Überregional : Sommer, Sonne, Gefahr Wie man sich vor großer Hitze schützen kann

Hartmut Wewetzer

Deutschland schmort in der Julisonne. Am Sonntag sollen die Temperaturen auf fast 40 Grad klettern, ein Ende der Hitze ist nicht abzusehen. Wie man sich so weit wie möglich vor Hitzeschäden schützen kann, darüber informiert der britische Nationale Gesundheitsdienst NHS:

– Vorsicht Sonne! Vor allem in den besonders heißen Mittagsstunden von elf Uhr morgens bis drei Uhr nachmittags sollte man das direkte Sonnenlicht meiden (auch davor oder danach ist es natürlich heiß!). Wer sich draußen aufhalten muss, sollte Sonnencreme benutzen, seinen Kopf bedecken und im Schatten bleiben. Empfohlen: Luftige, „atmende“ Kleidung (Baumwolle). Gesicht und Kleidung öfter mit Wasser abspritzen, auch ein feuchtes Handtuch im Nacken ist angenehm – und natürlich kühle Duschen und Bäder.

– Viel trinken. Kalte Getränke sind empfehlenswert, koffeinhaltige oder alkoholische eher zu meiden. Alkohol kann die Fähigkeit, die Temperatur einzuschätzen, einschränken und zudem das Austrocknen fördern. Kühle, wasserhaltige Lebensmittel wie Salat und Obst helfen, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

– Kühler Wohnen. Vor allem zum Schlafen sollte man sich möglichst kühle Räume aussuchen. Tagsüber sollten dem Sonnenlicht ausgesetzte Fenster geschlossen bleiben, nachts bei zurückgehenden Temperaturen geöffnet werden. Dunkle Vorhänge und Jalousien aus Metall „ziehen Hitze an“. Nicht benötigte Lampen und elektrische Geräte sollten ausgeschaltet werden, weil sie zusätzlich Wärme produzieren. Wasserschalen in Wohnung oder Haus können beim Kühlen helfen, Büsche und Bäume vor dem Haus gelten als natürliche Klimaanlage.

– Auf andere achten. Besonders gefährdet sind Ältere, Kranke und Kleinkinder. Nach alleinstehenden älteren oder kranken Nachbarn, Freunden und Familienmitgliedern sollte man öfter sehen. Hilflose Personen und Tiere sollten nicht allein im Auto zurückgelassen werden.

Der NHS weist besonders auf zwei Hitzeschäden hin: Hitzeerschöpfung und Hitzschlag. Bei Hitzeerschöpfung steigt die Körperkerntemperatur auf bis zu 40 Grad an. Der Körper verliert Wasser und Salz; heiße Haut, starkes Schwitzen, Erschöpfung, Übelkeit, Erbrechen, Herzklopfen und Verwirrung sind typisch. Betroffene sollten an einen kühlen Ort gebracht werden, viel trinken und von überflüssiger Kleidung befreit werden.

Ein Notfall ist der Hitzschlag, bei dem die Körperkerntemperatur auf mehr als 40 Grad steigt und Organschäden drohen. Typische Zeichen sind Verwirrtheit, flaches und rasches Atmen (Hyperventilation), Bewusstlosigkeit, Herzrasen, Muskelkrämpfe und starkes Schwitzen, das plötzlich stoppt. Bei Verdacht Feuerwehr rufen (Telefon 112) und Betroffene bis zum Eintreffen der Feuerwehr an einen kühlen Ort bringen und Wasser zu trinken geben. Hartmut Wewetzer