Wissenschaft : Rätselraten vor der Stimmabgabe Stupa-Wahlen an der

Uni vom 3. bis 5. Juli

Die alljährlichen Wahlen zum neuen Studentenparlament (Stupa) der Universität Potsdam finden vom 3. bis zum 5. Juli statt. In diesem Jahr ist die Abstimmung besonders spannend. Denn die bisher größte Oppositionspartei im Stupa, die Grün-Alternative Liste (GAL), will nicht mehr antreten – obwohl sie bei vergangenen Wahlen stets rund 25 Prozent gewann und stärkste Kraft wurde. Den Rückzug bestätigte GAL-Mitglied Björn Ruberg den PNN auf Anfrage.

Als Grund für die Abkehr wurden von der GAL die im Zuge der sogenannten Freiland-Affäre aufgezeigten Missstände im Stupa und im AStA genannt. Dabei ging es um die mit studentischen Beiträgen bezahlte Kooperation mit dem Freiland-Jugendzentrum: Wie berichtet haben zwei AStA-Referenten die Verträge zu der Kooperation mit ausgehandelt – obwohl es dabei auch um eine 25 000 Euro teure Musikanlage für die vom Spartacus e.V. im Freiland genutzte Veranstaltungshalle ging. Der Verein wird von den AStA-Referenten angeführt. Kritiker sehen darin einen Interessenkonflikt, dazu seien die Verträge einseitig zugunsten des Freilands formuliert. Der AStA bestreitet die Vorwürfe und verweist auf Vorteile der Kooperation wie einen Rabatt für Studenten. Nach öffentlichen Auseinandersetzungen hieß es von der GAL über den von einer linken Mehrheit dominierten AStA: „Wer nachfragt, wird belogen. Wer kritisiert, wird beschimpft. Wer stört, wird fertig gemacht.“ Eine kleine Studenten-Gruppe komme dagegen nicht an.

Nun ist die Frage, wo die Wähler der GAL hingehen. So spekuliert unter anderem die Juso-Hochschulgruppe mit diesen Wählern. „Wir Jusos denken Soziales und Ökologisches zusammen und spielen das nicht gegeneinander aus – damit hoffen wir, auch ehemalige GAL-Wähler von uns überzeugen zu können“, sagte Jusos Sprecher Denis Newiak den PNN. Derzeit sind im Stupa folgende weitere Listen vertreten: Die linken Listen „Beat!“, Linke.SDS, dazu der „Grüne Campus“ und „Shine Up“. Hinzu kommen die bürgerlichen Listen wie der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) und die liberale Hochschulgruppe. Neu ins Parlament wollen die Piraten. Ruberg sagte, für die Piraten würde die GAL wohl eine Wahlempfehlung geben: „Den Einsatz gegen Intransparenz und Vetternwirtschaft trauen wir ihnen am ehesten zu.“ Die Wahlbeteiligung bei den Stupa-Wahlen lag 2011 bei 20 Prozent. HK

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