Klima-Proteste : Vorschläge zum Umgang mit Fridays for Future

Wissenschaftler am Potsdamer Nachhaltigkeitsinstitut IASS haben darüber nachgedacht, welche Konsequenzen aus der Fridays-for-Future-Bewegung gezogen werden sollten.

Initialzündung. Auf die Proteste müssen Taten folgen, so das IASS.
Initialzündung. Auf die Proteste müssen Taten folgen, so das IASS.Foto: Andreas Klaer

Potsdam -  Empfehlungen für Reaktionen auf die Forderungen der Fridays-for-Future-Bewegung hat das Potsdamer Nachhaltigkeitsinstitut IASS herausgegeben. Eine kompakte Handreichung sowie einen ausführlicheren Policy Brief des Institute for Advanced Sustainability Studies richten sich an Entscheidungsträger, die den Klimaschutz mit stärkerem Engagement vorantreiben wollen. Die Handreichung könne dazu beitragen, Antworten auf die Klimakrise und die Sorgen der jungen Menschen zu finden, indem sie die Systeme und Prozesse hinter den Entscheidungen untersucht und Möglichkeiten der Neugestaltung aufzeigt, so die Autorin Elizabeth Dirth. 

Die Dinge tatsächlich anders machen

In ihre Arbeit sind Erkenntnisse aus Theorie und Praxis eingeflossen: Die Politik- und Sozialwissenschaftlerin Elizabeth Dirth arbeitet seit sieben Jahren bei Forschungseinrichtungen und Nichtregierungsorganisationen zu Nachhaltigkeitsthemen. Sie ist Mitgründerin der schottischen Jugendorganisation „2050 Climate Group“. „Einem jungen Menschen ein Mikrofon zu geben, wird die Klimakrise nicht lösen“, sagt Dirth. „Irgendwann müssen wir anfangen, die Dinge tatsächlich anders zu machen“, so die IASS-Forscherin Dirth. Die Handreichung skizziert mögliche Prozesse für eine gerechte Zukunftsgestaltung und will Betroffene bei der Auswahl geeigneter Maßnahmen unterstützen. 

Elizabeth Dirth vom IASS.
Elizabeth Dirth vom IASS.Foto: Erik Kottier/UU.nl

Integration, Teilhabe und Kreativität

Elizabeth Dirth schlägt drei Prinzipien vor, nach denen Entscheidungsträger handeln sollten: Integration, Teilhabe und Kreativität. Demnach sollen Fragen der Zukunft zum Beispiel als neue Elemente in bestehende Prozesse eingliedert oder die Aufgaben von Einrichtungen neu definiert werden. Zur Teilhabe sollten Beteiligungsprozesse genutzt werden, um tragfähige Entscheidungen zu treffen. „Dies kann in Form von jugendspezifischen Beteiligungsprozessen oder breiteren, gesamtgesellschaftlichen Prozessen wie Bürgerversammlungen geschehen“, so die Empfehlung der Experten. 

Neue Ideen zur Gestaltung der Zukunft

Und schließlich sollten politische Entscheidungsträger kreative und phantasievolle Übungen nutzen, um sich mit der Zukunft auseinanderzusetzen. So soll eine neue Kreativität bezüglich der Frage gefördert werden, wie die Zukunft aussehen soll: „Neue Visionen und innovative Planungsmethoden sind notwendig, um uns aus dem von fossilen Brennstoffen dominierten Zeitalter herauszuführen“, so Dirth. 


Die Empfehlungen hier zum Download.


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