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  • 07.10.2017
  • von Luisa Wegner

Neuer Blick auf die Antike

von Luisa Wegner

In medias res. Der Lateintag möchte für die antike Sprache begeistern. Foto: Andreas Klaer

Schüler besuchten Lateintag an der Uni Potsdam

Im Hörsaal auf dem Campus Griebnitzsee der Universität Potsdam herrscht konzentrierte Stille. Alle Blicke sind gespannt auf Nicola Hömke gerichtet. Die 47-Jährige ist die Organisatorin des Potsdamer Lateintages, der am Freitag bereits zum 13. Mal statt fand.

„Das Ziel der Veranstaltung ist es, den Schülern einen etwas anderen Blick in die Antike zu ermöglichen und sie vielleicht auch für ein Lateinstudium zu begeistern“, sagte Hömke, die Privatdozentin für Klassische Philologie in Potsdam ist. Der Potsdamer Lateintag sei gleichzeitig auch die Auftaktsveranstaltung zu dem Projekt „Zweites Brandenburger Antike-Denkwerk“, an dem fünf Brandenburger Schulen nun seit drei Jahren mitmachen und jedes Jahr einen Beitrag zum aktuellen Thema erarbeiten, erklärte sie.

Das Interesse am Lateintag, an dem die Schüler Vorlesungen und Seminare besuchten, war im Vorhinein groß. Mit etwa 800 Anmeldungen aus ganz Brandenburg und Berlin mussten der Veranstalter, der Lehrstuhl Klassische Philologie der Universität Potsdam, sogar einigen Schulen absagen. Trotzdem waren nur etwa 300 Schüler und Lehrer anwesend. Grund dafür war das Unwetter vom Vortag, welches nicht nur die Hälfte der Angemeldeten, sondern auch den Universitätspräsidenten vom Kommen abhielt. Hömke selbst jedoch war pünktlich vor Ort und präsentierte das diesjährige Thema des Lateintages: „Begegnung mit den Fremden. Römer in den Provinzen.“ Später erklärte sie: „Wir haben das Thema gewählt, weil es einen aktuellen Bezug hat.“ Auf ihren Vortrag folgten weitere Beiträge, etwa über die Religionen der Kelten, Germanen und Römer.

Bei den Schülern – hauptsächlich Elft- und Zwölftklässler – kamen die Themen gut an: „Ich finde den Tag toll, weil man auch Sachen über den Lateinunterricht hinaus lernt“, sagte die 16-jährige Luise Brons vom Bertha-von-Suttner-Gymnasium Babelsberg. Später Latein zu studieren, könne sie sich aber nicht vorstellen. Das Ziel, einen anderen Blick in die Antike zu ermöglichen, hat dieser Lateintag dennoch erreicht. Luisa Wegner

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