Überregional : Seltene hebräische Schriften vereint Sammlung jetzt in der Potsdamer Uni-Bibliothek

Ephraimsche Lehranstalt. Die Schrifstücke sind nun in Potsdam vereint.
Ephraimsche Lehranstalt. Die Schrifstücke sind nun in Potsdam vereint.Foto: A. Klaer

Seltene hebräische Bücher einer ehemaligen jüdischen Bibliothek sind an der Universität Potsdam wieder zu einer Sammlung zusammengeführt worden. Es handelt sich dabei um verschollen geglaubte Schriften aus der Berliner „Veitel Heine Ephraimschen Lehranstalt“, die bisher von der Zentral- und Landesbibliothek in Berlin (ZLB) und dem Potsdam-Museum beherbergt wurden.

Veitel Heine Ephraim war Hoffaktor des preußischen Königs Friedrich II. Nachdem ihn die Finanzierung des Siebenjährigen Krieges reich gemacht hatte, baute er sich in Berlin einen Palast, das Ephraimpalais. In seinem Testament hatte er die Gründung einer jüdischen Lehranstalt in Berlin verfügt, die 1783 als „Veitel Heine Ephraimsche Lehranstalt“ eröffnet wurde. Im Zuge ihrer Zwangsschließung durch die Nationalsozialisten ging auch ihre Bibliothek verloren. Am Mittwoch wurden die Bände nun der Potsdamer Universitätsbibiothek im Informations-, Kommunikations- und Medienzentrum auf dem Campus Golm übergeben. Im Rahmen der Übergabe gab der Religionswissenschaftler Professor Karl Grözinger einen Einblick in die Geschichte der Veitel Heine Ephraimschen Lehranstalt.

Die Entdeckung der Bücher, die einst der Bibliothek der Veitel Heine Ephraimschen Lehranstalt in Berlin gehörten, ist ein Ergebnis der laufenden Provenienzforschungen an der ZLB Berlin und dem Potsdam-Museum. Die gezielte Vernichtung jüdischer Bibliotheken in der Zeit des Nationalsozialismus und die Wirren der Nachkriegszeit hatte nicht nur diese Bibliothek zerrissen. Als in den 1990er Jahren die Universitätsbibliothek Potsdam die Sammlung des Amsterdamer Rabbiners Professor Yehuda Aschkenasy erwarb, fanden sich darunter zahlreiche Titel aus der Bibliothek der „Veitel Heine Ephraimschen Lehranstalt“. Aschkenazy hatte diese Bände, wie viele andere wertvolle Hebraica aus Deutschland, in einem Amsterdamer Antiquariat erworben.

Sowohl in der ZLB als auch im Potsdam-Museum wurden Titel aus der erwähnten Bibliothek gefunden. Da an der Uni-Bibliothek Potsdam bereits eine größere Sammlung aus der Lehranstalts-Bibliothek vorhanden war, entschieden sich die beiden Institutionen, ihre Bände der Uni-Bibliothek zu überlassen. Kix