Nachruf : Uni-Dekan Götz Schulze verstorben

Götz Schulze, Professor für Bürgerliches Recht an der Universität Potsdam, verstarb am 30. Oktober völlig unerwartet. Ein Nachruf. 

Götz Schulze, Dekan der Juristischen Fakultät der Universität Potsdam. Verstorben am 30. Oktober 2018
Götz Schulze, Dekan der Juristischen Fakultät der Universität Potsdam. Verstorben am 30. Oktober 2018Foto: Karla Fritze/UP

Potsdam - Der Dekan der Juristischen Fakultät der Universität Potsdam, Götz Schulze, ist gestorben. Wie von der Leitung der Universität zu erfahren war, verstarb der 54 Jahre alte Professor für Bürgerliches Recht, Europäisches Privatrecht, Internationales Privat- und Verfahrensrecht und Rechtsvergleichung am 30. Oktober völlig unerwartet. Die Hochschule reagierte mit Fassungslosigkeit auf den Tod des Juristen. „Wir sind sprachlos ob des so unerwarteten und tragischen Verlusts unseres Kollegen“, sagte der Präsident der Universität Potsdam, Oliver Günther. „Götz Schulze ragte nicht nur in wissenschaftlicher Hinsicht als international renommierter Jurist und akademischer Lehrer heraus. Er verstand es auch, seine außerordentliche Effizienz und Persistenz stets mit Humor und Jovialität zu kombinieren“, so Günther. „Wohl gerade deshalb war er als Kollege so außerordentlich beliebt. Es ist einer der Momente, in denen man sich nur vergeblich fragen kann: Warum?“

SV-Babelsberg-Vorstand und Flüchtlingshilfe

Götz Schulze war seit 2010 Uni-Professor und in Potsdam unter anderem auch durch sein Engagement im Vorstand von SV Babelsberg 03 und als Gründungsmitglied der Flüchtlingshilfe Babelsberg bekannt. Auch in der CDU Potsdam engagierte er sich. Seit 2013 war der Jurist im zweiten Hauptamt auch als Richter am Brandenburgischen Oberlandesgericht tätig und war Vorsitzender der Brandenburger Juristischen Gesellschaft. Neben der Universität war Schulze  zugleich von 1997 bis 2001 Anwaltlicher Mitarbeiter bei den Rechtsanwälten am Bundesgerichtshof Rudolf Nirk und Norbert Gross, sowie von 2001 bis 2010 Rechtsanwalt der Sozietät Bartsch & Partner in Karlsruhe.

Nach seiner Habilitation in Heidelberg 2007 übernahm der am 8. Oktober 1964 in Karlsruhe geborene Schulze zunächst Lehrstuhlvertretungen in Heidelberg, Köln und Lausanne. Nachdem er 2008 zunächst an den Lehrstuhl für deutsches Recht (chaire de droit allemand) an der Universität Lausanne berufen wurde, erhielt er 2010 einen Ruf an die Universität Potsdam an den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Europäisches Privatrecht, Internationales Privat- und Verfahrensrecht und Rechtsvergleichung. 2015 hielt er den Cours d'été à l’Académie de la Haye (Droit international privé – droit du sport). Er war beteiligt am Forschungsnetzwerk Convergence des Droits - Differenzierte Integration (Heidelberg, Nancy (Lorraine), Potsdam, Basel) sowie am Reseau international de recherche et d'études doctorales en Droit (Potsdam, Paris-Nanterre, Mauritius).

Universität im Land verankert

Mit der Law Clinic hatte Schulze zudem eine studentische Rechtsberatung etabliert, um Flüchtlingen die Integration zu erleichtern. Studierende höherer Semester beraten bei der Beantragung von staatlichen Hilfs- und Förderleistungen oder bei der Klärung von Statusfragen wie einem Aufenthaltswechsel oder dem Nachzug von Familienangehörigen. Inzwischen ist die Law Clinic ein weit verbreitetes Lehrformat, das Studierende höherer Semester an die praktische Arbeit heranführt. „Götz Schulze hat damit wie kaum ein anderer Kollege die Universität im Land verankert“, sagte Uni-Präsident Günther. „Er hinterlässt eine große Lücke. Wir fühlen mit seiner Familie.“ 

Der Prodekan der Juristischen Fakultät, Thorsten Ingo Schmidt, sagte, dass die Fakultät Götz Schulze für sein großes Engagement in tiefer Dankbarkeit verbunden sei. Man verliere einen herausragenden und liebenswürdigen Kollegen. „Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren“. Götz Schulze hinterlässt seine Frau und vier Kinder.

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