Wissenschaft : „Wolkenatlas“ bis Weihnachten im Studio

Potsdamer X-Filme-Chef Stefan Arndt über die letzten Drehtage des deutschen Blockbusters in Babelsberg

Babelsberg/Berlin - Dunkel ist der Horizont beim „Wolkenatlas“ zwar nicht. Doch zeitlicher Druck bei Deutschlands größtem und bislang teuerstem Filmprojekt – mitverantwortet vom Babelsberger X-Filme-Chef Stefan Arndt – ist spürbar. „Wir beten, dass wir vor Weihnachten alles im Kasten haben“, sagte der Filmemacher und Produzent von „Das weisse Band“ beim Branchentreff des Medienboards Berlin Brandenburg in Berlin (siehe Kasten). Seit Anfang Oktober wird der erste Versuch eines deutschen Blockbusters in den Ateliers von Studio Babelsberg gedreht. 100 Millionen Euro sind für die Produktion veranschlagt. Die Besetzung ist internationale Weltspitze: Die amerikanischen Wachowski-Geschwister („Matrix“) und der Deutsche Tom Tykwer („Drei“) führen Regie, Superstar und Oscar-Preisträger Tom Hanks („Forrest Gump“) und Halle Berry („Monster’s ball“) stehen vor der Kamera.

Arndt zeigte sich von den Dreharbeiten im Babelsberger Studio mehr als begeistert. „Man merkt, alle wollen das Außergewöhnliche unbedingt machen, setzen sich vom Praktikanten bis zu den Regisseuren total ein.“ Die Schauspieler würden ihre Rollen regelrecht lieben, so der erfahrene Filmemacher. „Die können alle etwas spielen, was sie vorher noch nie gespielt haben.“ Es sei toll, zu sehen, wenn große Stars gern in den Babelsberger Studios arbeiten würden und Spaß am Engagement hätten, so Arndt. Der X-Filme-Chef lobte zudem die „außerordentliche Professionalität und die Möglichkeiten der Studiomitarbeiter in Babelsberg“.

Der Film, der auf dem Bestseller „Cloud Atlas“ von David Mitchell basiert, stellt eine epische Erzählung dar, die ganze 500 Jahre umspannt. Im Zentrum steht eine Kettenreaktion, die von einer menschlichen Entscheidung im 19. Jahrhundert auf dem Pazifischen Ozean ausgelöst wird – mit dramatischen Folgen. Der Film wird von zwei separat arbeitenden Teams gedreht.

Wenn die letzte Klappe im besten Fall noch vor Weihnachten gefallen ist, sagte Stefan Arndt, werde direkt nach den Feiertagen mit der Post-Produktion, der aufwendigen technischen Nachbearbeitung des Filmmaterials begonnen. Auch diese Arbeiten würden in Potsdam durchgeführt. Im Oktober 2012 ist geplant, den Film in den USA starten zu lassen, einen deutschen Start-Termin des bislang teuersten deutschen Kinofilms gibt es noch nicht.

Die Deutsche Filmförderung unterstützt das ambitionierte Projekt laut Arndt mit zwölf bis 16 Prozent des Gesamtbudgets, rund 1,5 Millionen Euro steuert zudem die regionale Filmförderung Medienboard bei. Nach Angaben von Filmförder-Chefin Kirsten Niehuus die bislang höchste Fördersumme ihrer Anstalt. Aus ihrer Sicht ist es aber gut investiertes Geld: „Der Film ist wichtig für den Standort. Er zeigt große Kreativität und trägt großes Kino in die Welt hinaus.“ Kay Grimmer

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