wer etwas findet, was nicht zu ihm passt, soll es gerne weiter verwichteln. „So oder so freuen wir uns über zahlreiche Fotos auf Facebook oder Instagram“, sagt Glahr. Unter dem Hashtag #potsdamwichtelt soll die Aktion weiterverbreitet werden und auch eine digitale Vernetzung soll stattfinden. Im vergangenen Jahr habe das gut funktioniert.

Unbedingt Anhänger an die Pakete hängen

Damit die einzelnen Pakete in der analogen Welt ebenfalls klar als Teil von „Potsdam wichtelt“ erkannt werden, liegen überall in der Stadt Anhängervorlagen aus: ein Weihnachtsmann, der einfach nur ausgeschnitten und an dem Geschenk befestigt werden muss. Die entsprechenden Flyer-Karten gibt es unter anderem im PNN-Ticketshop in der Wilhelm-Galerie sowie bei vielen Händlern in der Innenstadt. Auf der Webseite der Bürgerstiftung unter www.potsdamerbuergerstiftung.com gibt es die Vorlage auch zum Herunterladen und Selbstausdrucken.

Obwohl es „Potsdam wichtelt“ schon seit mehreren Jahren gibt, ist die Aktion erst 2016 stadtweit gut angenommen worden, wie Glahr erzählt. Im vergangenen Jahr seien Wichtel-Fotos aus fast allen Stadtteilen eingetroffen.

„Für solche Aktionen braucht man einen langen Atem“, sagt sie. Deswegen freue sich die Bürgerstiftung immer über Potsdamer, die helfen und sich engagieren. In zehn Jahren, so hofft Marie-Luise Glahr, werde Potsdam dann als Wichtelstadt bekannt sein.

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