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Verkehr

  • 09.01.2017
  • von Henri Kramer

Verkehr in Potsdam: 35 Millionen Euro für Potsdams Brücken

von Henri Kramer

Am Limit. Auch eine Spannbetonbrücke wird irgendwann mal alt und gebrechlich. Damit man in Potsdams Mitte auch künftig von einem Havelufer ans andere gelangt, muss nach dem Jahr 2020 ein Ersatzneubau für die Lange Brücke her. 24 Millionen Euro soll das wahrscheinlich kosten. Foto: Andreas Klaer

Die Stadt Potsdam muss für 35 Millionen Euro neue Brücken bauen. Schon jetzt zeichnen sich weitere harte Jahre für Potsdams Autofahrer ab.

Potsdam - Neben dem millionenschweren Neubau von Schulen muss Potsdam in den kommenden Jahren mindestens 35 Millionen Euro für neue Brücken zur Seite legen. Besonders die aus vier Einzelteilen bestehende Lange Brücke über die Alte und die Neue Fahrt wird für den kommunalen Haushalt zur Belastung – mit Kosten in Höhe von 24 Millionen Euro rechnet das Grün- und Verkehrsflächenamt im Rathaus. Diese erstmals abgegebene Schätzung geht aus einer Antwort der Stadtverwaltung auf Anfrage der AfD-Fraktion im Stadtparlament hervor. Für den vor allem ersatzweise nötigen Neubau von acht weiteren Brücken veranschlagt die Stadt demnach mittel- und langfristig mindestens 9,5 Millionen Euro zusätzlich.

Millionenbeträge für neue Schulen

Die Summen sind für die rasant wachsende Stadt eine Herausforderung, weil zusätzlich in den kommenden Jahren noch Millionenbeträge für neue Schulen und andere Infrastrukturprojekte fällig werden, der Schuldenstand sich ohnehin kontinuierlich erhöht. Zudem kämpft Potsdam mit sinkenden Investitionszuschüssen aus dem Solidarpakt. Deshalb muss die Stadt in den kommenden Jahren so wirtschaften, dass regelmäßig Überschüsse in Millionenhöhe für neue Bauprojekte erwirtschaftet werden können. Gerade zur Langen Brücke hatte sich die Verwaltung zuletzt auch skeptisch gezeigt, ob Fördermöglichkeiten vorhanden sind – wie dies noch bei der zur Hälfte vom Land Brandenburg bezahlten Sanierung der Humboldtbrücke der Fall war. In der besagten Antwort der Verwaltung wird auf mögliche Fördermittel nicht weiter eingegangen.

Für die 1961 als eine der ersten Spannbetonkonstruktionen in der DDR errichtete Lange Brücke hatte die Stadt im September bestätigt, dass die Vorplanungen für den Neubau anlaufen. Dieser ist nötig, weil bei einer ersten Instandsetzung zwischen 1993 und 1997 für damals 15 Millionen D-Mark eben nicht die grundlegenden Konstruktionsmängel der Brücke behoben wurden, wie das Amt deutlich machte. Für 25 weitere Jahre seien die damaligen Arbeiten ausgelegt gewesen – also für eine Zeit bis ins Jahr 2022 hinein. Um die Brücke bis dahin zu entlasten, soll sie wie berichtet bald für Fahrzeuge gesperrt werden, die mehr als 30 Tonnen wiegen. Die Laster müssten dann umgeleitet werden. Zudem werde die Brücke nun regelmäßig auf Risse untersucht, hieß es weiter.

Neubau bei laufendem Betrieb

Die genauen Bauplanungen sollen 2019 beginnen, den genauen Beginn der Arbeiten nach 2020 lässt die Verwaltung noch offen. Allerdings zeichnen sich schon jetzt weitere harte Jahre für Potsdamer Autofahrer ab, zumal der Neubau bei laufendem Betrieb stattfinden soll. Schon vorher wird neben dem im nächsten Jahr in vollen Zügen startenden Total-Umbau des Leipziger Dreiecks am Hauptbahnhof parallel auch die Nutheschnellstraße zwischen Babelsberg und Teltower Vorstadt über Jahre hinweg zur Dauerbaustelle. Grund sind millionenschwere Brücken-Neubauten des Landesbetriebs für Straßenwesen über die Friedrich-List-Straße und den Neuendorfer Anger, die sich bis 2021 hinziehen. Das wiederum von der Stadt verantwortete Leipziger Dreieck soll irgendwann zwischen 2021 und 2023 fertig sein.

Ähnliche Behinderungen an neuralgischen Verkehrsknotenpunkten der Stadt durch größere Bauprojekte hatten bereits in der Vergangenheit regelmäßig über Wochen hinweg zu Staus geführt, an den fraglichen Stellen fahren an normalen Werktagen mehrere Zehntausend Autos entlang. Die Stadt und der Landesbetrieb haben bereits öffentlich erklärt, sich bei Bauarbeiten abstimmen zu wollen, um die Einschränkungen für Autofahrer so gering wie möglich zu halten. Für den anschließenden Neubau der Langen Brücke rechnet die Stadt intern mit weiteren zwei bis vier Jahren, je nach Architektur und Ausführung.

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