• Stupa-Wahlen an der Potsdamer Uni: Jusos bleiben stärkste Gruppe

Stupa-Wahlen an der Potsdamer Uni : Jusos bleiben stärkste Gruppe

Nach Twitter-Berichten gibt es ein Endergebnis der Stupa-Wahlen an der Potsdamer Uni. Drei Tage hatten Potsdams Studenten Zeit, ein neues Parlament zu wählen.

Ariane Lemme
Studieren in Potsdam: Auch am Campus Neues Palais konnten die Studenten ihre Stimme abgeben.
Studieren in Potsdam: Auch am Campus Neues Palais konnten die Studenten ihre Stimme abgeben.Foto: Manfred Thomas

Potsdam-West - Ersten, unbestätigten Twitternachrichten zufolge gibt es ein vorläufiges Endergebnis der Potsdamer Stupa-Wahlen: Demnach haben die Jusos sechs Sitze im studentischen Parlament, gefolgt vom Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) und dem Grünen Campus mit jeweils vier Sitzen. Die Linken/SDS und Jump up haben jeweils drei Sitze.

Insgesamt konnten sich die Studenten der Uni Potsdam zwischen neun Parteien entscheiden: In den vergangenen drei Tagen wurde das Studierendenparlament (Stupa) neu gewählt. „Von den den rund 20 000 Wahlberechtigten gehen aber erfahrungsgemäß nur acht bis zwölf Prozent an die Urnen“, sagt Gesine Dannenberg, die sich für die Linke/SDS selbst hat aufstellen lassen.

Am Donnerstag, kurz vor dem Ende der Wahl, verteilt sie noch Flyer auf dem Campus am Neuen Palais. Ihr wichtigstes Anliegen? Natürlich die Wohnungsnot in Potsdam. „Die führt auch dazu, dass gefühlte 80 Prozent der Studierenden in Berlin wohnen, das wirkt sich dann auch auf das studentische Leben in der Stadt aus.“ Aber: Wer sich engagiert, so wie Dannenberg, wohnt wohl eher in Potsdam. Am Angebot abseits der Uni fehlt es nicht, aber an den Studenten, die es nutzen, meinen einige.

Zusammen mit dem SDS will Dannenberg außerdem eine Zivilklausel einführen, die eine Kooperation mit Dozenten der Bundeswehr verhindern soll. Dannenberg glaubt nicht, dass diese im Studiengang Military Studies immer distanziert genug über Kriegsführung und Drohnenforschung sprechen können. Damit hat Sven Hilbrandt, der im 8. Semester Geschichtswissenschaften studiert, kein Problem. Dass Dozenten der Bundeswehr unterrichten, schafft in seinen Augen auch Chancen für Studenten, da die Kurse sonst nicht stattfinden würden. „Wir sind alle klug genug, selbst zu entscheiden, was richtig und was falsch ist.“ Das Geld – der Stupa soll in den kommenden vier Jahren 240 000 Euro aus den eigenen Rücklagen ausgeben – würde Hilbrandt lieber in die Lehrmittel stecken. Das sehen viele ähnlich, über zu volle Hörsäle und fehlende Seminarplätze klagt hier auf dem Campus fast jeder. Genervt sind die meisten auch von den schlechten Anschlüssen an die Regionalbahn – die fährt immer dann, wenn die Vorlesung endet.

Das Mensa-Essen – ob vegan, vegetarisch, mit oder ohne Nachtisch, haben praktisch alle neun Parteien auf der Agenda. Florian Fischer, Mathestudent im 6. Semester, hält das Thema dagegen für völlig überbewertet.

Auch im vergangenen Jahr hatten die Jusos mit sechs Sitzen die größte Gruppe innerhalb einer Koalition mit SDS, Beat, shine UP und „Grünem Campus“ gestellt.