• Ringvorlesung der Uni Potsdam: "Was gibt es Neues auf dem Lande?": Comeback der Dörfer

Ringvorlesung der Uni Potsdam: "Was gibt es Neues auf dem Lande?" : Comeback der Dörfer

In einer Ringvorlesung "Was gibt es Neues auf dem Lande?" beschäftigen sich Wissenschaftler mit dem ländlichen Lebensraum. Im Fokus steht das ostmitteleuropäische Dorf.

Theresa Dagge
Foto: dpa

Potsdam - Lange Zeit schien die Stadt den Wissenschaften als Forschungsobjekt spannender als der ländliche Raum. In einer neuen Ringvorlesung des Instituts für Skandinavistik der Universität Potsdam betrachten Wissenschaftler nun das ostmitteleuropäische Dorf aus unterschiedlichen Perspektiven. Ab 3. November bis Anfang Februar werden acht internationale Gastredner in der Wissenschaftsetage im Bildungsforum zum Thema „Was gibt es Neues auf dem Lande?“ zu hören sein. Der Eröffnungsbeitrag von Chris Hann, dem Direktor des Max-Planck-Instituts für ethnologische Forschung, findet im Potsdamer Einstein Forum statt. Chris Hann spricht über die Aktualität des osteuropäischen Dorfes für die Sozialwissenschaften.

In den weiteren Beiträgen werden die Redner den ländlichen Lebensraum aus ethnologischer, geschichts- und literaturwissenschaftlicher Sicht diskutieren. So befassen sich beispielsweise die Wissenschaftlerinnen Tatjana Hofman (Universität Zürich) und Nina Weller (Ludwig-Maximilians-Universität München) mit dem Dorf als Leitmotiv im zeitgenössischen ukrainischen und russischen Roman.

Auch die Menschen auf dem Land sind in der Vortragsreihe von zentraler Bedeutung. Oftmals werden ganz spezifische Phänomene der östlichen Kultur besprochen. Anna Engelking vom Institut für Slavistik in Warschau untersucht etwa ländliche Identitäten in sowjetischen Kolchosen. Kolchosen entstanden erstmals nach der Oktoberrevolution 1917 und waren deprivatisierte landwirtschaftliche Großbetriebe in der ehemaligen Sowjetunion, die im sozialistischen Kollektiv beschäftigt wurden. Yechiel Weizman von der Universität in Haifa fragt unterdessen nach den Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs auf die osteuropäischen Provinzen. So sucht er nach Spuren der Abwesenheit polnischer Juden im ländlichen Polen. 

Vom 3. November 2015 bis 2. Februar 2016 jeweils dienstags von 18 bis 20 Uhr. Eröffnungsvortrag im Einstein Forum, Am Neuen Markt 7, am 3. November um 19 Uhr. Alle folgenden Vorträge in der Wissenschaftsetage im Bildungsforum (WIS), 4. OG, Am Kanal 47.

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