Wissenschaft Potsdam : Zukunftsstandort Golm

Brandenburgs größter Wissenschaftsstandort Golm expandiert weiter. Eine Sonderbeilage des Potsdam Science Park in Zusammenarbeit mit den Potsdamer Neuesten Nachrichten informiert über alle neuen Entwicklungen.

Heike Kampe
Potsdam Science Park. Der Wissenschaftsstandort Potsdam-Golm.
Potsdam Science Park. Der Wissenschaftsstandort Potsdam-Golm.Foto: Lutz Hannemann

Potsdam -  "Damals war hier nur grüne Wiese." Agnes von Matuschka blickt aus dem Fenster des Golm Innovationszentrums, kurz GO:IN, über die Flächen, die ringsherum liegen. Die Geschäftsführerin der Standortmanagement Golm GmbH (www.potsdam-sciencepark.de) zeigt auf moderne Büro- und Laborgebäude, Wohnheime für Studierende und ein Konferenzzentrum, neue Straßen und Wege, Baustellen und Kräne. "Damals" - das ist noch gar nicht so lange her. Seit etwa 20 Jahren wachsen hier, im Stadtteil Golm, die Gebäude in die Höhe, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Spitzenforschung betreiben. Die Max-Planck-Gesellschaft war 1997 die erste, die sich mit drei Instituten in die Parklandschaft wagte, in einigem Abstand zum seit 1991 bestehenden Universitätscampus Golm. Einige Jahre später folgte die Fraunhofer-Gesellschaft. Heute liegt das GO:IN, ein naturwissenschaftlich orientiertes Gründer- und Innovationszentrum, mitten im Potsdam Science Park.  


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Ein Ende des Wachstums ist noch nicht in Sicht - im Gegenteil. Die hier ansässigen Institutionen und die Gesellschafter - die Landeshauptstadt und die Universität - haben noch viel vor. Dazu gehört auch ein neuer Name. Bis vor Kurzem hieß der Potsdam Science Park noch Wissenschaftspark Golm. Ein Name, der für englischsprachige Mitarbeiter und Wissenschaftler schwer auszusprechen und zu verstehen ist. "Unsere Aufgabe ist es, den Wissenschaftspark international bekannter zu machen", erklärt Agnes von Matuschka. "Und international sind Wissenschaftsparks eben als Science Parks bekannt." Der Standort in Golm ist für die weltweite Wissenschaftsgemeinde, aber auch für Unternehmen und Start-ups wegen einer ganzen Reihe von Merkmalen hoch attraktiv. "Der Park ist sehr kompakt, mit dem Bahnhof in der Mitte, kurzen Wegen, einer sehr guten Anbindung nach Berlin und zum Flughafen sowie vielen exzellenten wissenschaftlichen Instituten",  fasst die Standortmanagerin zusammen. 

Beste Bedingungen zum Lernen und Forschen

200 Professorinnen und Professoren, 9000 Studierende, 2 500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie mehr als 20 Unternehmen finden  hier schon heute beste Bedingungen zum Lernen, Forschen und Arbeiten. Der Schwerpunkt liegt auf den Naturwissenschaften, Start-ups aus der Medizintechnik, Chemie und der Biotechnologie sind besonders stark vertreten. Einige von ihnen gründen sich direkt aus den benachbarten Instituten heraus, aus Wissenschaftlern werden Unternehmer. In den nächsten zehn Jahren sollen sich geschätzt 100 weitere Firmen ansiedeln und rund 1 000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.
 Gründer schätzen die Möglichkeiten, Labor- und Büroräume anzumieten und die Angebote zur Vernetzung und Kooperation vor Ort. Wichtige Partner finden sie quasi um die Ecke, das Umfeld ist international. Es gibt Unterstützung durch Gründungskurse, das Standortmanagement verknüpft die Akteure durch Veranstaltungen wie "Future2Go" und "Science2Go", in denen Wissenschaftler von ihren Forschungsergebnissen berichten oder erfolgreiche Gründer ihre Erfahrungen teilen. Nicht zuletzt gibt es in Golm noch Platz für weitere Büro- und Laborgebäude. Da das erste Gründerzentrum bereits aus allen Nähten platzt, wird aktuell ein zweites gebaut. 

Mittelständler schaffen dauerhaft Arbeitsplätze

Die Ripac-Labor GmbH gehört zu jenen erfolgreichen Start-ups, die im Science Park großgeworden sind. Das Unternehmen ist auf veterinärmedizinische Diagnostik spezialisiert und produziert Impfstoffe. Auf ihrem Erfolgskurs verlässt die Firma nun den schützenden Rahmen des GO:IN, möchte aber auf die Vorteile des Standorts nicht verzichten. Deshalb errichtet das Potsdamer Unternehmen eigene Produktions- und Vertriebsstätten im Science Park. "Dieses Beispiel zeigt, welches Potenzial der Standort hat", freut sich Agnes von Matuschka. "Solche Mittelständler schaffen dauerhaft Arbeitsplätze in der Region."  Damit Firmen, Wissenschaftler, Studierende und Mitarbeiter sich in Golm wohl fühlen, wird in weitere Infrastrukturen investiert. Neben einem Boardinghouse, das auch kurzfristig die Wohnbedürfnisse von Forschenden bedienen kann, entstehen ein neues Wohnheim und Mikroapartmenthäuser für Studierende. Sprachkurse für ausländische Wissenschaftler und eine bilinguale Kita erleichtern den Alltag und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Der Park soll kein Ufo sein

 Der Welcome-Service unterstützt zum Beispiel bei der Wohnungssuche und bei Behördengängen. Nicht zuletzt sollen auch die Anwohner mit ins Boot genommen werden.  "Der Park soll nicht wie ein Ufo sein, das vor dem Ort gelandet ist", beschreibt Agnes von Matuschka ihr Ziel. Ort und Park sollen eine lebendige Einheit bilden, mit Begegnungsmöglichkeiten - etwa in einem Haus für Innovationen, Cafés, Restaurants und Räumen für Vereine. "Grundstücke stehen noch zum Verkauf", erzählt Agnes von Matuschka, während sie ihren Blick über die Dächer schweifen lässt. An den Grenzen des Science Parks, wo die Baustellen und Gebäude enden, liegen grüne Wiesen und Felder. Ein Teil davon wird sich in den kommenden Jahren auch in eine Wissenschaftslandschaft verwandeln. Denn der Park soll um weitere 60 Hektar wachsen.