Wissenschaft : Sportmuffel aus der Reserve locken

„Von Null auf 30“: Pilotprojekt zur Gesundheitsförderung und ein Sportfest an der Universität

Antje Horn-Conrad

Wer täglich über Büchern hockt und stundenlang am Computer ackert, braucht irgendwann Bewegung. Rund viereinhalbtausend Studierende der Uni Potsdam nutzen deshalb ausgiebig das umfangreiche Kursangebot der Hochschule. Nicht wenige jedoch treiben überhaupt keinen Sport, meint Robert Deparade. Als Mitarbeiter im Zentrum für Hochschulsport betreut er ein kürzlich gestartetes Pilotprojekt zur Gesundheitsförderung, das solche Sportmuffel aus der Reserve locken will, nicht nur unter den Studierenden, sondern auch unter den Wissenschaftlern und Mitarbeitern der Uni.

Die Initiative hierfür kam von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen, die den Nackenverspannungen den Kampf angesagt hat und nun mit neuen Kursen Bewegung in den Studien- und Arbeitsalltag bringen will. Aus dieser Idee entstand das Pilotprojekt „Gesundheitsförderung und Prävention für Studierende und Bedienstete durch Sport und Bewegung“, das inzwischen vom Bundesgesundheitsministerium gefördert und parallel an den Universitäten Potsdam, Paderborn und Wuppertal erprobt wird.

Auch wenn eines der neuen Kursangebote „Von Null auf 30“ heißt, fängt die Potsdamer Uni nicht bei Null an. „Pilates und Ernährungsberatung gab es bei uns schon vorher“, verweist Robert Deparade auf wichtige Erfahrungen, die nicht zuletzt dazu geführt hätten, dass die Universität für das Pilotprojekt ausgewählt wurde. Ziel sei es jetzt, tatsächlich innovative Formen zu finden, die es Sportabstinenten leichter machen würden, den ersten Schritt hin zu mehr Bewegung und Gesundheitsbewusstsein zu gehen. Das Programm „Von Null auf 30“ zeige Neueinsteigern, wie sie ihre Belastungszeit im Ausdauertraining schrittweise auf dreißig Minuten steigern können.

Insgesamt zehn solcher über drei Semester laufenden Sport- und Gesundheitskurse will das Hochschulsportzentrum in den kommenden zwei Jahren neu anbieten. Bereits angelaufen ist der hier in Potsdam entwickelte und vor allem bei den Studentinnen stark nachgefragte Kurs „Abnehmen leicht gemacht“. Ein weiterer Lehrgang wird „Gesundheitsbasics“ zur vollwertigen Ernährung, zum Stressabbau und zur sportlichen Betätigung vermitteln. Auch der sogenannte „Gesundheitsexpress“, bei dem Mitarbeiter des Sportzentrums 15-minütigen Pausensport direkt am Arbeitsplatz organisieren, soll innerhalb des Pilotprojekts weiter an Fahrt gewinnen.

Ob und wie die neuen Initiativen Wirkung zeigen, wird evaluiert werden, schließlich sollen die Modelle der beteiligten Universitäten später auf Bundesebene über den Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband weiter verbreitet werden. Die nächste Gelegenheit Sportmuffel anzulocken, gibt es am 2. Juli ab 14 Uhr beim Hochschulsportfest auf dem Campus am Neuen Palais, mit Trendsportarten, Tennis, Streetball, einem Volleyball- und einem Fußballturnier. Antje Horn-Conrad

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