Überregional : Trotz Protest: US-Ministerin wird Unichefin

Die bisherige Heimatschutzministerin der USA, Janet Napolitano, wird neue Präsidentin der University of California. Diese Personalie führt zu großen Protesten unter Professoren und Studierenden. Als Napolitano Ende vergangener Woche offiziell ernannt wurde, demonstrierten Dutzende Studierende in San Francisco. Sechs Demonstranten wurden verhaftet. Das berichtet der „Daily Californian“, die Studierendenzeitung der Uni Berkeley. Berkeley ist eine von zehn Unis, die unter dem Dach der University of California, dem staatlichen Unisystem Kaliforniens, zusammengefasst sind.

Die Kritiker sind entsetzt, dass ausgerechnet die Ministerin, die bisher für die Terrorabwehr zuständig war, Präsidentin wird. „Eine Uni ist das Gegenteil eines Gefangenenlagers. Wer forschen will, braucht Freiheit, nicht Überwachung und Abschiebungen“, kritisierte der Literaturprofessor Christopher Newfield. Viele stoßen sich zudem daran, dass Napolitano kaum Erfahrung im Unibereich hat – anders als ihr Vorgänger Mark Yudof, der vor seiner fünfjährigen Amtszeit Unis in Texas und Minnesota leitete. Ärger löste der geheime Auswahlprozess aus. Eine zehnköpfige Findungskommission hatte monatelang nach Kandidaten gesucht und die Uni-Öffentlichkeit bis zuletzt nicht über mögliche Namen informiert, was an anderen US-Unis durchaus üblich ist.

Napolitanos Unterstützer sagen, sie sei wegen ihrer politischen Erfahrung genau die Richtige, um gegen den großen Spardruck der Regierung anzukämpfen. tiw