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  • 10.11.2017
  • von Sarah Stoffers

Innovationen aus Babelsberg: Zwischen Tradition und Moderne

von Sarah Stoffers

Maßanfertigung. Die Mitarbeiter stellen moderne Orthopädietechnik her. Foto: A. Klaer

Das Babelsberger Familienunternehmen Kniesche Orthopädietechnik bekommt den Zukunftspreis Brandenburg 2017.

Babelsberg - Mit Tradition und Moderne zum Erfolg – das Potsdamer Unternehmen Kniesche Orthopädietechnik bekommt am heutigen Freitagabend im Schloss Neuhardenberg mit fünf anderen Firmen den Zukunftspreis Brandenburg 2017 von den Wirtschaftskammern des Landes verliehen. Mit der Auszeichnung wird das gesamte Konzept des Familienunternehmens mit Sitz in Babelsberg ausgelobt.

Die Kniesche Orthopädietechnik fertigt und verkauft, wie der Name schon verrät, Orthopädietechnik, Reha- und Schuhtechnik. In den firmeneigenen Werkstätten in Babelsberg fertigen die Mitarbeiter beispielsweise maßgefertigte Prothesen, Spezialschuhe, Schuheinlagen, Korsette oder sogenannte Orthesen an. „Eine Orthese ist ein Hilfsmittel, das an den Gliedmaßen angelegt wird und diese stützt und führt“, wie der Unternehmenschef Henry Kniesche erklärt. Die Herstellung der Sonderanfertigungen dauere oft mehrere Tage. Mit den Patienten würden während der Herstellung oft Anpassungen und auch Videoanalysen gemacht, um zu sehen, wie sich beispielsweise der Bewegungsapparat verhält.

Familienbetrieb in Babelsberg von 800 auf 1300 Quadratmeter gewachsen

Das Familienunternehmen wurde 1999 von seinem Vater Lutz Kniesche und Peter Riedel gegründet. Lutz Kniesche stammt aus einer Schuhtechnikerfamilie in Elsterwerder. Für seine Ausbildung zum Orthopädietechniker kam er 1965 nach Potsdam in die Werkstätten des Oberlinhauses. Die waren schon zu DDR-Zeiten ein weit über die Region hinaus bekannter Ausbildungsort für Orthopädiemechaniker und Bandagisten, Orthopädieschuhmacher und andere Berufe. Kniesche und Riedel übernahmen 1999 die Werkstätten und gründeten dort ihr Unternehmen. 1990 hatte Kniesche bereits das Sanitätshaus in der Friedrich-Ebert-Straße gekauft, das heute als eigenständige GmbH von seiner Tochter Marita geleitet wird und immer noch Sanitäts- und Rehatechnik anbietet. Die Kniesche Orthopädietechnik in Babelsberg wurde 2010 von seinem Sohn Henry übernommen.

In den letzten Jahren hat der 37-Jährige gelernte Meister der Orthopädietechnik den Familienbetrieb modernisiert. Für die Werkstätten hat er weitere Räume vom Oberlinhaus erworben. Die Hauptgeschäftsstelle mit Verwaltungs- und Beratungsräumen und den Werkstätten ist von 800 auf 1300 Quadratmeter angewachsen. Henry Kniesche hat auch neue Verfahren und Technik in die Firma gebracht.

Familienunternehmen für Othopädietechnik in Babelsberg setzt auf Tradition und Moderne

Wie zum Beispiel die Scannertechnik, mit der die entsprechenden Gliedmaßen einfach mit dem iPad eingescannt werden und dann am Rechner die weitere Modellierung gemacht wird. „Unser Konzept zwischen Tradition und Moderne versuche ich zu erhalten“, sagt Kniesche. Die Nachfrage für bestimmte traditionellere Produkte, die einige langjährige Patienten schätzen, sei da und sein Personal beherrsche sowohl das herkömmliche Handwerk wie auch die neuen Techniken.

Auch das Personal hat Kniesche von 30 auf 45 Mitarbeitern aufgestockt. Derzeit bildet er fünf Lehrlinge aus. Er sei froh über jeden Auszubildenden oder Praktikanten, da Nachwuchs in der Orthopädietechnik fehle. „Es ist ein Beruf, den leider nur wenige junge Menschen kennen.“

Mittlerweile hat die Firma drei Filialen. Neben dem Hauptgeschäftssitz gibt es das Geschäft in der Karl-Liebknecht-Straße und seit April dieses Jahres eine weitere Außenstelle in Luckenwalde. Kniesche betont, dass die Expansion nur an zweiter Stelle stehe. „Wir sind gut aufgestellt und bieten ein Vollsortiment mit hoher Qualität an. Wir sind sehr engagiert, dass diese Qualität auch so bleibt.“ 

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