Überregional : Masernimpfung – so geht’s

Schutz vor dem Virus: Was man wissen sollte

In Berlin grassieren die Masern. Ursache ist mangelnder Impfschutz. Hier wichtige Informationen zur Impfung in Kürze:

IMPFUNG

Kinder: Die erste Impfung soll zwischen dem 11. und 14. Monat erfolgen. Die zweite mindestens vier Wochen später, zwischen dem 15. und 23. Monat. Geimpft wird mit einem Kombinationsimpfstoff, der auch vor Mumps und Röteln schützt (MMR-Impfstoff). Es ist auch schon möglich, neun Monate alte Kinder zu impfen, die in eine Gemeinschaftseinrichtung kommen oder die Kontakt mit Masernerkrankten hatten. Wird ein Impfzeitpunkt versäumt, kann später (bis zum 18. Lebensjahr) nachgeimpft werden. Der zuverlässige Impfschutz hält meist lebenslang vor.

Erwachsene (ab 18): Bei vor 1970 Geborenen nimmt man an, dass die meisten von ihnen Masern durchgemacht haben. Ihnen wird nicht zur Impfung geraten. Empfohlen wird eine einmalige Impfung mit einem MMR-Impfstoff allen von 1970 an Geborenen, die in der Kindheit nicht oder nur einmal geimpft wurden oder bei denen unklar ist, ob sie geimpft wurden. Allgemein gilt: Eine Impfung „zu viel“ schadet nicht.

Kontakt mit einem Masernkranken: Nach direktem Kontakt wird allen Personen ab dem Alter von neun Monaten (auch den vor 1970 Geborenen!) empfohlen, sich impfen zu lassen, falls sie ungeimpft sind, nur einmal geimpft wurden oder unklar ist, ob sie geimpft wurden. Die Impfung sollte innerhalb von drei Tagen nach dem Kontakt erfolgen.

Impfstoff: Es handelt sich um einen Lebendimpfstoff mit einem abgeschwächten Virus. Er wird in den Muskel gespritzt, entweder seitlich in den Po, den Oberarm oder Oberschenkel.

NEBENWIRKUNGEN

Die Einstichstelle kann gerötet sein und schmerzen. Kopfschmerzen, Fieber und Krankheitsgefühl können auftreten und sprechen für eine Reaktion des Immunsystems. Auch Magen-Darm-Beschwerden, Reizung des Mittelohrs und der Atemwege sind denkbar. Äußerst selten (und viel seltener als gefürchtete Masernkomplikationen) sind Nerven-, Hirnhaut- oder Gehirnentzündungen.

Impfmasern: Bis zu fünf Prozent der Geimpften erkrankt an Impfmasern. Sie gehen mit Fieber, Hautausschlag und leichten Atembeschwerden einher. Impfmasern sind nicht ansteckend.

Schwangerschaft: Schwangere sollten sich nicht impfen lassen. Während der Stillzeit kann geimpft werden.

Allergie gegen Hühnereiweiß: Der Impfstoff enthält allenfalls Spuren von Hühnereiweiß, die nicht allergisch machen. Von einer Impfung ist nur in schweren Fällen einer Allergie abzuraten.

Quellen: Robert-Koch-Institut (www.rki.de), Netdoktor (www.netdoktor.de) wez